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Das Meer, das Meer
 
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Das Meer, das Meer (Gebundene Ausgabe)

von Iris Murdoch (Autor), Stefanie Schaffer-de Vries (Übersetzer)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 687 Seiten
  • Verlag: Deuticke (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3216304817
  • ISBN-13: 978-3216304810
  • Originaltitel: The Sea, the Sea
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,7 x 6,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 407.366 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ein alter Mann nimmt sich wichtig: Charles Arrowby, ehemals erfolgreicher Theatermann, zieht sich in ein einsames Haus am Meer zurück, um seine Memoiren zu schreiben. Seine Erlebnisse, seine zahllosen Frauengeschichten, selbst seine Mahlzeiten -- all das, glaubt er, wird die Nachwelt interessieren. Doch während er schreibt, geschieht etwas Unerwartetes: Er erfährt, dass im Nachbarort die Frau lebt, die ihn vor Jahrzehnten als einzige nicht erhört hat und die er deshalb (Macho-Logik!) für die Liebe seines Lebens hält. In seiner Egozentrik ist er davon überzeugt, dass sie seine neu entflammte Leidenschaft zu teilen habe -- und erleidet hoffnungslos Schiffbruch.

Ein Jahr nach ihrem Tod legt der Deuticke-Verlag Murdochs 1978 erschienenen Roman über einen in seiner Scheinwelt gefangenen und am "echten" Leben scheiternden Mann neu auf. Seine Wahrheiten sind zeitlos: trotz einiger Längen eine überraschend aktuelle Schilderung der unüberbrückbaren Kluft des Menschen zwischen der Welt in seinem Kopf und der unter seinen Füßen. --Christoph Nettersheim



Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 28.12.2000
Barbara von Becker findet, dass dieses 1978 erstmals erschienene Buch, für das Murdoch den Booker Preis erhielt, noch heute von "erfrischender Aktualität" ist. Erzählt wird die "zeitlose" Geschichte eines "intelligent monologisierenden, arroganten Machos", der sich in ein Haus am Meer zurückgezogen hat und feststellen muss, dass seine große Liebe, die einzige, die ihn nie erhört, sondern einen anderen geheiratet hat, ganz in der Nähe lebt. Ohne zu fragen, ob seine Gefühle erwidert werden, beschließt er, seine Jugendliebe spät, aber wenigstens doch noch zu erobern. Sein wahrer Gegenspieler ist jedoch nicht die Frau, sondern das Meer, dessen "unendliche Magie" Murdoch in "großen poetischen Passagen" einfängt, schreibt Becker. Die Rezensentin warnt den Leser vor einigen Längen in dieser Geschichte, ermuntert jedoch gleichzeitig zur Lektüre, indem sie betont, dass gerade die "redundanten Wiederholungen" der Gedanken des Macho-Helden dem Roman seine moderne realpsychologische Struktur geben. Ausdrücklich gelobt wird auch die "locker unterhaltsame" Übersetzung Stefanie Schaffer de Vries`.

© Perlentaucher Medien GmbH

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Mensch in seiner unfreiwilligen Komik , 30. November 2007
Diese Rezension stammt von: Das Meer, das Meer. Roman. (Broschiert)
Charles Arrowby, ehemals Theaterdramaturg und -autor, bezieht als Zeichen seines Rückzugs aus Berufsleben und gesellschaftlichem Trubel ein wenig einladendes Haus an einem unwirtlichen Fleckchen englischer Küste. Hier will er den Herbst des Lebens in Askese verbringen und ein Manuskript verfassen.
Die Ruhe ist jedoch nicht von Dauer: Alsbald soll sich zeigen, dass die Bindungen, die man im Leben eingeht, doch nie ganz zu lösen sind, man sich nicht einfach aus ihnen zurückziehen kann, und Charles wird an seinem Zufluchtsort von den "Geistern" der Vergangenheit heimgesucht, zunächst in gespenstischer, dann in ganz fleischlicher, materieller Form: Bald ist die Villa bevölkert von illustren Gästen, vor denen der Theatermann eigentlich zu fliehen beabsichtigte: ein Schauspieler, dem Charles einst die Frau ausgespannt hatte, und der sich ihm als sein Lakai anbietet; Rosina, besagte Ex-Frau, welche vor Racheplänen gefährlich brodelt; abgelegte Amouren, die Charles' Herz wieder für sich gewinnen wollen, ein ungeliebter Cousin, dessen Ankunft Rätsel aufgibt - eine lärmende Theatergesellschaft, die Charles gegeneinander auszuspielen und loszuwerden sucht, ganz wie der Prospero in Shakespeare's "Sturm", nur mit bescheidenerem Erfolg.

Genau in dieser Situation wird Arrowby dann völlig aus der Bahn geworfen, denn er begegnet seiner verloren geglaubten Jugendliebe, die sich kurz vor der geplanten Hochzeit aus dem Staub gemacht hatte. Spätestens ab diesem Moment wird die Geschichte abenteuerlich. Besessen von dem Gedanken, von vorn anzufangen, entführt Arrowby Mary Hartley und versucht, sie mit nicht ganz lauteren Mitteln zu einem gemeinsamen Leben zu überreden. Dann kommt auch noch ein junger Mann ins Spiel, der behauptet, Arrowbys Sohn zu sein...

Anstatt also souverän über seine Memoiren zu walten, wird Arrowby vom Schicksal noch einmal arg gebeutelt und gezwungen, mit jeder Einzelnen seiner im Leben eingegangenen Bindungen aufzuräumen, ein adäquates Arrangment der Aussöhnung zu finden.

So turbulent, überdreht, inkohärent und sprunghaft die Handlung des Romans auch scheinen mag - Murdoch bleibt doch im Wechsel von philosophischen und metaphysischen Gedanken, Verwechslungskomödie, Tragödie, Slapstick, Ausflügen ins Surreale, klugen Zitaten, ernsten Lebensbetrachtungen und Thriller immer glaubwürdig (eine Meisterleistung!), der Leser lässt sich von dem Sturm mitreißen, und es gefällt, macht einfach Spaß.

Viele literarische Anspielungen, von denen der Roman laut Besprechungen voll ist, sind mir aufgrund meiner Unkenntnis oder fehlender englischer Vokabeln entgangen, das tut der Sache aber keinen Abbruch. Überhaupt glaube ich nicht, dass man Murdoch so ernst nehmen muss, wie es das englische Publikum tut/tat. Ihr komisches Talent und ihr Sinn für die Absurdität allen menschlichen Trachtens überwiegen doch bei weitem in ihren Werken.

Dieses Buch ist einfach nur eine Freude: komisch, spannend, rührend, anregend, ernst, anspruchsvoll, wundervoll geschrieben - alles zugleich.
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