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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Limousine mit Wasserbett, 5. Mai 2005
Ein Schriftsteller braucht dringend Geld und Inspirationsquellen. Im Wasserbett einer Limousine braust er ins Spielparadies um fünf tausend Dollar zu verspielen. Der sarkastisch-ironische Roman von Arnon Grünberg überzeugt durch eine klare Sprache, literarisch schön geschaffene Personen und viel Galgenhumor. Der Protagonist hat ein massives Geldproblem. Die erste seiner sieben Kreditkartengesellschaften hat dem Schriftsteller die Karte gesperrt. Er ist mit ungefähr 50'000 Dollar im Zahlungsrückstand. Weil der Verleger seine Werke verramscht, muss Robert G. Mehlmann also dringend etwas Neues abliefern, um wieder zu Geld zu kommen. Feldforschung Doch woher nimmt er seine Ideen? „Feldforschung" nennt er, wenn er beispielsweise mit einer Frau, die er nota bene nicht einmal vierundzwanzig Stunden kennt, in einer Limousine mit Wasserbett nach Atlantic City fährt. Dort versucht er in letzter Hoffnung etwas zu gewinnen, indem er auf die KZ-Nummer seiner Mutter setzt. An wahnsinnigen Ideen fehlt es dem Protagonisten nicht. Der schreibende Mitdreissiger muss verrückt sein: Wer sonst nutzt einen Backofen, um Papiere und Bücher darin aufzubewahren und wer käme auf die Idee, ein polnisch-jüdisches Kochbuch „Kochen nach Auschwitz" zu nennen? Drei Frauen Das erste Kapitel leitet in die Geschichte rund um den unersättlichen Robert G. Mehlmann ein. Der Erzähler, Mehlmanns Sohn, Harpo Saul Mehlmann, erzählt einige interessante Anekdoten über seinen Vater, seine Mutter und die Geschichte seiner Familie. Weiter geht es mit dem wahren Roman, rund um den erfolgreichen Schriftsteller Robert G. Mehlmann. Dieser verbringt sein Leben zwischen drei Frauen. Der Märchenprinzessin, oder anders gesagt, seiner Frau, die, obwohl sie Psychotherapeutin ist, immer mehr Probleme mit Robert bekommt. Daneben unterhält er - vor allem was sexuelle Bedürfnisse betrifft - eine Kellnerin. Schliesslich wäre da noch Rebecca, seine Geliebte, die von seiner Familie liebevoll die hohle Nuss genannt wird. Auch ihr wird er später einen Roman widmen. Zwischen Djian, de Winter und Allen Das Buch liest sich frisch von der Leber weg. Grünbergs Humor und Sarkasmus ist nicht gerade tief dosiert und mit seinen grotesken Situationen vermag er den Leser darum viel zum Schmunzeln zu bringen. Mit Robert G. Mehlmann hat Grünberg einen liebevollen, verwirrten und lebenssuchenden Schriftsteller geschaffen, der sein Leben nur mit der nötigen Portion Galgenhumor meistert. Die Szenen und Dialoge erinnern an Drehbücher von Woody Allen, die bissige Pornografie an Philippe Djian und die Erzählkunst an Leon de Winter. Literarisches Wunderkind Arnon Grünberg wird als der Star und literarisches Wunderkind in der niederländischen Literaturszene gefeiert. 1971 in Amsterdam geboren arbeitete der Schriftsteller nach dem Rausschmiss aus dem Gymnasium als Tellerwäscher, Angestellter einer Apotheke, Verleger und wohnt zurzeit in New York. 2002 erhielt er den Prosa-Literaturpreis des Landes NRW. Unter dem Pseudonym „Marek van der Jagt", veröffentliche Grünberg zwei, unter seinem eigenen Namen, vier Romane.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spuren von Verramschung..., 26. Dezember 2009
... trägt Robert G. Mehlman - seinerseits Schriftsteller, Literat, chronisch Missverstandener - mit sich. Keiner erkennt die Großartigkeit seines Werkes, jeder reiht ihn auf dem absteigenden Ast ein, auf jenem auch die bereits Vergessenen Platz nehmen durften. Doch eine neue Idee wird ihn unsterblich machen, eine Idee, deren Vorschuss die Kreditkartengesellschaften - jede einzeln - kurzfristig beruhigen konnte, der jedoch vor Monaten schon verbraucht war.
