Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
erheblich zu leicht, 2. August 2007
Ich war sehr gespannt auf das Buch. Habe von Nothomb glaube ich alles gelesen, (u.a. das geniale Buch "Der Professor" Kurz und knapp und klasse). Der Klappentext von Reality-Show: riskant, aktuell, evtl. eine geniale Idee??... Die Umsetzung: eben erheblich zu leicht. Das Nothomb aus der starken Idee des KZ-BigBrother kein 800 Seiten Buch gemacht hat, sich um rechtliches und die ganzen Rahmenbedingungen nicht "gekümmert" hat, finde ich eher noch zusätzlich genial, aber wenn so eine Idee in so ein kurzes, knappes Buch gepackt wird, müssen die Sätze um so mehr stimmen. Das tun sie nicht, die Charaktere bleiben blass, fast kitschig, je länger ich las umso enttäuschter war ich. Eine gute Idee reicht nicht, die hatte auch schon Saramago in "Stadt der Blinden", mit dem Unterschied das Saramago im Gegensatz zu Nothomb es schafft, eine geniale Parabel über das Zusammenleben von Menschen zu schreiben, ohne das von Nothomb benutzte Setting eines KZs zu bemühen, an welchem Nothomb ganz eindeutig scheitert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
NICHT ÜBERZEUGEND UND DAZU NOCH SCHLECHT GESCHRIEBEN, 27. Oktober 2007
Ich beziehe mich hier auf das französische Original, aber ich bezweifle, dass ein noch so guter Übersetzer das Buch besser machen könnte.
Von Amélie Nothomb kannte ich bisher nur "Stupeur et Tremblements" (Mit Staunen und Zittern), was mir aber sehr gefallen hat. Als ich in Frankreich auf dieses Buch hier stieß, dass stolz den Sticker prix des lecteurs 2007 des Verlages livres de poches trug, dachte ich, das nehme ich mit.
Als ich gestern zu lesen begann, war ich schon erstaunt, wie knapp die Geschichte erzählt wird. In zwei kurzen Seiten wird erklärt, dass die neue Reality Show "Concentration" beginnt und dass unter anderem Pannonique, eine unschuldige Bürgerin auf einem Spaziergang, plötzlich verhaftet und in eben dieses Konzentrationslager verschleppt wird. Nun hatte ich mir zumindest einen kleinen Einblick in das "Leben", oder sollte man sagen, Überleben in einem solchen Camp erwartet. Natürlich kennt jeder die Bilder aus dem Geschichteunterricht, aus Filmen und anderen Büchern, aber wenn Frau Nothomb erwartet, dass ich als Leser entsetzt und empört darüber bin, dass Menschen in solchen Umständen gefilmt werden, dann muss sie auch zumindest ganz kurz diese Umstände beschreiben.
So wie sich das Buch liest, fühlt man sich eher, als würden die Gefangenen zwar geschlagen und mit Hunger und Durst gequält, aber dann sitzen die doch auch alle wieder mal nett beisammen und unterhalten sich über Gott und die Welt - und das alles fast sorglos. Tut mir Leid, aber sowas finde ich einfach schrecklich und einfach nicht überzeugend. Auch, wenn das ganze als Satire gedacht ist.
Darüber hinaus bleiben alle Charaktere schrecklich blass und dazu uninteressant. Von mir aus hätte Pannonique schon auf Seite 10 abkratzen können, nur dann hätte die Autorin gar nichts mehr zu berichten gehabt von ihrer überirdischen Schönheit. Zdena, eine der Aufseherinnen, und ihre Bezihung zu Pannonique hätte vielleicht noch Potential gehabt, welches aber von der Autorin nicht ausgenutzt wurde. Alle anderen Charaktere, ob sie nun Nummern oder Namen haben, waren mir derart egal, dass ich mich wiederum frage, wie eine Autorin es fertig bringt, über ein Konzentrationslager zu schreiben und einen derart nüchternen Emotionszustand bei mir zu hinterlassen. Hm...
Für mich ein völlig überflüssiges Buch, das am Thema - nämlich den erschreckenden Trend, den Reality Shows gehen - voll vorbeiprescht und sich in teiweilse grauenvoll kitschigen Stellen und teilweise lächerlichen Verlgeichen mit Gott verrennt. Nein danke.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Spannendes Gedankenexperiment, mäßig gelungene Umsetzung, 24. Februar 2007
Wie weit könnnen die Medien gehen? Wie weit reicht der öffentliche Voyeurismus a la BigBrother und ähnlicher Reality-Shows? - Wichtige Fragen, die in diesem Buch von Amelie Nothomb aufgeworfen werden. In Reality-Show sind die schlimmsten Szenarien Wirklichkeit geworden. Die Sendung "Konzentration" zeigt den Alltag in einem Konzentrationslager. Die Insassen sind willkürlich Verhaftete, die Wärter, Kapos genannt, konnten sich für die Sendung bewerben. Die eigentliche Story spielt sich zwischen zwei Frauen ab, Kapo Zdena und der Gefangenen Pannonica. Machtausübung verwandelt sich schnell (und ich verrate damit nicht zu viel) in eine sehr einseitige Art von Liebe.
Der Roman beschreibt sehr wenig, Inhalte beschränken sich vorwiegend auf Gedanken und Gespräche, was eine etwas theaterhafte, leider auch unrealistische Atmosphäre entstehen lässt. Andererseits wäre es schwierig in einer, ja recht kurzen Geschichte, viel an Beschreibung unterzubringen. Die Hauptakteure sind sehr klischeehaft dargestellt, absolute Bösartigkeit und Ignoranz gegen absolute Heldenhaftigkeit. Tatsächlich ist die Figur der Pannonica fast als die einer Heiligen gezeichnet. Die anderen Gestalten auf dem Nebengleis, völlig farblos, kulissenhaft. Die Darstellung grenzt ans Allegorische und damit kann ich leider recht wenig anfangen. Der oft eingebrachte Vergleich mit den Konzentrationslagern der Nazis drängt sich natürlich auf, aber auch hier muss man sich die Frage stellen, ob dieser Vergleich im Rahmen einer solchen Geschichte überhaupt gestattet ist. Es kommen darin auch Menschen zu Wort, die in diesem TV-Lager eingesperrt sind und den Holocaust überlebt haben. Naja, zumindest diskussionswürdig.
Wenn man kleinlich sein will, stören auch noch Details, z.B. die Geschichte mit der zugesteckten Schokolade, die über Monate hilft, eine ganze Einheit aus dem Lager auf den Beinen zu halten, oder, dass es zwar täglich Hinrichtungen gibt, aber man nichts über neue Gefangene erfährt, die in das Lager gesteckt werden, da ja sonst irgendwann nur noch wenige Insassen vorhanden wären. Oder auch, dass die Macher der Sendung ihre Möglichkeit nicht nutzen unerwünschte Aussagen der Gefangenen herauszuschneiden.
Fazit: Als Gedankenexperiment zwar spannend, aber als Geschichte zu dünn und klischeehaft und deshalb auch nicht unbedingt geeignet, tiefgründigere Diskussionen über das Thema "Medien, Macht und Moral" in Gang zu bringen.
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