Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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64 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nur ein einziger Wunsch..., 7. Juni 2003
... mehr sind den einzelnen Protagonisten der fünf Geschichten (oder Märchen) nicht gestattet. Die Leute haben sehr unterschiedliche Ansichten, was für sie wichtig und richtig wäre. Doch zugleich sind sie auch allesamt auf bestimmte Weise bedauernswerte Geschöpfe, die mit dem letztendlich gewählten und erfüllten Wunsch die eine oder andere Überraschung erleben. Es ist sehr flüssig und auch fesselnd geschrieben. Als Leser kommt man schnell an die einzelnen Charaktere heran und in diese hinein. Und jedesmal wird man am Ende einer Geschice von den Folgen jener Wünscherei überrascht. Obwohl man es eigentlich schon ahnt, so ist es dennoch nicht vorhersehbar. Stellenweise ist es ein wenig lang, was die Erklärungen und Vorgeschichte der Leute angeht, aber dennoch ist die Darstellung gut und einfühlsam. Außerdem sollte man ganz genau lesen. Da sind nämlich einige recht versteckte Anspielungen enthalten, die in ihrem Witz die eigentliche Pointe gelegentlich noch übertreffen.
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63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Was wünsch ich mir?, 11. Februar 2003
Erzählt werden Episoden aus dem Leben von fünf Menschen in verqueren Lebenslagen. Sie bekommen Besuch von einer Fee und haben Gelegenheit, einen Wunsch zu äussern. Es sind Erzählungen von grossen Träumen, Ansprüchen und Illusionen und dem Scheitern, von den vielen kleinen Niederlagen im Leben.Es geht um die grossen Träume von einigen Männern - und einer Frau. Dabei klingen die beschriebenen Milieus nach grosser Welt: eine Werbeagentur und der Konflikt von zwei Freunden um die Zukunft der Firma, auch um ihre Stellung in der Firma - ein Drehbuchautor, dem kein genialer Film einfallen will und der es sich mit all seinen Freunden und der Freundin verscherzt - die Gründerin eines Plattenlabels und letztendlich Inhaberin eines Plattenladens und ihr Sohn, ein erfolgreicher Musiker, die sich überhaupt nicht verstehen – ein Groschenheftautor, der Literat und allgemein akzeptiert werden will – der freie Jounalist, der sich nicht damit abfinden kann, und eine Rolle finden muss neben einer berühmten Frau. All diesen muss schnell geholfen werden. Dabei ist die Formulierung des Wunsches an die Fee letztlich sehr schwer: wohin will man, wie formuliert man die Lösung aus dieser Situation. Doch spannend an den Geschichten sind die kleinen Dinge, die Aengste, die Peinlichkeiten, die Alltagsneurosen und die Schwierigkeit, sich aus den selbst gelegten Fallen zu befreien. Dies macht das Buch spannend. Wirklich toll, wie genau die Typen entwickelt werden, wie sie auch ein Bild der “modernen” Zeit beschreiben, in der wir leben. Arjouni hat einen klaren Stil, in dem es mir etwas an Temperament fehlt. Aber wirklich: ein empfehlenswertes, anregendes Buch.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
3, 2, 1, ... und ihr Wunsch ist erfüllt!, 1. Februar 2009
Fünf kreativ schaffende Persönlichkeiten eint alle ein gemeinsames Schicksal, sie werden von einer Fee besucht, die ihnen einen Wunsch erfüllt. Die Zusammenkunft kommt aber nicht von irgendwie, denn alle Protagonisten sehen sich mit dem ein oder anderen Problem konfrontiert. Eine Villa am See, pustet der nun nur noch Angestellte, aber einstige Mitbegründer der Werbeagentur Good Reasons heraus. Das ist aber leider nicht im vorgesehenen Haushaltsbudget der non-profit Organisation der Feen vermerckt, wenn schon etwas Materielles dann bitte nicht über dem Wert eines Geschirrspülmaschine, verkündet die Fee. Und überhaupt, Gesundheit, Unsterblichkeit und Liebe liegen auch nicht im Bereich des Machbaren der heilbringenden Fabelwesen. So muss sich der ausgemergelte WerbeMax schnell was anderes einfallen lassen.
