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5.0 von 5 Sternen
Witz und die anderen Franzosen, 21. August 2007
Mit Erotik verbinden Menschen oft völlig unterschiedliche Stimmungen und Eindrücke. Während bei vielen das Wort mit dem Gedanken an Zärtlichkeit und Romantik verbunden ist, gibt es andere, die hier etwas Verborgenes, Schmutziges sehen - wobei selbst das noch etwas Schönes sein kann. Wieder andere Menschen sehen hier etwas Gefährliches, vielleicht sogar Destruktives am Wirken, eine Kraft, die intakte Familien gefährdet und Teenager in Gewalt und Verzweifelung treibt. Und alle diese Sichten auf das Thema haben etwas wahres, und sie müssen sich noch nicht einmal ausschließen.
Meine persönliche Sicht auf das Thema Erotik hat etwas mit Geist, vielleicht sogar mit Witz zu tun. Vielleicht, weil mehrere meiner ersten Gesprächspartnerinnen über dieses Thema durchaus intelligente, geistvolle und witzige Frauen waren, mit denen man sich gut über Sex unterhalten und sogar lachen konnte. Und hat die Aufregung um das Thema, und vielleicht sogar das Praktizieren der körperlichen Liebe selbst, nicht wirklich etwas Komisches? In meinen besten Nächten habe ich jedenfalls auch immer viel gelacht.
Und jetzt wären wir endlich beim Buch, dass es hier zu besprechen gilt. Hier finde ich nämlich mein Verständnis des Themas Erotik wieder. Der Bildband enthält viele, wirklich witzige und dabei durchaus pornografische Darstellungen zum Thema der körperlichen Liebe. Das fängt bei Darstellungen aus dem Rokoko an, geht mit lachenden Paaren in asiatischen Tuschezeichnungen weiter und endet schließlich bei den Klassikern der Moderne mit kleinen Verfremdungseffekten. Immer aber ist der Blick ohne Scheu auch auf die privaten Teile des Körpers gerichtet. Und immer geht es darum, dass menschliche Erotik mehr ist als die Paarung zweier zufällig auch intelligent gewordener Tiere.
Gemalt haben hier unter anderem: Watteau, Manet, Ingres, Courbet, Degas, Toulouse Lautrec, Gaugin, Beardsley, Delvaux, Chagall, Moreau, Dali, Picasso (natürlich), Bellmer, Grosz, Klimt, Schiele, Wunderlich, de Kooning und schließlich Warhol. Und viele weitere.
Ich empfehle dringend eine Neuauflage.
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