Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
berührend, 23. März 2005
Der Autor erzählt die Geschichte von Margit, die im Rollstuhl sitzt und allein einkaufen fährt. Die Reaktion der Umgebung und die Gefühle von Margit werden einfühlsam und glaubhaft erzählt. Es ist keine sentimentale Mitleidsgeschichte und das überraschende Ende, hat mir besonders gut gefallen. Der größte FAN des Buches ist jedoch meine Tochter, die im Alter von 3 Jahren „Meine Füße sind der Rollstuhl" zu Ihrem Lieblingsbuch erkoren hat, sie fand vor allem die Bilder toll.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Vorurteil wird über Bord geworfen, 2. August 2009
Für dieses Kinderbuch möchte ich eine ganz dicke Empfehlung aussprechen!!! Ich bin Spastiker und meine Füße sind deswegen auch der Rollstuhl. Dem Autor Franz-Josef Huainigg ist bravourös ein Spagat gelungen.
Auf der einen Seite werden - ohne zu beschönigen - die Probleme aufgezeigt, die Margit durch Ihre Körperbehinderung hat:
Wie schwer fällt ihr doch aufstehen und anziehen, eine ganze Stunde benötigt sie hierfür. Bei den Spielen der Kinder auf der Straße kann sie nicht ohne Weiteres mitmachen und empfindet daher Trauer. Margit leidet darunter, angestarrt zu werden. Die Bordsteinkante stellt für das Mädchen ein unüberwindbares Hindernis dar und keiner hilft ihr zunächst. Sie wird von den Menschen als arm betrachtet. Im Supermarkt fühlt Margit sich bevormundet und nicht ernst genommen.
Dann zeichnet dieses Buch aber noch ein ganz anderes Bild:
Margit schafft es, sich trotz aller Mühe sich alleine anzuziehen. Ihre Mutter bringt ihr viel Vertrauen entgegen und lässt sie alleine einkaufen gehen pardon: fahren. Wie stolz und glücklich das Mädchen für diese geschenkte Freiheit ist. Ihre Körperbehinderung empfindet sie als etwas völlig Normales. Sie ist ein offenes gesprächsbereites Kind und erzählt Menschen, die sie fragen ohne scheu von ihrer Lähmung. Sie ist auch bereit Hilfe anzunehmen und gibt Verständnisvoll und geduldig Anweisungen, wie ihr Unterstützung gegeben werden kann. Diese Hilfe nimmt sie nicht für selbstverständlich, sondern sie bedankt sich. Margit beobachtet aufmerksam ihre Umgebung, wirft bei Problemen wie den Stufen vor dem Supermarkt nicht die Flinte ins Korn und entdeckt eine Rampe.
Kurzum: Das Buch zeigt Probleme auf und bietet Lösungen an. Das Buch richtet sich an Körperbehinderte aber auch Nichtbehinderte gleichermaßen! Die Problemlösungen in diesem Buch lauten: Gib nicht gleich auf sondern suche nach Auswegen! Freue Dich über das was Du noch oder schon selber tun kannst! Versuche neue Herausforderungen zu meistern! Schenke anderen Menschen Vertrauen! Gehe offenherzig durchs Leben! Habe ein Auge dafür wenn andere benachteiligt werden! Starre nicht schweigsam an, sondern suche das Gespräch! Nimm Hilfe an oder gib sie wenn es sein muss! Überprüfe Deine Vorurteile! Geh mit Humor durch das Leben! Schließe Freundschaften!
Die Quintessenz dieses Buches lautet: Jeder ist einmal in der Rolle des Gebenden, ein andermal übernimmt man den Part des Nehmenden. Diese Regel gilt immer. Auch dann, wenn man wie Margit im Rollstuhl sitzt, die Sigi Freundschaft und (uns allen?) einen neuen Blickwinkel schenkt.
Das Vorurteil, das bestimmte Personengruppen IMMER die Armen und Bedauernswerten sind, wirft der Autor über Bord. Und genau deswegen ist Franz-Josef Huainigg mit seinem Buch ein ganz großer Wurf gelungen!
Danke, lieber Franz-Josef Huainigg, für Einfühlungsvermögen, Weitsicht und Ironie! Danke, liebe Verena Ballhaus, für Zeichnungen, die das Wesentliche klar herausstellen.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht mehr so taufrisch, 20. Dezember 2004
Von Ein Kunde
Ganz logisch ist's ja nicht: Am Morgen bittet Margit ihre Mutter, ihr die Marmelade zu holen, und als die Mutter nur antwortet, das Gewünschte sei im Schrank zu finden, ist das Kind im Rollstuhl froh, nicht bedient zu werden. Dann fährt's los, um für die Mutter etwas aus dem Supermarkt zu holen, den es doch zweifellos kennt - aber erst an der Tür fällt ihm offenbar auf, dass es die Stufe davor (nicht mehr ganz zeitgemäß, zum Glück! - Ebenso die Zahl der Verkäufer im Laden...) nicht allein überwinden kann. Auch scheint Margit an diesem Tag zum ersten Mal all die Kommentare zu hören, die man so ernten kann, wenn man im Rollstuhl unterwegs ist. Wo hat sie ihre Ohren in den Jahren zuvor gehabt? Solche Details stören, auch wenn der Text für die Klientel natürlich kurz gehalten werden musste. Anderes ist gut beobachtet: Die starrenden Kinder (und Erwachsenen), die Hilfeleistungen am falschen Ort, die Sprüche der Passanten. Wobei bei Letzteren die Bandbreite geringer gehalten wurde, als man sie im täglichen Leben so mitbekommt; neben der Umgotteswillenreaktion gibt es, zumindest heutzutage, auch Zurufe wie "Fahren Sie mir nicht in den Hintern, den brauch ich noch!"
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