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Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
 
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Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (Taschenbuch)

von Rainer Maria Rilke (Autor), Manfred Engel (Herausgeber)
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 358 Seiten
  • Verlag: Reclam, Ditzingen (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 315009626X
  • ISBN-13: 978-3150096260
  • Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 9,8 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 155.795 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
OA 1910 Form Roman Epoche Moderne
Das Buch von Rainer Maria Rilke darf als der erste konsequent moderne deutschsprachige Roman bezeichnet werden, der ganz im Zeichen einer umfassenden Krisenerfahrung der Moderne (Stichwort S. R 909) steht. In dem Maß, in dem sich ein traumatischer Wirklichkeitszerfall des Ich-Erzählers bemächtigt, versucht dieser verzweifelt, sich in Erinnerungen und Reflexionen seiner Identität zu vergewissern, aber gleichzeitig zu einer Haltung der Hingabe an die Wirklichkeit zu finden. Die irritierende Erfahrung der Modernität schlägt sich auch in der Gestalt des Romans selbst nieder, der darauf verzichtet, auf konventionelle Weise eine Lebensgeschichte zu erzählen.
Entstehung: Die Arbeit an dem Roman geht auf Erfahrungen zurück, die Rilke bei seinem Parisaufenthalt 1902/03 sammelte und während eines Rom-Aufenthalts 1904 zu verarbeiten begann. Nach Unterbrechungen setzte Rilke 1908 die Arbeit fort. Die wechselnden Interessen und Akzentuierungen verschiedener Werk- und Lebensphasen spiegeln sich in den stilistisch und strukturell stark unterschiedlichen Passagen des Romans.
Struktur: Anders als der Roman des 19. Jahrhunderts haben die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge keine fortlaufende, realistische Handlung mehr. Der Text besteht aus 71 unterschiedlich langen Aufzeichnungen. Im ersten Teil überwiegen Eindrücke aus Paris, im zweiten Teil Erinnerungen an die Kindheit auf dänischen Adelsschlössern und in Kopenhagen, im dritten Teil Miniaturen obskurer historischer Gestalten. Die 71 Abschnitte sind jedoch nicht willkürlich gereiht, sondern folgen einem musikalischen Kompositionsgesetz der »ordres complementaires«. Die Einheit des Werks stiftet keine kontinuierliche Narration, sondern ein dicht gewobenes System von Korrespondenzen, Leitmotiven und Bildern.
Inhalt: Der Roman erzählt in einer am Tagebuch angelehnten Form von dem jungen Dänen Malte Laurids Brigge. Er ist ein verwaister und verarmter Adliger, der letzte seines Geschlechts, der im September nach Paris kommt und dort als Dichter zu leben und eine neue Sprache zu finden sucht. Nach einem halben Jahr brechen die Aufzeichnungen ab. In Maltes Notaten stehen Beschreibungen der Pariser Alltagswirklichkeit neben Kindheitserinnerungen und historischen Reminiszenzen. Die Darstellungen des Pariser Lebens sind an Charles R Baudelaire orientiert und liefern abschreckende und beklemmende Beschreibungen von Krankheit, Verfall und Tod. Maltes Kindheitserinnerungen sind der Versuch, eine eigentlich nicht erlebte Kindheit neu zu leisten und ihren fatalen Prägungen zu entkommen. Die historischen Kapitel des Romans erzählen von obskuren historischen Figuren, Hochstaplern und Heiligen, die wie Malte nicht selbst Herren ihres Schicksals sind, sondern der Erfahrung des Fremden und Anderen ausgesetzt waren.
Wirkung: Wegen ihrer kompromisslosen Negativität blieben die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge in der Geschichte des deutschen Romans ohne Nachfolge. Als die Theoretiker des Nouveau Roman, v. a. Nathalie R Sarraute, die programmatische Leistung des Romans erkannten, brach sich endlich auch im Bewusstsein der Kritik die Anerkennung des Romans als einer der großen Leistungen der klassischen Moderne Bahn. H. R. B. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Vom ländlichen-feudalen Dänemark in die Großstadt Paris gekommen, sieht sich der junge Dichter Malte Laurids Brigge mit Sinneseindrücken überhäuft:

Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt, es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war. Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wußte. Alles geht jetzt dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht.

