Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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51 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Intensiv, 5. September 2007
Ein einfühlsames und eindrucksvolles Epos über die Pioniere der Luftfahrt, deren Berufung es war, sich ganz in den Dienst der Fliegerei zu stellen. Auf ihren Missionen gingen sie bis an ihre physischen und psychischen Grenzen. Und weit darüber hinaus. Sie riskierten stets aufs Neue ihr Leben - nicht wenige haben diesen hohen Preis am Ende auch tatsächlich bezahlt ...
Zitat von Rivière/Nachtflug: "Ein Nachtflug ist jedes Mal eine Chance zu sterben."
Die Urteile gehen - wie überall - stark auseinander. Realitätsferne kann man Antoine de Saint-Exupéry allerdings sicher nicht vorwerfen. Er wusste genau, wovon er erzählt. Wenn man jedoch keinen Bezug zu diesem Thema hat und/oder eine vielschichtige Handlung erwartet: Finger weg!
Dieser intensive Roman zeichnet die weitschweifigen Gedankengänge des Protagonisten Rivière und der Piloten nach und beschreibt detailliert die technischen Abläufe.
Die Geschichte wird von einer unglaublichen Dramatik und Melancholie dominiert, die nicht zuletzt in der nächtlichen Atmosphäre Ausdruck findet.
Wer meine Passion für das Fliegen teilt und sich gerne mit Sinnfragen auseinander setzt, wird bestimmt nicht enttäuscht werden.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Titel der französischen Originalausgabe: "Vol de Nuit", 26. April 2006
»Jede Sekunde nimmt etwas mit sich fort«, heißt es in diesem Buch eines Mannes, dessen Dichtungen Worte des Innersten sind, Bekenntnis und Frage auch dort, wo sich die Wirklichkeit unmittelbar widerzuspiegeln scheint. Der Nachtflug, auf der Strecke Rio-Buenos Aires 1928 erstmals unternommen, war noch ein gefährliches Wagnis, als wenig spät Antoine de Saint-Exupery, Betriebsdirektor der Companie Generale Aeropostale Argentinia seinen Roman "Vol de Nuit" niederschrieb. Die Schnelligkeit der Dampfer und Eisenbahnen, die nachts den Vorsprung der Flugzeuge wettzumachen suchten, zwang die Flieger in den dunklen Abgrund zwischen Tag und Tag. Sie erfuhren, zwischen Himmel und Erde, die gewaltige Schönheit und die furchtbare Drohung elementar Kräfte, die Sehnsucht und die Furcht inmitten unermesslicher Weite. Die Menschen dieses Romans erleben, »wie das Ungewollte, Zerstörende immer wieder die Oberhand gewinnt über das Gewollte, Geschaffene«: über die Tat des planenden Willens und auch über das vertrauende persönliche Glück, die miteinander im Widerstreit stehen. Sekunden erweisen an zwei Menschen und ihrem Flugzeug das gnadenlose Wirken der Zerstörerin Zeit. Aber mit jedem neuen Start »wird das Brausen des Lebens wieder surren, und alle Zweifel und Fragen werden darin gelöst sein«.
Alles, was Saint-Exupery erzählt, trägt den Stempel des Selbsterlebten. Dies: dass er selber mehr als einmal der Gefahr die Stirn geboten hat, gibt dem Buch den Reiz des Echten und Unnachahmlichen... Die vorliegende Erzählung, die ich als literarisches Werk bewundere, hat zugleich den Wert eines Dokumentes; und diese beiden so unverhofft vereinigten Eigenschaften geben diesem Nachtflug seine ungewöhnliche Bedeutung... umnik
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich finde, das ist das beste Buch von Saint-Ex..., 18. Dezember 2004
Ein sehr ruhiges, nachdenkliches Buch.
Saint-Exupéry beschreibt darin einen einzigen Abend, im Südamerika der frühen 30er. Drei Postflieger befinden sich auf dem Weg nach Buenos Aires, der eine aus Chile, der andere aus Paraguay, der dritte schliesslich aus Patagonien kommend. Jener schicksalhafte Dritte sollte Buenos Aires, wo der Europakurier auf die Post wartet, schliesslich nicht mehr erreichen.