Robert G. Mehlmann steht zwischen drei Frauen, seiner Ehefrau - die Märchenprinzessin und Ärztin in einer psychiatrischen Tagesklinik, einer puertoricanischen Kellnerin, die es perfekt versteht, Milch aufzuschäumen (die hole Nuss 1) und einer jungen Frau, die ihm eine Nachricht auf einem Pappkarton hinterlässt und sich damit auf die Reise ihres Lebens einlässt (die hole Nuss 2). Eines haben sie alle gemeinsam, das Verlangen, ihm das Leben zu öffnen - zumal die Schönheit der unzähligen Kleinigkeiten, zumal den Alltag und seine Realität. Doch Robert G. Mehlman leidet - leidet an seinen Verlustängsten und an der Panik, das Leben verstreiche ohne ihn.
"Eigentlich hatte jede Einsamkeit ihren Geruch, das machte es so erträglich: Dass man wie ein Hund daran schnüffeln kann." S58
Zwar bringt er mich ein ums andere Mal zum Lachen, häufiger noch zum Nachdenken, bleibt er auch für mich Leser ein Unverstandener: So zischt tatsächlich Abenteuer um Abenteuer in einer Spontaneität an ihm vorüber, ohne dass er davon Notiz nimmt.
Sehr rasch wechseln die Szenen mit den drei Frauen Robert G. Mehlmans, geben sich ein Gespräch mit der Ehefrau und ein Erlebnis mit der Geliebten (die hole Nuss 1) die Hand und tauschen sich zu guter Letzt im Jetzt mit der Geliebten (die hole Nuss 2).
Sehr intelligenter Unterhaltungsroman! Für mich war dennoch das erste Kapitel - das Erleben des Sohns - jenes, das mich ins Buch gezogen und mir dort einen Platz in der Loge verpasst hat. Der Rest war die Show des Robert G. Mehlmann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Drei Frauen im Leben eines Träumers, 25. September 2007
3 Frauen gibt es im Leben von Robert G. Mehlmann. Die Vergangenheit, das Jetzt und die Zukunft. Diesen Eindruck erhält man zumindest.
Arnon Grünberg schildert die Lebensgeschichte eines Autors, die von Robert G. Mehlmann. Dieser lebt ein Leben voller Aufs und Abs. Seine Kindheit war schon skuril, der Vater ein "Profisportler", die Mutter absolut desillusioniert. Mit dieser Grundlage wird er Autor, das sogar recht erfolgreich, das allerdings nur mit einer Vergangenheitsbewältigung, der Geschichte seines Vaters.
Hinzu kommen Affären, die nichts bedeuten, aber dennoch die Harmonie stören. Eine davon prägt sein Leben (die Vergangenheit), er scheint nicht von ihr lassen zu können.
Doch auch das Schmuckwerk des erfolgreichen Autors hält nicht lange, die Schulden häufen sich, kein neues Buch will gelingen. Auch die Beziehung zu seiner Frau (das Jetzt), seiner Märchenprinzessin, gerät aus alle Fugen. Harmonie wird ein Fremdwort, doch auch eine endgültige Trennung ist nicht in Sicht.
In dieser Situation kommt eine neue Frau (die Zukunft)in sein Leben. Wie ein junger Bock folgt er ihr und scheint willenlos. Der Zog der Schulden wird immer größer, doch Robert G. Mehlmann ignoriert dies. Doch diese junge Frau wirkt als Muße, er findet die Kraft für ein neues Buch, ein eigentlich absurdes Buch, ein Kochbuch, doch das wird ein Welterfolg.
Arnon Grünberg verleiht seinem Buch Leben, indem er durch zahlreiche Nebenhandlungen und Gedankensprüngen ein sehr komplexes Bauwerk erstellt. Dieses wirkt aber nicht steif, sondern vermittelt eine sehr angenehme Leichte.
Er ist ein Könner der Situationskomik. Zahlreiche Anekdoten in diesem Buch sind der Beweis dafür.
Ja, das Buch ist tragisch, es ist aber auch komisch, es ist melancholisch, es ist heiter, es ist weise, es ist wunderbar subjektiv.
Ich kann diese Buch nur empfehlen, wer nichts gegen eine etwas abgedrehte Geschichte hat, ist mit diesem Buch bestens bedient. Versprochen!
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