In seinen Tagebuchaufzeichnungen findet Malte Zuflucht. Zunächst reicht es ihm, sich schreibend gegen die Machtlosigkeit des Individuums in der ihn schluckenden Großstadt mit dem Schutzschild einer idyllischen Vergangenheit zu rüsten. Doch steigern sich in Malte immer mehr Ängste. An Leitbildern sucht er weiter Halt: das reine Sein, das Streben nach künstlerischem Schaffen, nach besitzloser Liebe - doch Maltes innere Zerrüttung zeigt keine Anzeichen der Heilung. Am Ende sucht der junge Dichter im biblischen Gleichnis des verlorenen Sohns Erlösung:

Was wußten sie, wer er war. Er war jetzt furchtbar schwer zu lieben, und er fühlte, daß nur Einer dazu imstande sei...

Mit dieser Parabel enden die Tagebuchaufzeichnungen. Bis heute weiß keiner, was mit Malte geschah. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Alleine in Paris, 21. Mai 2002
Von Ein Kunde
Dieses erstmals 1910 erschienene Werk Rilkes ist seine wichtigste Prosaveröffentlichung, was nicht heißt, dass es einfacher zu lesen wäre als seine Gedichte. Selten ist eine Persönlichkeitskrise drastischer dargestellt worden als hier: Auflösung des Ich, Anonymität der Städte, alle großen Themen der Moderne finden sich in den Aufzeichnungen versammelt. Malte Laurids Brigge, der Erzähler, kommt aus Dänemark in die Großstadt Paris und spEt, wie dort Veränderungen in ihm vorgehen: "Ich beginne zu sehen.ESeine anfangs noch nachvollziehbaren Berichte fEren immer mehr ins Innere, bis man schließlich nicht mehr weiß, was eigentlich wirklich passiert. Am Ende des Buches ist der Verbleib des Protagonisten ungewiss.
In der Tat ist dies ein schwieriges Buch, in dem lyrische Passagen die konventionelle Erzählung auflösen. Eine stringente Geschichte kann man daher nicht erwarten. Wer sich allerdings auf die atmosphärische Dichte, die Tiefe der Beschreibungen und den Rhythmus der Sätze einlässt, wird dafE belohnt. Vielleicht sollte man das Buch als ein langes Prosagedicht betrachten, um nicht mit falschen Voraussetzungen daran zu gehen.
Mir hat diese Ausgabe besonders gut gefallen.
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Rilkes Autobiographie in Form eines Romans, 3. Mai 2005
Von V. Spillner "VS-reader" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Viele Jahre hat Rilke gebraucht, tief mit sich gerungen und viel über sich erfahren müssen, der Tiefe seiner Kindheitserinnerungen lauschend, bis dieses Buch so geschrieben werden konnte.
Malte, ein sensibler junger Mann, in dem man Rilke erkennen möchte, berichtet aus seiner Jugend, berichtet von seinen Jahren in Paris, aus seinem Leben. Von der Angst, eins zu werden mit dem Leid der hetzenden, der rennenden einsamen Menschen. Von seiner Angst, mehr zu fühlen, als er ertragen kann.
Ich habe mir nach diesem Buch gesagt, dass, könnte ich je ein Buch verfassen, ich so schreiben wollte, wie Rilke es in diesem Werk getan hat. Ein Kunstwerk, ein zerbrechlich schillerndes Werk, in dem man mit den weit aufgerissenen Augen des in den Wahn des Leben geratenden Menschen sehen lernt.
Das Werk eines Geistes, das Werk über einen Geist, der an der Außenwelt zu zerbrechen droht, aber doch lernt, einen Weg darin zu gehen.
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20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jeder Gedanke wagt einen Würfelwurf. (Stephane Mallarme), 28. Dezember 2006
Von kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
Es ist der 11.September in Paris an dem Rilke seine Aufzeichnungen beginnt. Ein aus heutiger Sicht geschichtsträchtiges Datum. In Verbindung stehen das Landleben und die unstete Großstadt, die schon zu Beginn der Aufzeichnungen den Tod verheißt.

