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von Martin Suter
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In der Folge zeichnet Martin Suter ein gnadenloses Bild des modernen Literaturbetriebs zwischen Lesungen in Provinzkäffern und besoffenen Abenden auf der Frankfurter Buchmesse, Verleger überstürzen sich in Vorauszahlungen und Lektorinnen bieten sich als Agentinnen an. Doch Jacky, mittlerweile in einem besseren Hotel wohnend, hat seinen Möchtegern-Schriftsteller im Griff. Der Ausgang der Geschichte sei hier natürlich nicht verraten, nur so viel: Martin Suter lässt den gefesselten Leser in einer doppelten Volte sanft auf dem Boden landen.
Ein stilsicherer Roman wie man es von Suter gewöhnt ist, humorvoll und nicht ohne bösartige Seitenhiebe. Die Personen sind glaubwürdig, David manchmal mit einer fast ärgerlichen Naivität geschlagen. Die Umgebungen skizziert Suter stimmungsvoll und mit einem sicheren Blick für den nebensächlichen Alltag. Ein feines Buch, feine Unterhaltung. --Martin Walker
Aus der Amazon.de-Redaktion
"Lila, Lila ist der Roman, auf den wir so sehnlich gewartet haben: Das Ende der Knabenwindelprosa." Wenn der gefürchtete Großkritiker Joachim Landmann eine Rezension mit diesen gemeißelten Worten beendet, lobt er nicht einfach ein Buch. Er lanciert eine Debatte. Diesmal: das Ende der postmodernen Literatur, die Rückkehr zu alten Werten und großen Themen. Folglich geschieht, wovon Legionen von Lektoren und Verlegern träumen: Lila, Lila, der bislang kaum beachtete Erstling des jungen David Kern, stürmt die Bestsellerlisten; die Medien reißen sich um den frisch gebackenen, schüchternen Star. Dumm nur: David ist nicht der Autor dieser tragischen, in den muffigen Fünfzigern spielenden Liebesgeschichte. Der unscheinbare Aushilfskellner hat das Manuskript in einem Nachttisch vom Trödler gefunden und gibt den Text, um die schöne Marie zu erobern, als eigenen Schreibversuch aus. Die beiden werden ein Paar, die allem Schöngeistigen heftig zugetane Marie schickt das Manuskript heimlich an einen Verlag -- und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Zugegeben -- die Story um "Liebe, Treue, Verrat und Tod" besitzt nicht eben den Tiefgang eines Hochseedampfers. Doch aus der Feder eines Martin Suter, seien wir ehrlich, würde sogar das Telefonbuch zum Pageturner. Wer Suters Romane Small World und Die dunkle Seite des Mondes atemlos und in einem Rutsch ausgelesen hat, wird auch diesmal nicht enttäuscht. Lila, Lila schnurrt mit der Präzision einer Schweizer Herrenarmbanduhr ab. Ob schicke Szenebar, Frankfurter Buchmesse-Rummel oder das Elend eines Männerheims, Suter wechselt mit traumwandlerischer Sicherheit Schauplätze und Milieus, schreibt punktgenaue Dialoge und hält die Spannung bis zur buchstäblich letzten Seite.
Bei alldem ist Lila, Lila aber auch eine fein beobachtete und hochkomische Studie über das Making Of eines Bestsellers, ein Blick in den Bauch des Literaturbetriebs -- von Klappentextwahnsinn und Vertragspoker bis zu Buchmessesuff und der Tristesse einer Lesereise durch die Provinz. Eine Berufsgruppe, bislang kaum in den Annalen der Literaturgeschichte zu finden, hat auf Lila, Lila sicher besonders sehnlich gewartet: Der Verlagssekretärin setzt Suter das längst fällige Denkmal. Ihr Urteil, nicht verlegerischer Sachverstand, bringt das Manuskript zwischen Buchdeckel: "Ich habe jedenfalls geweint." --Niklas Feldtkamp
Als Jackie, ein heruntergekommener Alkoholiker, behauptet, der wahre Verfasser des Textes zu sein, will er seinen Anteil am Erfolg. David kann die Fäden nicht mehr selbst ziehen; er ist zum Spielball Jackies, Maries, die ihn als gefeierten Schriftsteller liebt, und der Lektorin Karin Kohler, die ihn als Agentin richtig vermarkten will, geworden. Das Vorbild, die tiefe und reine Liebesgeschichte aus den fünfziger Jahren, nimmt in Davids Leben einen verheerenden, beängstigenden Lauf.
Mit Lila, Lila, erschienen 2004, schrieb Martin Suter eine Hochstaplergeschichte, parallel dazu gibt er tiefe Einblicke in den Literaturbetrieb. Martin Suter, 1948 in Zürich geboren, lebt und arbeitet in Spanien und Guatemala. Für seinen Debütroman Small World erhielt er 1998 den Prix du premier roman étranger. Der Drehbuchautor, Werbetexter und Kolumnist ist ein Meister der lakonischen Bosheit. Weitere Werke: Die dunkle Seite des Mondes (2000), Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements (2000), Richtig leben mit Geri Weibel (2001) und Ein pefekter Freund (2001). Im März 2004 erhielt er die Goldene Diogenes Eule für eine Million verkaufte Bücher.
Daniel Brühl liest die Geschichte. Man hat den 1978 in Barcelona geborenen Schauspieler bereits in zahlreichen Kinofilmen gesehen u. a. in Good Bye Lenin.
Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 357 Minuten, 5 CD. --culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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