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66 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartig!, 11. Mai 2006
Vikram Seth, der große indische Erzähler, verbringt Ende der sechziger Jahre einige Zeit in London. Dort lebt er bei seinem Großonkel Shanti und dessen Frau Henny, die aus Deutschland stammt und nur wenig Enthusiasmus an den Tag legt, die weitverzweigte indische Verwandtschaft ihres Mannes näher kennen zu lernen. Auch Vikram Seth fühlt sich anfangs nicht so recht wohl im strikt organisierten Haushalt seiner Verwandten. Doch das soll sich bald ändern. Zwischen Henny und ihrem Großneffen entsteht eine innige Zuneigung, die bis zu ihrem Tod in den achtziger Jahren anhält. Nach ihrem Tod, der Shanti erschüttert, kümmert er sich liebevoll um seinen Großonkel und dabei entsteht der Plan, das Leben dieser beiden besonderen Menschen literarisch zu verarbeiten. Vor Shantis Tod 1997 führt Seth viele Interviews mit seinem Großonkel die die Grundlage zu "Zwei Leben" waren, das nun die Biographien dieser ganz besonderen Menschen schildert.
Shanti entstammt einer gutbürgerlichen indischen Familie und nur durch Zufall beginnt er sein Studium der Zahnmedizin nicht in London. Das Schicksal bringt ihn Anfang der Dreißiger Jahre nach Berlin, wo er zur Untermiete bei Hennys Mutter lebt. Henny betrachtet "den Schwarzen" zunächst mit großer Skepsis. Doch bald schließt sich Shanti, der blitzartig Deutsch lernt, um sein Studium der Zahnmedizin weiterführen zu können, dem bunten Freundeskreis der Caros an. Sehr bald jedoch ändert sich die politische Lage und es wird einsam um Henny und ihren Kreis, da die Caros Juden sind. Nach dem Abschluss in Berlin geht Shanti nach London und dort steht eines Tages Henny vor seiner Tür, ihr ist die Flucht aus Deutschland noch im letzten Moment gelungen.
Während in Deutschland die Nazis ihr Unwesen treiben, die Caros immer gefährdeter sind, wächst in London die Zuneigung zwischen Shanti und Henny. Nach dem Krieg heiraten die beiden und eröffnen eine Zahnarztpraxis, die Shanti bis in sein hohes Alter führt.
Das Leben dieser beiden Menschen verlief wirklich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und doch spiegeln sich darin die geschichtlichen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts.
Vikram Seth setzt diesen beiden Menschen und ihrer ganz besonderen Liebe ein literarisches Denkmal, das von Zuneigung und Herzenswärme erfüllt ist. In vielen Originalzitaten und Briefen werden zwei Menschen lebendig, deren Leben so ereignisreich verlief, dass wir dankbar sein können, in Vikram Seth einen so kundigen und gewissenhaften Chronisten gefunden zu haben! Sehr lesenswert!
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartig!, 11. Mai 2006
Vikram Seth, der große indische Erzähler, verbringt Ende der sechziger Jahre einige Zeit in London. Dort lebt er bei seinem Großonkel Shanti und dessen Frau Henny, die aus Deutschland stammt und nur wenig Enthusiasmus an den Tag legt, die weitverzweigte indische Verwandtschaft ihres Mannes näher kennen zu lernen. Auch Vikram Seth fühlt sich anfangs nicht so recht wohl im strikt organisierten Haushalt seiner Verwandten. Doch das soll sich bald ändern. Zwischen Henny und ihrem Großneffen entsteht eine innige Zuneigung, die bis zu ihrem Tod in den achtziger Jahren anhält. Nach ihrem Tod, der Shanti erschüttert, kümmert er sich liebevoll um seinen Großonkel und dabei entsteht der Plan, das Leben dieser beiden besonderen Menschen literarisch zu verarbeiten. Vor Shantis Tod 1997 führt Seth viele Interviews mit seinem Großonkel die die Grundlage zu "Zwei Leben" waren, das nun die Biographien dieser ganz besonderen Menschen schildert.
Shanti entstammt einer gutbürgerlichen indischen Familie und nur durch Zufall beginnt er sein Studium der Zahnmedizin nicht in London. Das Schicksal bringt ihn Anfang der Dreißiger Jahre nach Berlin, wo er zur Untermiete bei Hennys Mutter lebt. Henny betrachtet "den Schwarzen" zunächst mit großer Skepsis. Doch bald schließt sich Shanti, der blitzartig Deutsch lernt, um sein Studium der Zahnmedizin weiterführen zu können, dem bunten Freundeskreis der Caros an. Sehr bald jedoch ändert sich die politische Lage und es wird einsam um Henny und ihren Kreis, da die Caros Juden sind. Nach dem Abschluss in Berlin geht Shanti nach London und dort steht eines Tages Henny vor seiner Tür, ihr ist die Flucht aus Deutschland noch im letzten Moment gelungen.
Während in Deutschland die Nazis ihr Unwesen treiben, die Caros immer gefährdeter sind, wächst in London die Zuneigung zwischen Shanti und Henny. Nach dem Krieg heiraten die beiden und eröffnen eine Zahnarztpraxis, die Shanti bis in sein hohes Alter führt.
Das Leben dieser beiden Menschen verlief wirklich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und doch spiegeln sich darin die geschichtlichen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts.
Vikram Seth setzt diesen beiden Menschen und ihrer ganz besonderen Liebe ein literarisches Denkmal, das von Zuneigung und Herzenswärme erfüllt ist. In vielen Originalzitaten und Briefen werden zwei Menschen lebendig, deren Leben so ereignisreich verlief, dass wir dankbar sein können, in Vikram Seth einen so kundigen und gewissenhaften Chronisten gefunden zu haben! Sehr lesenswert!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessant und mit großem Horizont, 29. Juli 2006
Vikram Seth schildert das Schicksal von "Aunt Henny" und "Sethy Uncle", die Geschichte eines Inders, der in Berlin studierte, sich in die Tochter Hennie seiner jüdischen Wirtin verliebte und sie Jahre später in London im Exil heiratet.
Vor allem die ungewöhnliche Kombination von Menschen und Schicksalen hat mich angezogen, als ich das Buch zuerst in die Hand nahm. Gekauft habe ich es, weil Seth eine klare, deutliche Sprache spricht und eine ganz eigene Stimme im Buch hat, die sich ungewöhnlich gut lesen läßt. Er versteckt sich nie, zeigt seine Betroffenheit, und erklärt, was ihm fremd und neu an der Geschichte Europas, Deutschlands und dem Schicksal der Juden war und warum es ihn so berührt.
Auch das war für mich interessant an diesem Buch - über die beiden Leben seiner Verwandten gewinnt man Einblick in das Denken des Autors und seinen Blick auf unsere Geschichte. Es ist ein Stück Autobiografie in der Biografie, ein Stück Geschichte und ein Stück Detektivarbeit mit psychologischen Methoden, wenn er versucht anhand von Briefen den Menschen Henny sprechen zu lassen und die Motive seines Onkels Sethi zu verstehen.
Mich fasziniert, wieviel er für dieses Buch recherchiert haben muss, wie vielseitig interessiert er selber ist und wie methodisch er versucht an die Persönlichkeiten heranzugehen. Das Buch ist eine Mischung aus Erzählen, Schlüsse ziehen und sinnieren - immer interessant und mit großem Horizont.
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