Rainer Maria Rilke (1875-1926) ist bis heute einer der bekanntesten Dichter deutscher Sprache und zugleich einer der umstrittensten. Vielen gilt sein Werk als Inbegriff dichterischer Schönheit, vielen anderen dagegen als Ansammlung von Kitschprodukten. Seine Lyrik, die in den "Neuen Gedichten" (1907/08) sowie in den "Duineser Elegien" und den "Sonetten an Orpheus" (beide 1923) ihre Höhepunkte erreicht, versucht intensivierte Wirklichkeitswahrnehmung mit gesteigerter Innerlichkeit zu verschmelzen. Sein einziger Roman "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" ist einer, der, wenn auch spät erkannten, bahnbrechenden Prosatexte des 20. Jahrhunderts. Begonnen mit den Erfahrungen in Paris in den Jahren 1902/1903, aufgenommen und verarbeitet in Rom 1908 kam der Roman 1910 zur Vollendung und Veröffentlichung.

Malte Laurids Brigge, abstammend aus dänischen armen Adelhaus, entflieht nach dem Tod des Vaters der ländlichen, im Kindesalter als wohl erlebten Umgebung und findet sich der Großstadt Paris konfrontiert, wo Stille laut und das Sterben in den Hospitälern verbunden mit Krankheit und Angst an der Tagesordnung sind. Sein Leben will er nun Revue passieren lassen. Rilke verwendet seinen Malte als "Monsieur Teste", als Zeuge (wie Paul Valery) des eigenen Lebens und dessen Bewältigung. Aufgeteilt in 71 Aufzeichnungen, diese wiederum geteilt in drei Sinn-Abschnitte, die die unterschiedlichen Zeiten, Denkvorgänge und Bilder des gespiegelten, interpretierten und tatsächlichen Lebens von der Jugend an widerspiegeln.

Rilke ist in erster Linie Lyriker. Als Lyriker weiß er die Fülle der Gedanken auf kleinstem Feld beherrschbar zu machen. Auch wenn sich in den "Aufzeichnungen" nichts Lyrisches (im Sinne von Reim) finden lässt, ist es ein prosaisches Gedicht. Präzise in der Formulierung findet man Gefallen und als Leser wächst man mit und droht doch Zugrunde zu gehen. Die Abschnitte sind Gedankenblitze eines Lebens, eines Lebens, welches komprimiert und kompromisslos die Zeiten ineinander zwirbelt, um die vermeintliche und mögliche Zukunft beherrschbar zu halten.

Dieser Roman ist ein Tagebuch und doch mehr, weil er mit dem Autor die Fülle des Lebens beherrscht, dieser über sein und Maltes Leben in Tiefe philosophiert und zu einem Ergebnis führt, welches in begründeter Weise allzeit offen ist und zwischen dem Sicheren und Möglichen, zwischen dem Nicht-Mehr-Sein und dem Noch-nicht-Sein oszilliert, auch wenn "man gut tut, gewisse Dinge, die sich nicht mehr ändern werden, einfach festzustellen [...]" (A56)

