Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Kriminalroman mit besonderem Flair, 22. August 2008
Leonardo Padura Der Nebel von gestern
Unionsverlag ISBN 3293003885
Der Nebel von gestern: hinter ihm verbergen sich die Geheimnisse der Stadt Havanna, die einst glamouröser Mittelpunkt für Abenteurer, Filmschauspieler und für die High Society ganzer Kontinente bildete. Dort traf sich tout le monde zum Stelldichein,--- auch die Bosse der südamerikanischen Mafia!
Seit Fidel Castros Revolution haben sich die Zeiten geändert.
Nicht der gelobte Sozialismus hat Einzug gehalten, sondern Armut, Arbeitslosigkeit, Verrohung der Sitten und ein allgemeiner Verfall hat sich breit gemacht.
El Conde, ein ehemaliger Polizist, hat seinen Dienst quittiert und sich als Antiquar etabliert. Ihm haben es Bücher angetan, und eines Tages stößt er auf eine Goldader. Ehemals reiche Bürger haben ihr Land längst verlassen und ihre Güter armen Bediensteten oder Verwandten überlassen. In einem dieser Häuser der ehemals Reichen entdeckt Mario Conde eine wunderbare Bibliothek. Der Geruch und die Ausstattung des Hauses, in dem der Schatz eines Tages vor seinen Augen auftaucht, sind schon das reine Wunder für ihn. Um wie viel mehr hüpft sein Herz vor Freude, als er die herrlichen Bücher entdeckt! Mit wie viel Liebe und Verstehen begutachtet er sie! Zu einem fairen Preis wird er sie den armen Besitzern, die wie alle anderen Hunger und Not leiden, nach und nach abkaufen. Überall hat er Freunde, und so fällt es ihm nicht schwer, Käufer für diese prächtigen bibliophilen Ausgaben zu finden.
Ein Buch aber behält er: ein Kochbuch aus besseren Zeiten!
Darin entdeckt er zu seiner Überraschung einen besonderen Schatz: das Blatt einer Zeitung aus dem Jahr 1960 geschmückt mit dem Konterfei von Violeta del Río, der geheimnisvollen und legendären Bolerosängerin und Königin der Nacht jener gefeierten Jahre!
Die wunderschöne Frau weckt Fantasien und Erinnerungen, die El Conde nicht mehr loslassen.
Er begibt sich auf die Suche nach ihrer Geschichte, und diese entwickelt sich zu einem spannenden Kriminalfall. Er ist der Aufhänger für eine Liebeserklärung an Havanna, der einstmals viel geliebten Stadt! Die fünfziger Jahre zeigen sie als eine Stadt der Freude, der Lebenslust, des Tanzes und der Gesänge. Schöner als in New York und Paris haben die Feiern und Nächte kein Ende. Rumba, Rum und Nachtbars bestimmen die nächtlichen Freuden, in denen berühmte Größen aus dem Showgeschäft ihre Auftritte haben.
Mafiöse Strukturen unter Batista ebenso wie unter Fidel Castro geben Einblicke in die Geschäfte und die Korruption, die hier wie dort geherrscht haben.
Der Autor gibt der Geschichte einen bilderreichen und vielfarbigen Anstrich, so dass man ganz in die versunkenen Welt vor der Revolution und das herunter gekommene Havanna von heute eintaucht. Von der Kriminalhandlung wird man in ein Netz von Geheimnissen um die Protagonisten hinein gezogen. Die Spannung steigt, die Verwirrung nimmt zu, und man bekommt tiefe Einblicke in das kubanische Leben von gestern und heute. Die Verbindung zwischen den Geschichten um die Vergangenheit bilden die Bücher und die kubanische Lebensart.
Ein Wunderwerk ist dem angesehenen und preisgekrönten Autor Leonardo Padura mit der atmosphärischen Darstellung des Lebensgefühls auf dieser herrlichen Karibikinsel gelungen!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Über die Liebe zu Frauen, Büchern und Kuba, 25. Dezember 2008
Auf "Der Nebel von gestern" von Leonardo Padura wurde ich durch eine interessante Rezension in einer Wochenzeitschrift aufmerksam. Der Kauf und die Lektüre dieses Buches haben sich gelohnt - es gehört für mich zu den interessantesten der letzten Jahre.
Vordergründig ist "Der Nebel von gestern" eine Recherche-Story im Krimigewand. Mario Conde, ein Buchhändler und Expolizist, findet in einer Privatbibliothek ein Foto einer Nachtklubsängerin aus den 1950er-Jahren, das ihn auf geradezu obsessive Weise fasziniert. Er begibt sich auf die Suche nach ihr, da sie von der Bildfläche spurlos verschwunden scheint. Der Fall zieht aber dann schnell Kreise bis in die Gegenwart herauf, und am Ende ist sich Conde nicht sicher, ob er die tragischen Geschichten nicht im Nebel von gestern hätte belassen sollen.
Der Roman ist aber auch und vor allem eine Liebeserklärung an das Land Kuba. Die Gesellschaft wird in all ihrer bitteren Armut, Verelendung und Kriminalität gezeigt, aber auch mit ihrer Kraft und Lebensfreude. Man liest über verarmte und neue Reiche im sozialistischen Regime, über Mafiosi und Prostituierte, über Hunger und Mangel und über Männerfreundschaften im Zeichen des machismo. Der Autor Leonardo Padura sieht genau hin, lässt aber keinen Zweifel daran, dass für ihn bzw. für seinen Protagonisten Mario Conde Kuba trotz allem das lebenswerteste Land der Welt ist. Ja, Conde bezeichnet sich selbst als geradezu glücklich, denn er war nicht "gezwungen gewesen, die letzten Grenzen der Verkommenheit zu überschreiten, um zu überleben." Für all das steht Padura die Fabulierkunst der lateinamerikanischen Schriftsteller zur Verfügung, die neben ein paar wenigen Deftigkeiten viel Raum für Reflexion und Savoir-vivre lässt.
Und letztlich ist das Buch eine ganz große Liebeserklärung an die Form des Buches selbst, an das Lesen und die Menschen, die Bücher zu schätzen wissen und ihren Wert (ideell wie materiell) kennen. Insofern erinnert mich "Der Nebel von gestern" ein wenig an "Der Schatten des Windes" von Zafón; auch hier wird in einer üppig erzählten Geschichte nebenbei der Wert der Literatur thematisiert. "Der Nebel von gestern" wird wohl nicht so ein Bestseller werden, aber es ist dem Buch eine möglichst große Leserschaft zu wünschen. Verdient hätte es sich das.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
La Habana, 6. August 2009
Ein echt traumhafter Krimi aus Havanna, der nicht nur Krimi ist, sondern auch einen tiefen Einblick in das Leben der Kubaner in La Habana gibt. Ein echter "Must Have" für jeden Weltenbummler und Bücherwurm wie mich.
Muy bien !
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