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Pazifik Exil
 
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Pazifik Exil (Gebundene Ausgabe)

von Michael Lentz (Autor)
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [108kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1 (16. August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100439252
  • ISBN-13: 978-3100439253
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 263.502 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Als Literaturstipendiat war Michael Lentz in der Villa Aurora, dem ehemaligen Wohnhaus von Lion Feuchtwanger in Kalifornien. Folgerichtig legt er mit "Pazifik Exil" jetzt einen Roman vor, der sich mit der deutschen Emigration in Zeiten des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Dabei beschäftigt er sich nur ganz am Rand mit den üblichen wie überstrapazierten Fragen der Emigrantenliteratur: War ihr Exil eine Flucht vor der Verantwortung? Dürfen die Exilanten das deutsche Volk verurteilen und über die Zukunft ihres Heimatlandes schwadronieren? Lentz geht es um die menschliche Dimension. Bertolt Brecht, Thomas und Heinrich Mann, Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel, Arnold Schönberg, Hanns Eisler: In kaum miteinander verbundenen Kapiteln zeichnet Lentz Entwurzelung und Einsamkeit seiner Helden durch viele innere Monologe. Natürlich kann er unzählige Fakten aus Tagebüchern, Briefen und Werken der Künstler saugen. Doch weil "Pazifik Exil" eben nicht wissenschaftliche Studie sondern psychologischer Roman ist, durchsetzt er mit eigenen Ausdeutungen und ordnet auch schon mal die Gedankengänge seiner Hauptfiguren dem eigenen Stakkatostil unter. Vom Bildungsbürgertum dürfte es dafür reichlich Protest hageln. Doch dann wird übersehen, dass es nie zuvor einen so direkten Zugang zu den persönlichen Befindlichkeiten der Exilanten gab. (cs)

Kurzbeschreibung

Viele Intellektuelle und Künstler flohen während der Herrschaft der Nationalsozialisten ins Exil an die amerikanische Pazifikküste. Michael Lentz findet mit den Mitteln der Erinnerung und der Fiktion diese Leben wieder, in denen jeder Blick an der Vergangenheit haftet, die Gegenwart des Exils aber im Gegenlicht der Verunsicherung steht: Heinrich Mann überquert die Pyrenäen; Brecht verabschiedet sich im Gedicht von einer verstorbenen Mitarbeiterin; Feuchtwanger streitet sich im Geiste mit Thomas Mann über Pelikane und entdeckt seltsame Zeichen in seiner Bibliothek; Thomas Mann wimmelt einen Reporter ab, der in sein Haus geschlichen war; Schönberg trauert einem verliehenen Sessel nach, den er längst zurückbekommen hat. Die Eindringlichkeit dieser Stationen liegt in ihrem Thema und entsteht aus der Kraft ihrer Darstellung.