Herauszuheben sind die Anfangsaufzeichnungen eines neuen Lebens in Paris, wo die Gesichter bis zur Unbrauchbarkeit gewechselt werden (A 5). Vor allem A 32, wo die Validierung des Möglichen (im Vergleich lohnt sich Paul Valery) geprüft wird, wo wie Stephane Mallarme, Rilkes Vorbild im Symbolismus, in "Die Fenster" feststellt, "der im Genuss nur lebt, den die Begierde füllt" , wo Spiegel und Fenster zu Metaphern einer anderen Welt werden, "seh ich als Engel mich gespiegelt" und "entschweb vom Traum gekrönt der Erde" [...] "und drohe auch der Fall ins Nichts der Ewigkeit." Der Spiegel hier als Mimesis der Wirklichkeit oder als Objekt des Hindurch-Schreiten-Könnens wie Alice, um in ein neues Wunderland zu gelangen. Erkenntnis liegt im Vergleich mit dem platonischen Höhlengleichnis, wo das Erkennen nur dem obliegt, der sich von dem reinen Abbilde befreit. Wo das Spiegelbild zu einer eigenen Erschaffung, zur subjektiven Wirklichkeit wird. Oder liegt im Hohelied der Liebe vielleicht der Weg, den Rilke für sich und Malte sah: [Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war. Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. (1Kor, 13, 11-12)]

Es ist vielleicht kein Zufall, wenn Shakespeares Sonett 151 Pate gestanden hat für A51 und der Hinführung auf A52, wo Rilke, Lyrik und Erotik mit den Bildern (vielleicht denkt er an die verbotenen Bilder Goyas) vereint, die allzu lüstern "die Dinge sehen" wie man es schon bei ihm aus manchen Gedichten kennt. "Die Seele spricht zum Leib: Du hast gewonnen!", so finden wir bei Shakespeare die Vollendung der Verführung, wo das Fleisch nicht mehr widersteht, es triumphiert und A52 weiß dieses in Bildern zu begreifen, "darinnen Dinge von beschränkten und regelmäßigen Gebrauchen sich ausspannen und sich lüstern und neugierig aneinander versuchen."

Nur dieses sind die Ausflüchte aus dem realen Leben und die Einsamkeit entsteht, wenn der Vision mehr Beachtung geschenkt ist als dem Realen. Und diese Einsamkeit befällt auch Malte, der als Letzter der Familie nach seines Vaters Tod ohne Nachfahren das Ende des "Familienherzes" sieht.

Erinnerung erneut an Shakespeare: Sonett III: "Sieh in den Spiegel [...] Nun ist es Zeit, dass dies Bild neu entsteht" und es endet "doch lebst du, dich nicht weiter zu vererben, stirb einsam, und dein Bild wird mit dir sterben." Diese Einsamkeit und die daraus resultierende Furcht ist ein großes Thema bei Rilke, doch lässt er seinen Protagonisten Malte nicht dem Stress entfliehen. Vielmehr muss er sich der Gretchenfrage stellen und die Haltung zur Religion, zu Gott schlechthin stellen. Und die Parabel vom verlorenen Sohn (A71) kommt nicht von ungefähr. Rilke weiß sich Atheistisch, doch er weiß auch, dass es Atheismus ohne Gott nicht geben kann. (Kein Nichts ohne Sein.) Und einer der anerkannten (im weitesten Sinne) Gottesbeweise ist genau diese biblische Parabel (vgl. Karl Jaspers), bei Rilke als "Legende dessen, der nicht geliebt werden wollte", weil er "das ungefähre Leben der Familie nicht nachlügen" wollte.

Auf die Fragen der Liebe trifft Malte, "ohne Hoffnung auf die Liebe, die ihn durchbrach", am Ende (A71) bleibt nur einer, der imstande ist, ihn zu lieben, "aber der wollte noch nicht". Sicherlich nur aus Angst vor der Liebe, solange Liebe festhält und noch kein Kind der Freiheit ist. ("Du machst mich allein. [...] weil ich niemals dich anhielt, halt ich dich fest"; A69 und weiter in A71"den geliebten Gegenstand mit den Strahlen seines Gefühls zu durchscheinen, statt ihn darin zu verzehren".) Nur so: in Freiheit und mit Vertrauen ist wahre Liebe möglich.
"Dies alles auf sich nehmen und vergebens vielleicht Gehaltnes fallen lassen, um allein zu sterben, wissend nicht warum - Ist das der Eingang eines neuen Lebens?", so schreibt Rilke selbst in seinem Stundenbuch zum Verlorenen Sohn.

