Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liebe und Tabubruch, 11. Februar 2003
Dieses Buch erzählt eine Liebesgeschichte unter schwierigen Bedingungen. Die Armut, die Arbeit in der Fabrik, das Leben am Rande der iranischen Gesellschaft und die Dogmen eines islamischen Landes - all diese Dinge überwinden Chatun und Marhab. Obwohl Chatun verheiratet ist und auf ihren Mann wartet. Aber die Sehnsucht ist stärker. Dieses Buch bricht mit Tabus der iranischen Gesellschaft, Liebe mit einer verheirateten Frau, die eine Tochter hat, Alkohol und Sexualität. Doulatabadi beschreibt dies allerdings eher als die Sehnsucht nach etwas Schönem und menschlicher Wärme, als wie eine teuflisch-süße Versuchung. Er gibt seinen Figuren ein ungeheure Spannung, gleichzeitig umgibt die Figuren eine Tristesse und Glücklosigkeit. Damit erhält dieses Buch eine melchancholische Stimmung, die den Leser sehr fesselt. Das Buch ist sehr intensiv, kurz und prägnant geschrieben. Allen Iran- und Literaturinteressierten wird es gefallen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn Melancholie zum Genuss wird, 24. August 2004
Ein langsames, voll Melancholie und Empfindungen steckendes Buch. Die wunderschön erzählte Geschichte einer letztlich traurigen Beziehung. Die Geschichte eines Unglücklichen, den die Flucht vor seiner Ausweglosigkeit noch tiefer ins Verderben schickt. Und die Geschichte vom zermürbenden, erdrückenden Gewicht "gesellschaftlicher Konventionen" und "sozialer Kontrolle". Ein Meisterwerk eines großen persischen Meisters.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Wer ist wohin und wozu verreist?, 21. September 2009
Mahmud Doulatabadi gilt als bedeutendster Vertreter derjenigen zeitgenössischen persischen Prosa, die im Westen bekannt ist. Er hat zahlreiche Erzählungen, mehrere Romane, Drehbücher und Theaterstücke, aber auch Dutzende von literaturkritischen sowie politischen Essais verfasst. Er hat also viel auf dem Kerbholz. Die Zeit urteilte über ihn: "Er öffnet den Blick hinter die Mauern einer fremden Welt. Doulatabadi gilt zu Recht als bedeutendster Vertreter der zeitgenössischen iranischen Erzählkunst." Also hat man einigermaßen Berechtigung ihn einmal literarisch zu einem sprechen zu lassen. Zu mir hatte er mit "Die Reise" nicht viel zu sagen.
Die Erzählung ist kaum begonnen, da ist sie auch schon wieder zu Ende. Dazwischen hat man darauf gewartet, dass irgendetwas von Bedeutung geschieht, aber es kommt nichts. Es entsteht nicht reichhaltig, sondern doch eher gerade noch ausreichend der Eindruck, dass da eine kleine Welt beschrieben wird, die keiner so wirklich will von diesen einfachen Menschen, deren Wünschen und Streben anspruchslos ist und dennoch nicht zu verwirklichen ist. Der Geruch von Einsamkeit und Ausweglosigkeit macht sich breit.
Was will der Autor uns damit sagen? Düstere, hoffnungslose Welt des Iran, wo nicht einmal die kleinen Freuden gelingen wollen. Sieht so die Wirklichkeit im Iran aus? Der Iran ist ein Land des Aufbruchs. Ich habe dort viele lachende Menschen gesehen. Von ihnen würde keiner so ein Buch lesen. Das Bild, das im Westen von den überwiegend freundlichen Menschen gezeichnet wird, ist meist einseitig geprägt von dem Bemühen, die angeblich drohende Gefahr aus dem Osten verständlicher zu machen. Um zu beurteilen, ob der Autor für seine Kunden aus dem Westen schreibt, müsste man mehr von ihm lesen. Allein, das ist mir bereits verleidet.
Vielleicht liegt es an der Übersetzung, aber die Sprache hat mich nicht überwältigt. Sie ist schlicht und erscheint manchmal umständlich, vermutlich Stilmittel. Es kommen so viele Personen vor, dass es eigentlich für einen dicken Roman reichen würde, und man muss sich vorsehen, dass man sie nicht verwechselt.
Ich habe keine Veranlassung, Doulatabadi noch mal zu lesen. Er langweilt mich. Die Welten, die er beschreibt, sind nicht das, was irgendjemand braucht; sein Pessimismus baut nicht auf. Ich komme nicht darauf, das Buch als lesenswert zu bezeichnen.
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