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Übungsheft der Liebe
 
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Übungsheft der Liebe (Gebundene Ausgabe)

von Silvio Huonder (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 205 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 310031834X
  • ISBN-13: 978-3100318343
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 730.763 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach den ersten Seiten beschleichen den Leser Zweifel, es mit einem 20jährigen Erzähler zu tun zu haben. Irritiert geht der Blick zur Umschlaginnenseite, wo der 45jährige Autor mitsamt Kurzbiographie abgebildet ist. Aha, eine Retrospektive also hat sich der studierte Schweizer im Telegrammstil von der Seele geschrieben. Dieser Eindruck verschwindet zusehends, während die Irrfahrt des Fabio Bosch ihren Lauf nimmt.

Die Geschichte auf die zahlreichen sexuellen Erlebnisse des Heranwachsenden zu reduzieren, wäre zu einfach. Der eigentliche Kern der Handlung ist im Grunde genommen hoch politisch und dürfte in bestimmten schweizerischen Kreisen keine Freude hervorrufen. Fabio Bosch, Student der Veterinärmedizin, ist nämlich ein Fahnenflüchtling. Er hat keine Lust mehr, seinen Militärdienst weiterzuverfolgen, sondern will frei sein.

Diese Freiheit hat in der Schweiz einen hohen Preis. Bosch wird vor ein Militärgericht gestellt und zu zehn Monaten Haft verurteilt. Es ist nur eine delikate Nuance dieser literarischen Prosa, daß ausgerechnet der Vater seiner Freundin Karin, Dr. Georg Lamprecht, diesen Strafantrag unterzeichnet.

Doch statt sich ins Gefängnis zu begeben, sucht Bosch Schutz bei seinem Freund Martin in Bern. Immer wieder reflektiert er über sein Schicksal und über die Ungerechtigkeit, wegen einer läppischen Dienstverweigerung zum Verbrecher gebrandmarkt zu werden. Er resümiert, daß es nur in der Schweiz und in der Türkei keinen Zivildienst gibt. Seine selbsterwählte Freiheit entpuppt sich schon sehr bald als Trugschluß. Dauernd auf der Flucht, sucht der junge Mann Unterschlupf bei verschiedenen Damen, zuletzt landet er in einer Frauen-WG und macht den Haushalt.

Einziger Halt in dieser unsicheren Zeit ist sein Übungsheft, in das er seine Erlebnisse, seine Gedanken einträgt, das ihn auf allen seinen Wegen begleitet und ihm schlußendlich zum Verhängnis wird. Zum persönlichen Supergau, den er gerne vermieden hätte.

Das Buch regt zum Nachdenken an und berührt die Probleme des Erwachsenwerdens in einer wenig problematisierenden Form. Und genau dadurch gewinnt es an Brisanz. --Corinna S. Heyn



