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Der Bauch des Ozeans
 
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Der Bauch des Ozeans (Taschenbuch)

von Fatou Diome (Autor), Brigitte Große (Übersetzer)
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 273 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2., Aufl. (Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257235216
  • ISBN-13: 978-3257235210
  • Originaltitel: Le ventre de l'Atlantique
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 181.597 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Charmante Abrechnung - Fatou Diomes Roman «Der Bauch des Ozeans» Eine senegalesische Autorin im Diogenes-Verlag? Die Kenner der hiesigen Verlagsszene werden sich verwundert die Augen reiben, was es mit dieser Neuerscheinung wohl auf sich habe. Der Reklametext auf dem Buchrücken gibt denn auch bereitwillig Auskunft: Über 200 000-mal hatte sich das französische Original verkauft, was den Zürcher Verlag zu dem aussergewöhnlichen Schritt veranlasst hat. Allerdings stellt sich die Frage, ob der deutschen Übersetzung von Fatou Diomes «Der Bauch des Ozeans» ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird wie der Originalausgabe. Diese Skepsis hängt nicht mit der Qualität des Romans zusammen, sondern vielmehr damit, dass das deutschsprachige Publikum nicht dieselbe ambivalente Beziehung zu dem westafrikanischen Land unterhält wie die Bevölkerung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Über die Verlagspolitik kann sich der Leser aber getrost hinwegsetzen, bekommt er mit «Der Bauch des Ozeans» doch einen mutigen Roman über die Schwierigkeiten der Interkulturalität vorgelegt, der für die neokolonialistischen Peinlichkeiten einer Corinne Hofmann oder eines Ryszard Kapuscinski entschädigt. Denn Fatou Diomes Alter Ego Salie berichtet von ihrem einsamen Leben als afrikanische Immigrantin, die sich ihrer Heimat auf unwiderrufliche Weise entfremdet hat und in Europa dazu verdammt ist, eine Aussenseiterin zu bleiben. Wer nur ein wenig mit den senegalesischen Erzählkonventionen vertraut ist, erkennt, dass sich hinter den charmanten Episoden des Romans eine schonungslose Kritik der senegalesischen Gesellschaft verbirgt: Sämtliche ihrer Mitglieder – vom herzlosen Familienpatriarchen über nach Geld und Ruhm gierende Jugendliche und dümmliche Dorffrauen bis zum lüsternen Religionsführer – bekommen ihr Fett ab. Die Ich-Erzählerin macht aber Heuchelei, Intoleranz und Ungerechtigkeit nicht nur in ihrer ehemaligen Heimat aus, sondern auch in Europa. Hier werden die Ausländer die ersten Opfer von korrumpierten gesellschaftlichen Werten, die nichts mehr mit den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu tun haben. Allerdings findet die intellektuelle Leistung der Autorin, den Klischees der Interkulturalität (meist) erfolgreich aus dem Wege zu gehen, keine Entsprechung auf ästhetischer Seite. So nett die Aneinanderreihung von kleinen Geschichten aus dem Leben ausgewanderter oder auswanderungswilliger Menschen auch ist, es gelingt der Autorin kaum je, ihren Figuren ein literarisches Eigenleben zu verschaffen; das Gefühlsleben der Charaktere wird meist nur behauptet und selten veranschaulicht. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben die eingesetzten Stilmittel plump. Das gilt auch für die titelgebende Metapher vom «Bauch des Ozeans», deren existenzialistische Konnotationen angesichts der fatalistischen Mentalität des Romanpersonals enttäuschend unausgelotet bleiben. Trotz dem beschränkten literarischen Anspruch ist Diomes Roman aber dank der charmanten Behandlung tiefgreifender gesellschaftlicher Konflikte dennoch lesenswert. Frank Wittmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


literature.de, 30. November 2004

Leben wie Gott in Frankreich. Das ist der einzige Gedanke, den viele Senegalesen hegen. Dort liegt das große Geld und man muss nicht viel dafür tun. Ja sogar für das Auflesen von Hundekötteln soll man dort ein Gehalt vom Staat erhalten. Doch der Weg über den großen Ozean ist oft sehr viel schwieriger, als es sich die jungen Senegalesen vorstellen. ... Mit ihrem ersten Roman "Der Bauch des Ozeans" gelingt es Fatou Diome, die oft harte Realität eines Senegalesen in Frankreich einfühlsam und zugleich faszinierend zu schildern...

(c) Désirée Drothen - literature.de - Das Literaturportal -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Zwischen dritter und erster Welt, 9. Oktober 2005
Von H. P. Roentgen "Textkraftmoderator" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Der Bauch des Ozeans (Gebundene Ausgabe)
Niodor, eine kleine Insel im Senegal. Die Jungen hängen vor dem Fernseher, spielen Fußball und träumen von einer großen Fußballkarriere in Frankreich. „France", das weiß jeder, reimt sich schließlich auf „Chance". „Sie zahlen in Frankreich sogar dafür, dass Leute Hundeköttel aufsammeln", erzählen sie sich.

