Kurzbeschreibung
Das 1749 uraufgeführte und 1754 erschienene "Lustspiel in einem Aufzuge", 'Die Juden', gehört zu den frühen Werken Gotthold Ephraim Lessings. Es handelt von einem judenfeindlichen Baron, der von Räubern, die sich zur Tarnung als Juden verkleidet haben, überfallen, aber von einem Reisenden gerettet wird. Aus Dankbarkeit verspricht er dem Reisenden die Hand seiner Tochter. Als dieser bekennt, Jude zu sein, werden die allseits geäußerten antisemitischen Vorurteile des Barons ad absurdum geführt. Lessing, der sich mit der Unterdrückung des jüdischen Volkes und der jüdischen Minderheit im Lande auseinandergesetzt hatte, brachte mit der Figur des Reisenden den ersten positiv gezeichneten Juden auf eine deutsche Bühne - bis dahin waren Juden nur als Schurken oder schachernde Krämer auf den Theaterbühnen zu sehen.
Text in neuer Rechtschreibung. - Mit Anmerkungen, Dokumenten zur Entstehung und Wirkung, Literaturhinweisen sowie einem Nachwort von Wilhelm Grosse.
Klappentext
Über sein 1749 verfaßtes Lustspiel
Die Juden schrieb Lessing: Es war das Resultat einer sehr ernsthaften Betrachtung über die schimpfliche Unterdrückung, in welcher ein Volk seufzen muß, das ein Christ, sollte ich meinen, nicht ohne eine Art von Ehrerbietung betrachten kann... Ich bekam also gar bald den Einfall, zu versuchen, was es für eine Wirkung auf der Bühne haben werde, wenn man dem Volke die Tugend da zeigte, wo es sie ganz und gar nicht vermutet."