Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Krönender Abschluss des Havanna-Quartetts, 28. November 2005
„Meer der Illusionen“ ist ein packender, eindringlicher und stiller Roman, der mit seiner Kriminalgeschichte Zeitgeschichte einfängt und erklärt. Mit der Figur des eindrucksvollen, charismatischen Protagonisten Teniente Mario Conde nimmt uns Leonardo Padura mit auf eine Zeitreise in das Jahr 1989, in dem ruchbar wird, das hochrangige Repräsentanten aus Armee und Innenministerium in Drogengeschäfte sowie illegalen Kunst- und Elfenbeinhandel verwickelt sind. Die scheinbar perfekte kubanische Welt einer klassenlosen, sozialistischen Gesellschaft bekommt Sprünge und Risse. In diesem Wendejahr spielen auch die vier Romane des Havanna-Quartetts und finden in „Meer der Illusionen“ einen krönenden Abschluß. Seine Meisterschaft zeigt Leonardo Padura vor allem darin, diese geschichtlichen Ereignisse in Einzelschicksalen abzubilden. Am Beispiel von Mario Conde und seinen Freunden läßt uns der Autor diesen großen gesellschaftlichen und politischen Umbruch erleben und nachempfinden - eingebettet in spannende Kriminalhandlungen. Die vier Romane des Havanna-Quartetts „Ein perfektes Leben“, „Handel der Gefühle“, „Labyrinth der Masken“ und „Meer der Illusionen“ sind faszinierende, großartige Romane, denen man viele, viele Leser wünscht. Sehr empfehlenswert!!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Guter Abschluss des Quartetts, 27. Juni 2007
Mario Conde nähert sich seinem 37. Geburtstag und feiert seine Kündigung von der Polizei. Er betrinkt sich durchgängig und wartet sehnsüchtig auf die Ankunft des Hurrikan Félix.
Am dritten Tag dieser Selbstzerstörung bekommt er Besuch von seinem Partner, der ihn zur Arbeit abholen will. El Condes Antrag ist abgelehnt worden und Rangels Nachfolger hat einen Mordfall an der Hand, für den er El Conde einsetzen möchte. Und so untersucht el Conde den Fall eines reichen und einflussreichen Kubaners, der mit einem Spezialvisa aus seiner Fluchtburg in Miami auf die Insel gekommen war, nur um eines Morgens aus dem Meer gezogen zu werden, erschlagen mit einem stumpfen Gegenstand und mit den eigenen Genitalien in seinem Mund.
Wieder führen die Ermittlungen weit zurück in Kubas politische Geschichte und damit auch in Marios eigene Vergangenheit in dieser Geschichte. Und zusammen mit Kuba und der Polizei, deren Teil er gewesen ist beginnt auch Mario sich mehr und mehr aufzulösen.
Im Laufe der Geschichte die immer mehr autobiographische Signifikanz bekommt, wie ein Interview am Ende des Buchs zeigt wendet sich El Conde immer mehr von seiner überaus erfolgreichen zehnjährigen Karriere als Polizist ab und der noch unsicheren Karriere als Schriftsteller zu, als sich der Hurrikan der Insel nähert und nicht nur sein Leben durcheinander wirbelt, bevor nur wenige Monate später der Fall des eisernen Vorhangs die sozialistische Welt absolut durcheinander wirbelt.
Dies ist nun also der letzte Band des Havanna-Quartetts, aber nicht die letzte Geschichte über El Conde, die in dem Titel Adiós, Hemingway und Paduras neuestem Titel fortgesetzt wird und dabei seinen Weg als Schriftsteller und natürlich weitere Erinnerungen an sein früheres Leben darstellt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nomenklatur, 3. April 2008
Leonardo Padura schafft vor allem eins: Er verschafft seinen Leser ein Bild von Kuba abseits der Massenaufmärsche und Durchhalteparolen, aber auch abseits von den Heilsversprechungen, die von außen hineingetragen werden. Sein Teniente Conde ist kein Gegner Castros, er hat sich arrangiert, auch wenn er sich eingestehen muss, dass dies nicht in einem Land ausreicht, dessen Visionen längst gestrandet sind. Sein Umgang mit der Enttäuschung besteht darin, dass er jene nicht verschont, die sich in der Führungsriege etwas zu Schulden kommen lassen. Er spürt sie auf, will sie anklagen, obwohl sie alle, dass Scheitern längst zum Programm erhoben haben. Dass Padura einen Hurrikan heraufziehen läßt, in der Hoffnung darauf, dass kein Stein auf dem anderen bleibt, plötzlich die Aussicht auf Zukunft besteht, mag dabei ein Wunschdenken in einem Land sein, dass bleiern daniederliegt. Paduras Kriminalromane zeigen jedoch auch, dass Leben in ihm ist. Das mag fast schon nach Optimismus klingen, ist jedoch vor allem eine gnadelose wehmütige Analyse Kubas unter dem Deckmantel eines Kriminalfalles.
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