Und jeder, der zurückkommt aus dem goldenen Paradies fügt einen weiteren Baustein in diesen Mythos ein. Die Verwandten, Bekannten, ja das ganze Dorf werden zum Festmahl geladen, Geschenke verteilt und der Rückkehrer erzählt davon, wie reich und schön es in Frankreich zugeht.

Dass die Afrikaner in Frankreich die Schwarzen sind, die schlechten Jobs haben, wenig Geld verdienen, erzählt keiner. Das hieße zugeben, dass man es nicht geschafft hat. Und das will keiner, das kann keiner, er wäre sofort als Verlierer geächtet. Und schon gleich gar nicht erzählt man, was die erwartet, die illegal ins Land kommen. Löhne weit unter dem Existenzminimum, jederzeit droht die Abschiebung.

Frankreich, die ehemalige Kolonie, ist immer noch das große Vorbild. In Frankreich ist alles besser, schöner, größer. Selbst der Fußball. So sitzen die Jungen vor dem Fernseher, verfolgen die Spiele der Equipe tricolore und die der französischen Liga. Viele Senegalesen spielen in den Vereinen. Da sieht man es ja, jeder hat eine Chance. Nur im Senegal nicht, da sind sie sich auch einig.

Die Ich-Erzählerin Salie lebt in Frankreich, legal, aber muss sich durch Putzjobs über Wasser halten. Ihr Bruder Madicke liegt ihr in den Ohren, dass sie ihn nach Frankreich holen soll, zur Not auch illegal, ohne Visum. Sie erzählt ihm, was ihn als Illegalen erwartet, aber das will er nicht hören.

Doch dann kommt diese Weltmeisterschaft, an der Senegal teilnimmt. Und, was keiner der Jungen erwartet hat, geschieht. Senegals Mannschaft spielt besser als das große Vorbild. Und endlich kann die Schwester ihren Bruder überreden, dass sie ihm einen Laden kauft, statt einer Flugkarte.

Wir erleben das kleine Dorf, in dem jeder jeden kennt, jeder für jeden einsteht, aber auch alles und jedes durch die überlieferte Tradition und den Islam geregelt wird. Männer beweisen ihre Männlichkeit durch die Zahl ihrer Kinder und die ihrer Frauen. Die haben nichts zu sagen und ein uneheliches Kind ist eine unfassbare Sünde.

Der Roman spielt in zwei Welten: Im Senegal und in Frankreich, schildert beide, beschönigt keine. Das Leben der Immigranten in Frankreich lernen wir kennen und das in dem senegalesischen Dorf. Das ist unbestritten die Stärke des Romans.

Leider hat er auch Schwächen. Denn er hat Längen, die es manchmal schwer machen, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Da wird oft viel erklärt, statt es in Szenen zu zeigen und auch der Stil klingt manchmal schon sehr bemüht. Letzteres könnte natürlich auch an der Übersetzung liegen.

Fazit: Eine gute Schilderung zweier Welten, aber mit deutlichen Mängeln in Aufbau und Stil

(C) Hans Peter Roentgen

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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und kritisch, 31. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Diese Rezension stammt von: Der Bauch des Ozeans (Gebundene Ausgabe)
Kritisch, aber auf sehr unterhaltsame Weise und dennoch menschlich berührend setzt sich die Autorin mit ihrer Heimat und Europa auseinander.

Gelungenes Erst-Werk, das vor allem das Leben in einer "globalisierten" Welt der Gegensätze thematisiert - aus dem Blickwinkel einer modernen Frau, die überall und nirgends ihre Heimat findet.

Hoffentlich gibt es bald ein weiteres Werk der begabten Autorin.

Ein sehr gutes Buch für jene, die Senegambia kennen oder kennenlernen wollen. Es zeichnet ein realistisches Bild vom Leben in (West-)Afrika abseites der Fernzielkataloge, Touristenpfade und Clubidylle - auch wenn die Handlung in Mbour, Kaolak oder im Sine Saloum spielt.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwei Welten mit zwei Augen gesehen, 19. Januar 2008
Dieses Buch sollte jeder mal gesehen haben , der Vorurteile gegen Afrika und deren Bewohner hat.
Fatou Diome verwendet eine wunderbare und bilderreiche Sprache in ihrem Buch.
Man sieht nun die Welt mit ihren Augen. Das dekadente und satte Frankreich (stellvertretend für Mitteleuropa) und das hungrige Afrika.
In beiden Ländern ist sie nun eine Fremde. Dies macht sie sehr einsam , aber andererseits eröffnet es ihr Blickwinkel und Einsichten , die sie sonst nicht bekommen hätte.

Ein wundervolles Buch !
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3.0 von 5 Sternen interessant, aber nicht wirklich fesselnd
Das Buch wurde von einer klugen, mutigen Afrikanerin geschrieben und enthält viele interessante Informationen über die Lage junge Menschen in Afrika sowie die Probleme der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Juli 2005 von Celia

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