Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Philosophischer Klassiker - sehr lesenswert!, 18. Januar 2006
Im zweiten Jahrhundert nach Christus wird Platons Wunsch Wirklichkeit: Ein Philosoph besteigt den (römischen) Kaiserthron. Marcus Aurelius bleibt allerdings wenig Zeit fürs Philosophieren, schon bald muss er sein Reich an allen Fronten gegen einfallende Barbaren verteidigen. Während seiner letzten zehn Lebensjahre, in Feldlagern am Rand der römischen Zivilisation entstehen die "Selbstbetrachtungen". Das philosophische Tagebuch, das nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, stellt ein außerordentlich intimes und ehrliches Zeugnis eines königlichen Denkers dar. Die meditativen Gedanken und Aphorismen zeugen von einem edlen Menschenbild und großer Lebensweisheit. Marc Aurel legt angesichts der Kriegswirren und des sich abzeichnenden Niedergangs des Reiches ein unermüdliches Streben nach Selbstbesinnung und die sprichwörtlich gewordene stoische Gelassenheit an den Tag. Die "Selbstbetrachtungen" sind eine unvergängliche Sammlung von Leitsätzen, bestimmt von menschlichen Werten und der Suche nach Überreinstimmung mit der Natur. Der junge Nietzsche hat Marc Aurels Buch als Stärkungsmittel empfohlen - und noch heute taugt es als erbauende Lektüre: eine zeitlose Wegleitung zum inneren Frieden durch die Abkehr vom Streben nach Luxus und Ansehen. Ein Großteil der heutigen Lebenshilfe-Literatur ist nur ein schwacher Abklatsch dieses Klassikers.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Nachsicht ist ein Teil der Gerechtigkeit." ( Marc Aurel), 31. Oktober 2008
Marc Aurel ( 121-180 n. Chr.) war römischer Kaiser , der in seinen philosophischen Betrachtungen von Seneca und Epiktet beeinflusst wurde.
Der hochgebildete Rhetorikschüler zeichnete im Briefwechsel mit seinem Lehrer ein dezidiertes Bild der vornehmen Welt Roms. Die meiste Zeit seiner Herrschaft verbrachte er im Heerlager, um die Barbarenstürme abzuwehren.
Die Philosophie wurde zu seiner ständigen Begleiterin . Sie half ihm die Last der Regierungsgeschäfte zu tragen. Marc Aurel gilt als der letzte Stoiker der Alten Welt.
Die vorliegenden Aufzeichnungen beginnen mit einer Danksagung Marc Aurels an seine Verwandte, Freunde und Lehrer. Das liest sich wie folgt: " Fronto verhalf mir zur Einsicht, dass Missgunst , Schlauheit und Heuchelei die Folgen von Willkürherrschaft seien und dass im allgemeinen diejenigen, welche bei uns Edelgeborene heißen, eben doch weniger Menschenliebe besitzen, als andere."
Der Danksagung schließen sich zwanglos aufgereihte Bemerkungen über vernünftige Verhaltensweisen und Einstellungen an. Marc Aurel möchte sich selbst damit zu einem verträglichen Menschen erziehen. Er kämpft gegen die negativen Affekte, wie Zorn, Missmut, Rachsucht , Eigensinn etc. und konstatiert:" Wer sündigt, versündigt sich an sich selbst; wer unrecht tut, schadet sich selbst, indem er sich selbst verschlimmert."
Viele Jahrhunderte nach Marc Aurel schrieb Gryphius ein Gedicht, das folgende Sentenz des Kaisers aufgreift: " Alles, was du siehst, wird sehr bald zerstört werden, und die , welche diesen Zerstörungen zuschauen , werden selbst auch bald zerstört, und durch den Tod wird der älteste Greis mit dem Frühverstorbenen in denselben Zustand versetzt werden."
Ich erlaube mir einen weiteren Gedanken des Kaiser zu zitieren, um seine große Klugheit zu dokumentieren:
" Denke nicht an das, was dir fehlt, vielmehr an das, was jetzt noch für dich da ist, und wähle die unter den vorhandenen Gütern die ersprießlichsten aus und erinnere dich ihretwegen daran, wie du sie wohl aufsuchen würdest, wenn sie nicht vorhanden wären! Jedoch hüte dich zugleich, dass dieses Wohlgefallen daran dich nicht an ihre Überschätzung gewöhne; denn sonst müsste ihr einstiger Verlust dich nur beunruhigen."
Marc Aurel wusste, wer immer sich strebend bemüht und sich von Leidenschaften freihält, erlangt Seelenfrieden.
Empfehlenswert!
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40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
... nur ein Wahnsinniger sucht zur Winterszeit Feigen ..., 3. August 2001
Marc Aurel hat kein eigenes philosophisches System aufgebaut. Bei seinen "Selbstbetrachtungen" handelt es sich vielmehr um Leitsätze, Maximen und Aphorismen, die ihm immer wieder sein Leben erträglicher machten: als römischer Kaiser war er oft Jahre auf Feldzügen unterwegs, und immer wieder stellten die Geschäfte des Tages seine Seelenruhe in Frage.Kerngedanken seiner "Selbstbetrachtungen" sind die Furchtlosigkeit vor dem Schicksal und dem Tod, die Ergebung in die "Allnatur" (was "natürlich" ist, ist auch vernünftig und gut - wobei es nicht um irgendwelche Definitionen von "natürlich" geht, sondern darum, diese Philosophie zu leben), Toleranz gegenüber den Fehlern anderer, Selbstachtung, Bescheidenheit und die Verachtung des Körpers. Spätestens nach der Hälfte des Buches wird der aufmerksame Leser merken, daß kaum etwas Neues mehr kommt, sondern daß sich bereits angeführte Gedanken kaum abgewandelt wiederholen, bestenfalls mit neuen Beispielen und Metaphern hinterlegt. Sieht man von dieser Schwäche ab, ist Marc Aurels Sprüchesammlung (die kaum eine innere Ordnung besitzt: die aufeinanderfolgenden Gedanken haben selten einen deutlichen Zusammenhang) eigentlich kein schlechter Lebensratgeber.
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