"Ich lerne sehen", vielleicht die Kernbotschaft eines wunderbaren Romans, hier als Werk der von aktueller Wahrnehmung und Erinnerung, als Dialektik des Inneren und des Äußeren. Die Beispiele der Frau, die ihr Gesicht in zwei Händen hält und die Wunden des Ermordeten, der seine Maske nicht abnimmt bis zu den Erfrorenen, die aus dem Eis geholt, ihr Gesicht verlieren. Alles ist Sehen, ersehnte Wahrnehmung bei Rilke, es ist wie eine physisch-psychische Anspannung im Menschen, nichts zu verpassen, alles wahrzunehmen. Denn Sehen ist Daseinsverständnis, gelingt nicht die Integration ins Leben, ist das Leben Stückwerk - niemals ein Ganzes. [Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. (1Kor, 13,9-10)] Und hier beginnt die Furcht vor dem vollendeten Leben, die die Vereinzelung Maltes beschleunigt.

"Ich lese einen Dichter". Es ist nicht Verlaine, den Rilke wie auch Stefan Zweig verehrte. Hier ist Francis Jammes aus den Pyrenäen gemeint, denn dieser kommt vom geliebten Ländlichen wie Malte.

Maltes Zukunft bleibt offen. Malte ist ein Spiegel des Menschen, der die letzten Fragen sich selbst beantworten muss. Scheinbar erst die wahre Wahrnehmung des Leidens schafft Perspektiven. Ewig bleibt die Liebe in subjektiver Freiheit. "Er stürzt sich ins Erlernen wie ein Läufer in die Wette." [...] gezwungen, Glück zu wissen in Geduld zu erreichen zu verwandeln.

Trotz aller Euphorie eine Warnung: Der scheinbar geringe Umfang verlangt auf Grund der Dichte höchste Aufmerksamkeit. Dann aber bietet das Werk Inspiration satt. Ein wirklich großes Werk.
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5.0 von 5 Sternen Prosa der besonderen Art
Rilkes "Malte" belegt mit Sicherheit einen Spitzenplatz in meiner persönlichen Bestenliste, ist eins der ganz wenigen Bücher, die ich zu zwei verschiedenen Zeiten meines Lebens... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von B. Gutleben veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Konkret auch zur Hamburger-Lesehefte-Ausgabe
Zu einem doch äußerst fairen Preis vereint die Hamburger-Lesehefte-Ausgabe die "Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" mit der "Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Serenus Zeitblom veröffentlicht

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Als Bewunderer von Rilkes Lyrik musste ich sein bekanntestes Prosawerk einfach testen, zumal ich mit den Büchern in der SZ-Bibliothek fast nur gute Erfahrungen gemacht habe... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. März 2007 von hartmutw

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Veröffentlicht am 12. März 2007 von buechermaxe

5.0 von 5 Sternen Jeder Gedanke wagt einen Würfelwurf. (Stephane Mallarme)
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Es ist der 11.September in Paris an dem Rilke seine Aufzeichnungen beginnt. Ein aus heutiger Sicht geschichtsträchtiges Datum. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. November 2006 von kpoac

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Es ist ein seltsamer Roman, den der eher als Lyriker bekannte Rainer Maria Rilke der Nachwelt hinterlassen hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Oktober 2006 von Rolf Dobelli

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Veröffentlicht am 9. März 2006 von jvolpel

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Ich war hier und da einmal auf ein paar Gedichte und Gedanken von Rilke gestossen.
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Am 10. Januar 2005 veröffentlicht

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Am 5. Januar 2005 veröffentlicht

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