Die Erzählung setzt dabei am frühen Abend ein. Unüberstürzt baut sich anschliessend die Handlung auf. Abwechselnd wird aus der Perspektive des Unglückspiloten und aus jener des Leiters des Flugbetriebes, dem wohl insgeheim die ganze Zuneigung des Autors galt, erzählt. Ihre Gedanken werden beschrieben, um schliesslich ein stimmungsvolles Bild zu zeichnen, das dem Leser sehr geschickt den ganzen Hintergrund des Denkens und Fühlens dieser Männer illustriert.
Der Pilot, wenngleich das Steuer in Händen haltend, wird dabei als eigentlich höchst machtlose Figur beschrieben, der sich mit seinem Werkzeug, dem Flugzeug, und seinem Kameraden, dem Funker, Gewalten überantwortet, gegen die er niemals bestehen könnte. Diese Gewalten symbolisieren zugleich das Leben, in dem der Einzelne bestehen muss.
Allein der Leiter des Flugbetriebes, Rivière genannt, ist seinen Piloten Vater und gestrenger Hirte zugleich. Er weiss um den Kampf, den seine Flieger in der Nacht in jedem Augenblick auszutragen zu haben, und er bemüht sich, ihnen das nicht gewahr werden zu lassen. Seine unerbittliche Strenge lässt solche Erkenntnis unter den Piloten gar nicht erst aufkommen, und für Rivière ist das die einzige Chance, in der niemals endenden nächtlichen Pflichterfüllung letztlich erfolgreich zu bleiben.
Und so nehmen die Dinge in dieser Nacht ihren Lauf. Der Patagonienkurier fliegt in eine plötzlich aufkommende, schwere Unwetterfront und verliert darin die Orientierung. Zum Schluss hin muss der Pilot Fabien, der befürchtet bereits gegen die Höhenzüge der Anden anzufliegen, das nahende Ende akzeptieren. Nach ewig erscheinendem Flug geht der Treibstoff aus, und den nahen Absturz vor Augen zieht Fabien sein Flugzeug aus den Wolken hinaus, in die ruhige, klare Nachtluft über der Unwetterfront. Die ewig leuchtenden Sterne vor Augen erwarten Fabien und sein Funker ihr Schicksal.
Rivière indessen erfasst das ganze Ausmass des Unglückes, und die dadurch ausgelöste Gefährdung der Nachtfliegerei, und versteht, dass die Dinge weitergehen müssen, als wäre nichts geschehen. Und in diesem Bewusstsein handelt er, ruhig und überlegt lässt er den Europakurier ohne die Ladung aus Patagonien starten. Einer Ladung, die nie mehr in Buenos Aires eintreffen wird. Und der Europakurier startet in die Nacht hinaus, zu seinem Flug über den atlantischen Ozean.
Sur quinze mille kilomètres le frémissement de la vie aura resolu tous les problèmes...über 15000km wird das Brausen des Lebens alle Zweifel und Fragen gelöst haben.
Dieser Satz, einer der letzten des Buches, verrät vielleicht mehr über den Menschen Antoine de Saint-Exupèry als jeder andere Satz, den er je geschrieben hat.
Ich würde den 'Nachtflug' als sehr gelungene Erzählung charakterisieren, als eine wunderbare Geschichte, und auch als kleines Heldenepos, das sich mit Männern wie Alain Delon, Gérard Depardieu und einigen anderen Franzosen hervorragend verfilmen liesse.
Allein: Besonders philosophisch finde ich es nicht, ich habe auch den kleinen Prinzen nicht als philosophisch empfunden, vielleicht als etwas esoterisch, aber das war es dann auch.
Aber in jedem Fall ein kleines, schönes Buch, wunderbar geeignet für eine längere Zugfahrt, oder einen klirrend kalten Winterabend, wünschenswerterweise am Kamin.
Aber jener ist wohl eine der Errungenschaften, deren Verlust durch die moderne Zivilisation schon der Romantiker Antoine de Saint-Exupéry einst bedauerte.
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