Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Per aspera ad astra ohne Leid kein Preis, 5. Oktober 2005
"Vincent" ist ein Roman, der sich nicht so leicht in eine Schublade stopfen lässt. Ein großer Löffel Satire, eine Prise Utopie, ein Spritzer thrillerhaftes Drama, abgeschmeckt mit einer Messerspitze Herz-Schmerz. "Vincent" ist ein Roman, der sich jeglichem Vergleich zu entziehen scheint und der auf seine Art einzigartig ist. Nicht zuletzt auch deswegen ist die Lektüre ein ausgesprochener Genuss.Harlan, Ich-Erzähler und Hauptfigur pflegt ein ganz besonderes Verhältnis zu dem jungen Nachwuchskünstler Vincent. Als sein Mentor spornt er ihn an, steht ihm als Freund zur Seite und fügt ihm dennoch ständig Leid zu, um seine künstlerische Schaffenskraft zu beflügeln. Das Verhältnis der beiden hat dadurch einen recht merkwürdigen Charakter. Man schließt Harlan als Leser dennoch ins Herz. Er ist sympathisch und man versteht ihn irgendwie, wie er gefangen ist, zwischen seinen Rollen als Don Quijote der Kultur und als Handlanger der Unterhaltungsindustrie. Vincent bleibt mehr oder weniger blass, fast schon abstrakt und fremd. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil. Man kennt genügend leiderprobte Künstler, um sich ein Bild von ihm zu machen. Das Kurt-Cobain-Bild auf dem Buchdeckel ist da nur eine mögliche Assoziation, die sich aufdrängt. Zu Beginn mag man "Vincent" in erster Linie für eine Satire halten. Der Roman hat seine unverkennbar humoristischen und sarkastischen Seiten. Wenn Harlan in der Chefetage des weltweit wichtigsten Medienkonzerns durch die Fernsehkanäle zappt und gnadenlos über alles herzieht, was dort zu sehen ist, während ihm gegenüber die Menschen sitzen, die genau diesen Unsinn verzapft haben, so ist das schon ganz besonders erheiternd. Aber darüber hinaus ist "Vincent" auch die Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen Künstler und Mentor, eine Geschichte um wahre Kunst und echte Künstler und nicht zuletzt ein Drama um Liebe, Schwermut, Verlust, Enttäuschung und Ausbeutung. "Vincent" ist ein Roman, der wunderbar vielschichtig ist, der gleichermaßen unterhält und nachdenklich stimmt, der zum Lachen ermuntert und den Leser rührt. FAZIT: "Vincent" ist ein außerordentlich erfrischendes und unterhaltsames Buch, das all denen besonders Spaß machen dürfte, denen der kommerzialisierte Mainstream zuwider ist. Eine originelle Geschichte, die sehr gelungen mit einer Mischung aus Satire und Dramatik umgesetzt wurde. Für mich zählt das Buch schon jetzt zu den Toptiteln des Jahres.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
die Leiden des jungen Künstlers, 8. August 2006
Vincent heißt das hochbegabte Kind, welches in Joey Goebels gleichnamigen Roman ausgesucht wird, die Welt vor dem kulturellen Untergang zu bewahren. Dafür wird das Genie auf ein eigens dafür errichtetes Begabtenkollege geschickt, für das sich ein alternder, frustrierter Medientycoon namens Foster Lipowitz verantwortlich zeichnet, der zeit seines Lebens die Welt mit anspruchsloser, billiger Unterhaltung verseuchte. Sein schlechtes Gewissen brachte ihn auf ein, milde ausgedrückt, moralisch-verwerfliches Förderungs-Konzept seiner ausgesuchten Künstler in spe: fundierend auf der These maximale Kreativität durch maximales Leiden engagiert Lipowitz sog. Manager für jeden seiner Künstler, welche die Aufgabe haben, den virtuosen Genies das Leben schwer zu machen, um so aus ihnen die größtmögliche Kunst herauszuquetschen. Sein Konzept scheint aufzugehen: Harlan Eiffler, Vincents Manager, sorgt mithilfe aller erdenklichen Mittel für die nötigen Schicksalsschläge im Leben des begabtesten Schülers von Lipowitz Kollege, dafür gelingen Vincent auch die anspruchsvollsten Songtexte, Drehbücher und Serienkonzepte. Doch wie lange kann das gut gehen?
Dem Schriftsteller Joey Goebel gelingt mit Vincent ein herausragend-innovativer Roman, der gekonnt zwischen furchtbar traurigen und überraschend-witzigen Passagen hin und her springt. Hervorzuheben ist ebenfalls das überraschende Ende, welches sowohl bezüglich des Stils als auch des Inhalts einem Bruch gleichkommt. Und gerade diese Tatsache machte das Beiseitelegen des Romans gegen Ende für mich so schwierig. Denn der in Kentucky aufgewachsene Amerikaner trifft (und hält über 432 Seiten) einen angenehm unkomplizierten Ton, der auf weitere literarische Höhepunkte wie diesen hoffen lässt. Man könnte fast meinen, Vincent selbst habe den Roman verfasst
Großartig!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
höchstleistung durch ständiges Leiden, 26. Oktober 2005
Nicht nur weil ich mir mit diesem Autor den Nachnamen teile finde ich dieses Buch äusserst gelungen. Der 25-jährige Joey Goebel hat einen tollen Roman geschrieben, der vor allem denjenigen gefallen dürfte, die von der heutigen Massenkultur im Pop/TV/Kino total genervt sind und richtig gute Kunst vermissen. Genau aus diesem Grund wird die Firma New Renaissance gegründet von einem älteren Mediengiganten, der zum Abschluss seines Lebens nochmal für gute Kunst sorgen will. Die Firma sucht unter vielversprechenden jungen Talenten einen aus, Vincent, dem ein Manager zur Seite gestellt wird, der dafür sorgen muss, dass diesem jungen Talent nie die Ideen ausgehen und er hochwärtige Songs und Drehbücher etc. verfasst. Dafür ist fast jedes Mittel recht. Damit Vincent richtig leidet und dies dann in seinen Werken verarbeitet, wird sein Hund umgebracht, seine Freundinnen werden so lange bearbeitet bis sie die Finger von ihm lassen, er wird zum Alkoholiker gemacht und und und. Das Resultat: Vincent schreibt tatsächlich hervorragende Songs und Drehbücher und andere stecken den Ruhm dafür ein. Ob irgendwann die Bombe platzt und Vincent von der totalen Manipulation erfährt, die sein Leben begleitet, will ich hier nicht verraten. Ein wirklich lohnenswertes Buch, dass die heutigen Medien aufs Korn nimmt und bei der ein und anderen Person des Romans lässt sich ziemlich schnell erraten, wer von unseren heutigen US-Promis gemeint ist. Toll geschrieben und absolut filmreif.
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