Kurzbeschreibung

BORN TO BE WILD - für Fabio Bosch ist das kein Rocksong, sondern eine persönliche Aufforderung. Er ist jetzt zwanzig und will ein Leben, das so intensiv ist wie die Musik, mit der seine Generation aufgewachsen ist. Also läßt er sein Studium sausen und bricht seinen Militärdienst wenige Tage vor der Entlassung eigenmächtig ab. Anstatt die dafür verhängte zehnmonatige Gefängnisstrafe abzusitzen, schlägt er sich im »Untergrund« seiner beschaulichen Heimatstadt Chur durch. Was ihm einen ganzen Sommer lang auch gelingt - weil er eine Menge Helfer, vor allem aber Helferinnen findet. Silvio Huonder erzählt von der jugendlichen Sehnsucht nach dem schnellen, berauschenden Leben. Sein Held Bosch läßt nichts unversucht, sich selbst dem Soundtrack seines Lebens anzupassen - kann sich jedoch nicht von seinem Heimatstädtchen lösen. Seine Revolte bleibt ortsgebunden, sein Aufbegehren bodenständig. Aber irgendwas an ihm scheint besonders den Frauen zu gefallen. Ein paar von ihnen reißen sich regelrecht darum, ihm, dem Verfolgten, Unterschlupf zu gewähren. So verwandelt sich das Buch, das Bosch über seine Zeit im Untergrund schreiben will, unter der Hand vom heroischen Bericht eines Rebellen in ein Übungsheft der Liebe. Huonders Roman - der auf autobiographische Motive zurückgeht - gelingt es, der alten Geschichte vom jugendlichen Helden, der gegen die Engstirnigkeit seiner Heimat aufbegehrt, neue Aspekte abzugewinnen. Das Buch zeigt, welchen Reiz die Rolle des Rebellen auf einen wohlbehütet aufgewachsenen Romantiker ausübt. Und es zeigt auch, wie schwer es der gutbürgerlichen Gesellschaft fällt, sich dem besonderen Charme und der Anziehungskraft des Außenseiters zu entziehen, der gegen sie aufbegehrt.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Born to be wild, 25. Januar 2003
Von zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Übungsheft der Liebe (Taschenbuch)
Fabio ist mit 21 voll in seiner Sturm-und-Drang-Phase. Eigentlich studiert er und sollte seine Strafe wegen Militärdienstverweigerung antreten, was er nicht tut. Deshalb ist er einen Sommer lang Ende der Siebziger Jahren auf der Flucht vor der Polizei. Er schreibt ständig sein Chemieheft voll mit seinen Erlebnissen. Bevorzugterweise schreibt er von seinen (sexuellen) Erfahrungen mit Frauen, die ihm als romantischen Helden natürlich nur so zuzufliegen, dabei ist er jugendlich unerfahren und etwas naiv. Er irrt durch Zürich, Bern und vor allem Chur und weiss eigentlich gar nicht, wohin ihn seine Flucht führen und was er mit seinem Leben anfangen soll. Nur eines ist klar, dass er nämlich den traditionellen Rahmen sprengen und seinen eigenen Weg gehen muss. Seine witzigen Schilderungen sind frisch von der Leber weg und zeugen von jugendlicher Unbedarftheit: Don't think twice it's alright. "Übungsheft der Liebe" ist ein Entwicklungsroman in der Tradition von Salingers "Fänger im Roggen" und Krachts "Faserland".
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3.0 von 5 Sternen Riecht etwas stark nach 68ern..., 24. September 2008
Von variety "hm6797" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Übungsheft der Liebe (Taschenbuch)
Man spürt hier klar die Handschrift eines 68er-Autors. Die Themen (Militär, wechselnde Freundschaften, WG-Leben, Studienzeit, Schriftstellerdasein usw.) sprechen für sich. Seine Sprache ist oft knapp (in kurzen Sätzen), manchmal wirkt sie aber auch eher elitär und aufgesetzt. Ausserdem sind gewisse Episoden gar gesucht (künstlich arrangiert) oder vorhersehbar.
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4.0 von 5 Sternen Die Schule der Frauen, 13. Februar 2007
Von Paula Kueng "Bibliothekarin" (Reinach/Basel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Übungsheft der Liebe (Taschenbuch)
1999, zwei Jahre nach dem Erstling, erschien der zweite Roman des Bündners Silvio Huonder (1954). Auch hier handelt es sich um einen jungen Mann, zirka zwanzigjährig. Er verweigert am Ende der Rekrutenschule den Militärdienst. Er entzieht sich seiner Inhaftierung, indem er bei Freunden und Freundinnen untertaucht und schliesslich ins Ausland, nach Amsterdam, geht. Mit leichter Hand werden verschiedene Mädchenporträts entworfen, jede ist eine neue Erfahrung, bringt ihn weiter im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Er lebt an der Grenze des Erträglichen, d.h. der Winter setzt seinem Untergrunddasein ein Ende. Im Gegensatz zum ersten Roman erscheint hier aber die Familie des Erzählers Fabio Bosch verständnisvoller, der jüngere Bruder ist ein liebenswerter Kumpel, und das Buch liest sich flüssig. Wer allerdings Kritik am Staat nicht mag, der wird auch das Buch nicht unbedingt mögen: ein aufmüpfiges, eigenwilliges Buch.
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5.0 von 5 Sternen Direkt, schnörkellos, jung
Ein direkter Schreibstill, der phasenweise verblüfft, lässt die wilden Zeiten Fabios bildlich vor des Lesers Auge entstehen! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Dezember 2006 von H. Tanja

4.0 von 5 Sternen Witzige Sommergeschichte
Fabio, 21, voll seiner der Sturm-und-Drang-Phase, hat seine Strafe wegen Militärdienstverweigerung nicht angetreten, und ist deshalb einen Sommer lang in den Siebziger Jahren auf... Lesen Sie weiter...
Am 22. April 2001 veröffentlicht

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