Max, der der damals noch mit visionären Zielen und weltverbesserischen Idealen mit seinem ehemals besten Kumpel Ronni die Werbeagentur Good Reasons gründete. Doch von den Leitlinien nur Werbung für Öko - Schwarzbrot blieb genauso viel übrig wie von dem Vermögen Maxs, welches dieser in sämtlichen Aktien seiner Firma anlegte. Der von Ronni initiierte Börsengang brachte Max jedoch nicht das erhoffte noble Domizil am See, sondern nur noch mehr Ärger in der Firma, denn das Betriebsklima war nun gänzlich im Eimer. Max, der versucht jegliche Ausrutscher seines Chefs auszubügeln wird dabei selbst zur Zielscheibe der Kollegschaft.
Aber auch der Charakter des genialen Filmemachers Paul, der in Saft und Kraft steht, hat so seine ganz individuellen Probleme. Paul, der einen Geisteblitz nach dem anderen hat und die kühnsten Projekte auf die Leinwand bringt, dabei auch noch von allen bewundert wird, fällt auf einmal in den tiefen und düsteren Abgrund der Ideenlosigkeit. Rückzug aus der Gesellschaft ist die Konsequenz, allein die Idee es bestünde die Möglichkeit des Scheiterns verwandelt ihn gänzlich zum geistigen Wrack.
Es mag sein, dass die in Arjounis Werk skizzierten Darsteller ein falsches Selbstbildnis haben, aber was dabei außen vorgelassen wird ist, dass nun die Regeln bei jedem Subjekt variieren. Gewiss sollte sich Max nun mal Gedanken machen warum er sich in einer Krise mitten in seinem Leben befindet und ob er den Tunnelblick langsam mal doch nicht wieder lassen sollte. Mögen sie noch so blind sein, dem Leser drängt sich vor allem ein Gedanke auf: er hat es hier mit irdischen Wesen zu tun, die auch nur nach ein bisschen Liebe und Anerkennung streben.
Doch auch die Mutter Frau Radek, selbst einen linken Plattenladen lange Jahre betrieben, des nun hochgejubelten Punk-Rock-Schlager-Sohnes, die sich einfach nur Sorgen um ihren Sohnemann macht, hat mit ihrem verletzen Sprössling, der wiederum um jedes Körnchen Mitleid von seiner Außenwelt zu kämpfen scheint, weil seine Eltern geschieden und seine Mutter ihm peinlich ist bzw immer schon peinlich war und er sie für dämlich hält, zu kämpfen. Ein Kampf um Bestätigung der emanzipierten Frau Radek, die ihren Plattenladen immerhin 28 Jahre geführt hatte und mit nicht minder wenigen Problemen sich beschäftigen musste wie eingeschlagenen Fensterscheiben und ein Baby, um das Ansehen, hart für das Wohl ihres Sohnes gerackert zu haben.
Wiederum der gealterte Literat, der nur unter dem Pseudonym Ohio Liebesgeschichten und stereotype Indianercharaktere in seine Buchserien Colonel und Alabama-Snake verpackte, möchte nun, fast am Ende seines Lebens, als ein "allgemein anerkannter Schriftsteller", am Besten wie Goethe angesehen werden. Diesen Schritt möchte er mit seinem letzten Roman, der zugleich autobiograpisch ist einleiten, die zündende Idee für sein Hauptfragment des Romans kam ihm allerdings noch nicht.
Und schlussendlich betritt der gescheiterte Journalist die Bühne der pikierten Künstler, der mit seiner Vorzeige-Frau, die die Welt mit ihren Klavierkonzerten berreichert, und seinem genialen sechzehnjährigen Sohn viel zu rackern hat. Der durch sein träumerische-philisophisches Denken und seinem angekratzem Selbstbewusstsein in dem schicken Szene-Restaurant "Foret Rieder" schon einige skurille Momente erleben musste. Sich aber auf keinen Fall unterkriegen lassen will und sowieso immer den beschäfftigten coolen Szene-Journalisten und Mann von Welt geben muss.
Arjouni ist es gelungen den ganz normalen Alltagswahnsinn schlicht und überzeugend darzustellen, mit Personen die bereits einiges durchgemacht haben und sich weiter durchbeißen müssen. Es ist vor allem das Ringen um Aufmerksamkeit und Respekt, dass der Autor so klar und einleuchtend auf seine Charaktere projeziert hat. Und irgendwie fühlt man mit und findet sich mal in der Rolle des gequälten Max mal in der Rolle der besorgten Mutter. Der Wehrmutstropfen: die Erkenntnis kann man sich weder kaufen noch wünschen. - Julian Friesinger
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