Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf in eine faszinierende Welt!, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Diese Ausgabe von den wohl wichtigsten Erzaehlungen Borges ist eine Sammlung unglaublich faszinierender Geschichten. Borges versteht es wie kaum ein anderer der Fiktion eine Realitaetsnaehe zu geben und den Leser auf bestechende Weise in seine Ideenwelt hinein zu ziehen. Hierbei bietet dieses kleine Buechlein eine sehr gute Moeglichkeit in das Werk Borges Einblick nehmen zu koennen, da es nicht nur einige seiner Hauptwerke enthaelt sondern ebenso ein fundiertes Nachwort zum Menschen und Schriftsteller Borges. Gerade die erste Geschichte "Der Unsterbliche" und die titelgebende Erzaehlung "Die Bibliothek von Babel" ziehen den Leser in ihren Bann und tragen ihn weit hinaus ins Imaginaere. Wer diese surrealen Erzaehlungen gelesen hat, der wird sehr schnell auch zum Buch der Traeume und anderen Werken dieses grossen Erzaehler kommen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesen Sie Borges!, 20. Juli 1999
Von Ein Kunde
1999 sollte das richtige Jahr sein, um Jorge Luis Borges angemessen zu würdigen und ihn einer erneuten oder ersten Lektüre zu unterziehen, hätte der neben Maradonna wohl berühmteste argentinische Exportschlager am 24. August doch seinen hundertsten Geburtstag feiern können. Borges-Novizen sei zu diesem Zwecke der feiernden und würdigenden Entdeckung das schmale Heft aus Reclams Universal-Bibliothek 'Die Bibliothek von Babel' empfohlen: Auf knapp 80 Seiten (inklusive Nachwort) sind sechs der bekanntesten Erzählungen Borges' aufgeführt. Neben der titelgebenden unverzichtbaren 'Bibliothek von Babel' findet der geneigte Leser die Erzählungen 'Der Unsterbliche', 'Die kreisförmigen Ruinen', 'Die Begegnung', 'Der Süden' sowie 'Tlön, Uqbar, Orbis Tertius',allesamt Repräsentanten einer Prosa, die philosophische Reflexionen, literarische Selbstbezüglichkeit, umfassende Bildung und Elemente des Phantastischen oder gar Absurden spielerisch zu kombinieren weiß. Dem mit Borges bereits Vertrauten dürfte dieses allerdings nicht neu sein; die Texte zählen sicherlich zum engen Privatkanon eines jeden Liebhabers. Der kleinen Reclam-Sammlung kommt demnach die Aufgabe zu, neue Borges-LeserInnen zu gewinnen und somit das literarische Weiterleben eines der größten Autoren des 20. Jahrhunderts zu fördern. Lesen Sie also Borges! Sie werden durch Texte belohnt werden, die dem Leser phantastische Fiktionen und ein von Cervantes bis Kafka alles umspannendes Universum literarischer Gelehrsamkeit eröffnen und Borges als den legitimen Nachfolger Edgar Allan Poes ausweisen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Bibliothek von Babel oder am Ende bleiben uns nur nackte Namen, 22. November 2006
Der Einfluss Borges' auf die moderne Literatur, der laut einigen Kritikern gar nicht hoch genug geschätzt werden kann, lässt sich sehr eindrücklich am Beispiel der Erzählung die Bibliothek von Babel zeigen. Dort wird von einer Spekulationen zufolge unendlichen Bibliothek erzählt, deren Bücher alle nur irgend möglichen Kombinationen des Alphabets enthalten. Die meisten von ihnen ergeben keinen Sinn, zumindest nicht für die Bewohner der Bibliothek, es wird jedoch gemunkelt, dass es nach den Gesetzen der Logik einige Bücher geben müsste, die einen Sinn ergeben. Diese erzählt uns in der Art eines wissenschaftlichen Berichtes ein Bewohner jener Welt, mit dessen Hilfe wie so oft - Borges spielerisch die Erzählkonvention des auctorialen Erzählers durchbricht. Zur Unterstreichung der Wissenschaftlichkeit ist der Text mit einigen Fußnoten geschmückt, ein Stilmittel das Borges nur allzu gern verwendet, so auch in der Kriminalerzählung Die Pfade der Gärten, die sich verzweigen, die eindeutig das Vorbild von Alain Robbe-Grillets jüngstem Roman Die Wiederholung ist, in dem er sich ebenfalls der Technik der Fußnote bedient, die besagt, dass sich der Erzähler an dieser oder jener Stelle irre, sich dann aber als vom Mörder selbst geschrieben herausstellt und sich eine rivalisierende Diskrepanz zwischen der Sichtweise des wirklichen Textes und der der Anmerkung ergibt. Eco, ein großer Verehrer Borges' hat bekanntlich die Bibliothek im Namen der Rose nach dem Bauplan der Bibliothek von Babel gebaut und Borges selbst als blinden Bibliothekar Jorge von Burgos ins Mittelalter geschickt. Wie man weiß musste Borges tatsächlich den Posten als Bibliothekar der argentinischen Nationalbibliothek in Buenos Aires wegen Erblindung aufgeben. Eco zitiert und parodiert den Argentinier auch im Diaro minimo, im Foucaultschen Pendel und in seiner Festrede zum 25. Jubiläum der Bibliothek von Mailand, die sogleich ins Deutsche übersetzt wurde. Vom Standpunkt der Parabel, deren Gattung beinahe die gesamte Prosa Borges' zuzurechnen ist, nimmt die Bibliothek von Babel freilich schon die Philosophie vom Tod des Autors und der unbegrenzten Semiose vorweg, die ab den Fünfzigerjahren von Personen wie Barthes ausgearbeitet wurde und die Gegenposition zum Neostrukturalismus eines Derridas einnahm. A rose by any other name
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