Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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67 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Hör-Erlebnis, 14. August 2006
Herr Sommer ist eigentlich nur die Staffage um eine ziemlich persönlich gehaltene Novelle, die genauso skurriles und ironisches, wie tragisches und heiteres erzählt. Man könnte diese kleine Geschichte autobiographisch nennen, der Erzähler eilt genauso durch seine eigene Kindheit wie Herr Sommer stumm, mit einem immer leer wirkendem Rucksack und einem langen, merkwürdig gewundenem Wanderstock von einem Dorf zum anderen, um den großen See herum oder in die nächste Kreisstadt. Er genauso geistert durch die Landschaft wie durch die Tag- und Alpträume eines kleinen Jungen durch die Landschaften.
Patrick Süskind erzählt intensiv und nachhaltig, malt vor unserem inneren Auge so wunderbare farbenfrohe Bilder, dass der Hörer sich mitten in der Geschichte wähnt! Die einzelnen Sequenzen zeichnen sich durch eine unglaubliche Sprachgewaltigkeit und Genauigkeit aus, wirken aber nichts desto trotz lyrisch und federleicht.
Genießen Sie Hans Kortes herrlich ins Ohr gehenden Bass. Er zelebriert Patrick Süskinds Texte geradezu und macht diese mit seinem schauspielerischen Können zu einem lebendigen, charmanten und virtuosem Erlebnis.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch welches man nicht leicht vergißt, 6. Juni 2003
Ich habe das Buch gelesen. Ich habe die Rezensionen über das Buch gelesen. Ich halte Sie für alle daneben interpretiert. Die Geschichte von Herrn Sommer ist weder eine kleine Novelle über die Kindheit weder eine Geschichte über Herrn Sommer, eine bestimmte Zeit, Klavierlehrern oder Rotzpopeln. Dieses Buch behandelt als Zentralthema, im Ich Stil, den Suizid und die mit ihm verbundenen Fragen und Antworten.
Schon allein der Schleier hinter dem Süskind dieses heikle Thema vom Sinn des Lebens erzählt, verrät die hoch entwickelte Schreibkunst des Autors. Mir blieb der Atem weg, als er mit einer so unbestechlichen Klarheit, einer so perfiden Naivität, den Jungen auf die Rotfichte klettern ließ, alles im Ich Stil, und ihn an den Abgrund führte. Ich war und bin überzeugt, das es kein anderes Buch gibt, das in so wenigen Zeilen, ein so in der Öffentlichkeit verpöntes Thema wie den Freitod, in so einfacher Art und Weise, den Leser durch die Dramatik der eigenen Existenz geführt. Um es in seinen Worten zu sagen, "ich wurde in die Tiefe gelockt und gezogen, die mich umarmte und es mir leicht machte wie ein Kinderspiel".
Ich liebe dieses Buch!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So lassen wir Herrn Süskind in Ruhe..., 23. September 2004
"Die Geschichte von Herrn Sommer" war ein recht kurzes Lesevergnügen. Die ganze Erzählung ist einer Art Plauderton geschrieben worden, so als würde der Autor einem guten Freund aus seiner Kindheit erzählen. Er beginnt, von Herrn Sommer zu erzählen, der zu seiner Kindheit in dem kleinen Dorf mehr oder weniger gehörte und schweift erst einmal ausgiebig ab. Er erzählt von seinen Kindheitserlebnissen, und dies in einer Erzählweise, die sehr gut gemacht ist: In zum Teil sehr langen Sätzen beschreibt er Erlebnisse in einer Art, die liebenswert ist und die dem Leser das Gefühl vermittelt, wirklich zu plaudert. Erzählt man selbst eine oder mehrere „Schoten" aus früherer Zeit, so kennt man es ja selbst: Man erzählt eine Gegebenheit und kommt nebenbei auf ein anderes Thema aus der Zeit zu sprechen und dabei gerät man wohlmöglich auch noch vom Hundersten ins Tausendste - genauso hat es der Erzähler hier in der schriftlichen Form gemacht. Die Art, wie Patrick Süskind erzählt, erinnert zunächst an einigen Stellen an eine Art Satire, weil Erlebnisse charmant-witzig beschrieben werden, so dass man aus dem Schmunzeln fast nicht mehr heraus kommt. Doch es ist keine Satire. Eine „Anekdote" des Autors ist eine Geschichte, in der er seinen Klavierunterricht bei einer ältlichen Dame beschreibt: Er, der schüchterne kleine Junge, und sie, die strenge Klavierlehrerin, die ihm unterstellt, er hätte Dummheiten gemacht, die er gar nicht gemacht hatte - köstlich beschrieben! Man kann so richtig nachempfinden, wie man sich ungerecht behandelt fühlte, als man noch Kind war, und man doch zu gut erzogen war und auch zu schüchtern, um die Angelegenheit richtig zu stellen - zudem ließ die Klavierlehrerin den Jungen gar nicht zu Wort kommen, als er einen Widerspruch zaghaft versuchte. An anderer Stelle verfährt Patrick Süskind ähnlich: Bei der Beschreibung, wie er von einem Baum fiel, fügt er das „Galileiesche Fallgesetz" ein: „Mein schlimmster Sturz ereignete sich in demselben Schuljahr. Er erfolgte aus viereinhalb Metern Höhe von einer Weißtanne, verlief haargenau nach dem ersten Galileieschen Fallgesetz, welches besagt, dass die durchfallende Strecke gleich dem halben Produkt aus Erdbeschleunigung und Zeit im Quadrat ist (s = g x t Quadrat), und es dauerte infolgedessen exakt 0,9757862 Sekunden." An diesen Stellen sind solche Abschweifungen in Form von haargenauen schülerhaften Darstellungen physikalischer Gesetze ganz witzig und zum Glück übertreibt der Autor nicht, in dem er noch weitere davon in seine Erzählung einbaut. Ansonsten wäre es nicht mehr witzig und würde langweilen. All solche „Scherze" sind innerhalb der Erzählung gut verteilt worden. Auf jeden Fall ist es auch ein Buch, das man so schnell nicht vergessen wird, weil es ungewöhnlich ist und etwas sonderbar. Mir geht es so, dass ich keine Antwort darauf geben kann, was nun der „Sinn und Zweck" dieser Erzählung sein soll. Muss ein Buch überhaupt einen Sinn und Zweck haben, frage ich mich, kann es nicht einfach unterhalten und zum Nachdenken anregen? Ich würde schlicht sagen, dass es in dieser Erzählung eine Mischung aus verschiedenen Aspekten gibt: die Bewältigung von Kindheitserlebnissen, eine Beschreibung der „damaligen" Zeit (Strenge, und damit verbunden auch ein wenig Anklage gegen zu viel Strenge) und vielleicht auch noch Gedanken darüber, dass man sich umbringt, weil man gerade „ganz unten" ist, dies aber gar nicht ernst meint - und wenn man dann noch „live" miterlebt, wie sich ein anderer das Leben nimmt...
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