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5.0 von 5 Sternen
Mehr als nur Satire, 13. Dezember 2006
Dass ein jüdischer Schriftsteller einen SF-Trivialthriller in LandserheftchenProsa schreibt ist der Satire bei weitem noch nicht genug.
Spinrad fingiert sich selbst in der Rolle des Herausgebers des Werkes eines amerikanischen SF-Autors der vierziger und fünfziger Jahre. Eines deutsch-österreichischen Einwanderers namens Adolf Hitler, dessen "Werk" grösste Erfolge in den USA feierte.
Übrigens gab es einen solchen, nur hiess er Robert Heinlein.
Vorgestellt wird also Hitlers mehrfach in den USA ausgezeichnete Novelle
"Lord Of The Swastika". Die Welt nach dem nulearen Disaster.
Fast alle Länder der Erde sind in ihrem Genmaterial kontaminiert. Fast überall leben Mutationen, kontolliert von einer finsteren Rasse, den Dominatoren, beherrscht von der restlosverstrahlten letzten Supermacht Zind.
Aber... da ist noch der "True State of Helder" - der letzte Hort reinen menschlichen (vorzugsweise blondem) Erbguts.
Gedemütigt liegt Helder in den Ketten eines ungerechten Friedensvertrages nach dem letzten Krieg - wo es doch damals nur die Welt retten wollte.
Auftritt Ferric Jaggar, groß, schlank, blond, klug, stark,... und absolut rassefanatisch. Durch einen Zufall gelangt er in den Besitz des Zepters der ehemaligen Hochkönige von Helder, dem sichtbaren Ausdruck des ungebrochenen Rassewillens, sowie einer Rockergang auf heissen Öfen, die ihm (zumindest Anfangs) fanatisch ergeben sind = SA.
Es beginnt der unaufhaltsame Aufstieg Jaggars und seiner Swastika = Hakenkreuz Partei - sehr genau dem Aufstieg der NSDAP nachgezeichnet.
Schließlich der grosse Showdown mit der Supermacht Zind, mit einem zuerst bösem aber ob der vorausschauenden Klugkeit des "Fuhrers" kosmisch guten Endes.
Das alles geschrieben in einem Stil - der dem Heinleins sehr ähnlich ist, e.g. "Starship Troopers" - der nur Schwarz-Weiß, Gut und Böse, Rein und Unrein kennt. Erbarmungslos comic-haft brutaltrivial.
Spinrad, das ist offensichtlich, glaubt nicht an die Vernunftsbotschaft, dass "soetwas nie wieder passieren darf". Er glaubt, auch als Angehöriger des Opfervolkes, an die Verführbarkeit in die Bequemlichkeit der Massen, wenn sie dabei glauben dürfen, die Guten und vorallem die Stärkeren zu sein und auch noch Spass und ein gutes Gewissen dabei haben dürfen, anderen elitär den Schädel zu spalten.
Dabei bedient er sich auch der Tendenzen die er in seinem Heimatland selbst zu erkennen glaubt, die Überlegenheit des "american way of life - highest living standard in the world!", in Verbindung mit Attraktion von Splatter-, Hardrock-Modeattitüden. Rock'n Roll is here to stay!
Ein durch und durch bitteres Werk, resignierend und verächtlich auf die Träger der Friedensidee blickend. Nicht, weil er ihnen nicht den Erfolg ihrer Sache wünschen würde, sondern weil er den Menschen selber nicht für friedensfähig hält.
Im Deutschen ist das Buch immernoch auf dem Index. Aber wenn Spinrad recht hat - und meiner Meinung...aber das soll jeder selber beantworten.
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