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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schönbergs Stuhl und andere Abgründe, 10. Oktober 2007
Man denkt zuerst, dass darf der doch gar nicht! Man darf doch nicht als Autor von heute sich in die Köpfe von Brecht, Feuchtwanger, Werfel, Thomas Mann etc hineinbegeben und innere Monologe, ja sogar von ihnen geschriebene Erzählungen erfinden. Aber der Sprachkünstler Lentz schafft das ohne Anbiederei, schafft auch ohne den Zwang zur durchgängigen Handlung ganz wunderbare Porträts der Künstler im Exil. Das ist oft saukomisch und eigentlich immer anrührend. Dass es manchmal langatmig wirkt, ist bestimmt dem Umstand geschuldet, dass da lauter Genies auf einen hineinmonologisieren, und das hat man nun mal nicht täglich. Ein fantastischer Roman, völlig unverständlich, dass er nicht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises kam!
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Dem Bertolt Brecht beim Denken zuhören, 4. November 2007
Von Thomas Reuter (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Tolle Idee, denkt man, aber kann das funktionieren? Michael Lentz hat in "Pazifik Exil" das Leben deutscher ausgewanderter Geistesgrößen zu einem Roman verarbeitet. Nein, das reicht nicht: Michael Lentz hat einen Roman geschrieben mit dem Titel "Pazifik Exil" in dem die deutschen Ausgewanderten Bertolt Brecht, Franz Werfel, Lion Feuchtwanger, Thomas Mann, Heinrich Mann und Arnold Schönberg die Charaktere sind. So muss es heißen!
Sie sitzen allesamt in einem völlig fremden Land und bilden eine eigenartige entwurzelte Schicksalsgemeinschaft. Sie gehen ihren alten und ihren neuen Gewohnheiten nach, sie besuchen sich auf ihren Partys, sie pflegen ihre alten Eitelkeiten, Freund- und Feindschaften, sie werden alt - und sie scheinen so ganz entsetzlich überflüssig. Die Geschichte hat sie an die sonnenverwöhnten Strände Kaliforniens gespült, ausgerechnet in die Nähe von Hollywood, wo eine neue Medienwelt entsteht, an die sie, auf der Flucht vor der alten, keinen Anschluss mehr finden sollten. Sie bewegen sich in dieser modernen Welt wie Dinosaurier aus einem anderen Zeitalter, beispielsweise wenn Bert Brecht darauf besteht, zu einer Party zu Fuß zu gelangen, und dabei die Dimensionen und die Infrastruktur vollkommen unterschätzt. Nein, wir können es uns nicht so recht ausmalen, wie ein Thomas Mann mit Hut und Zigarre unter Palmen mit Schönberg schwadroniert und ihm seinen Ohrensessel abschwatzt, in dem er dann den Doktor Faustus schreiben soll.
Und deshalb ist es so genial! Es hat fast etwas Unanständiges, bei all diesen erfundenen Szenen anwesend zu sein und unseren vertrauten Gestalten über die Schulter zu gucken. Allein schon dafür hat sich der Roman gelohnt. Wie aber ist es gemacht?
Michael Lentz umschifft spielend das Problem der historischen Genauigkeit, indem er sie einfach in den Wind schreibt. Diese Nonchalance gibt Lentz' Prosa eine enorme Freiheit und Spielfreude. Er lässt sie alle einfach daherkommen und losschwatzen, den Bertolt und den Heinrich, den Arnold und den Thomas. Und nicht nur das, wir nehmen auch an ihrem Innenleben teil und hören ihren Gedanken bis in die letzten Verästelungen im O-Ton zu.
Natürlich steckt hier auch gleich der Haken, denn das will man sich dann doch nicht vorstellen, dass sie alle so dermaßen platt dahergedacht haben. All diese unsäglichen Eitelkeiten. All diese Stammtischplattheiten. Dann wieder die schrecklich platten Deutungen und Interpretationen der politischen Lage in Deutschland. Da erklärt sich die geistige Elite Deutschlands den Nationalsozialismus, als ginge es um einen Beitrag zur Sendung mit der Maus. Also lieber Herr Lentz, bei aller Güte, das ist nun wirklich etwas peinlich.
Stilistisch schöpft das Buch aus dem großen Fundus der klassischen Moderne. Ein Kapitel über Brecht ist beispielsweise gänzlich im inneren Monolog Joycescher Manier gehalten. An anderer Stelle hört man deutlich Thomas Bernhard schimpfen. Dieses Spiel geht bis in einzelne Zitate von der Bibel über Gryphius und Schiller bis hin zu Zuckmayer. Gedichte und Texte von beispielsweise Brecht sind hingegen frei erfunden. Bewusst spielt Lentz auch mit Anachronismen, gebraucht beispielsweise den Begriff 'Paparazzi', als es ihn noch gar nicht gibt.
Dies alles soll uns zeigen: Dies ist nicht wirklich ein historischer Roman. Hier fungieren unsere Künstler nur als Material und Vorlagen für ein postmodernes Spiel um Authentizität und Freiheit, Zitat und Original, Eigenem und Fremden - was natürlich das Thema des Exils ist. Insgesamt eine lohnende und interessante Lektüre, die allerdings in einigen Passagen recht langweilig werden kann, was wohl an der Belanglosigkeit der Konzeption liegt. Man kann eben nicht beides haben: ironisches Augenzwinkern und literarisches Schwergewicht.

Thomas Reuter
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Literaten im Labor, 5. November 2007
Brecht, Werfel, die beiden Manns und die Feuchtwangers - alle sind sie an Bord dieser illustren und satirischen Ausfahrt. Wer einmal Faulkners Moskitos gelesen hat, weiss, dass es so etwas geben muss.

Na klar, immer wieder rufen wir uns in das Gedächtnis zurück dass Moskito Lentz seine brillanten Sticheleien nur erfunden hat, dass es seine Figuren geworden sind, die er in schrulligen Eitelkeiten posieren lässt - aber dann sind wir hilflos gegen das Gefühl, das vieles von dem was da steht genauso gewesen sein könnte, ja gewesen sein muss. Bert Brecht auf dem Wege zur Cocktailparty, ohne Schuhe, Thomas Mann posierend und das eigene Imago reflektierend vor dem Spiegel - pazifische Tiefe und eine Stimmung wie in den Geistessümpfen des Mississippi Deltas bei Faulkner.

Literatur(geschichten) einmal anders - lesenswert. Warum dann "nur" vier Sterne. Das ist Geschmackssache. Mir fehlte der Bezug zur historischen Epoche. Bei den genialen Einfällen von Michael Lentz wäre hier wahrscheinlich "noch einiges drin gewesen."
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5.0 von 5 Sternen Bald ein zweites Mal
Eins von den Büchern, die ich ein zweites Mal lesen werde.

Dr. Jan Fillet
Vor 10 Monaten von Jan Fillet veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Being Thomas Mann
Hier werden Sitzplätze in den Köpfen von Thomas und Heinrich Mann, Bert Brecht und Arnold Schönberg angeboten. Fast so, wie im Film "Being John Malkovich". Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von woge veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Schön zu wenig
Wozu schrieb Michael Lentz eigentlich diesen Roman? Um den Menschen zu ersparen, sich mit deutscher Exilliteratur auseinanderzusetzen, den Leuten die Mühe abzunehmen, mehr als ein... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Januar 2008 von Bernhard Horwatitsch

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