Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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4.0 von 5 Sternen
Schickes Paket aus dem Reich der Vergessenen Welten, 15. März 2008
Die Sammlerbox / Geschenk-Box der Legacy of the Drow Saga besteht aus einem Karton-Schuber, der die 4 einzelnen Bücher der Saga enthält.
Der Schuber an sich ist gut gestaltet, auch wenn man heute unter einer Sammler-Box eigentlich mehr erwarten kann. Das aufgedruckte Titelbild (das Drizzt und Cattie-Brie im Reich der Drow zeigt) ist ansprechend gemalt, und passt vor allem zur Story, was ja nicht unbedingt üblich ist.
Der Inhalt der Box, die vier einzelnen Bücher sind markante Negativ-Beispiele für die Gestaltung von Fantasy-Covern, und das obwohl es sich um die amerikanische Version handelt, wo ja der Fantasy - Literatur grundsätzlich mehr Anerkennung zuteil wird als bei uns.
Aber gerade weil die Forgotten-Realms, und speziell Salvatores Saga um Drizzt DoUrden, auch tatsächlich Bestseller waren, kann man die Gestaltung der Einzelcover kaum nachvollziehen. Vor allem bei THE LEGACY und STARLESS NIGHT ist die Frontabbildung einfach nur peinlich, weshalb jetzt wohl auch eine neue Auflage mit deutlich aufgemotzten Covern in Arbeit ist.
Inhaltlich sind alle Romane der Serie stark Drow-lastig, was den einen freut, dem anderen nicht unbedingt ansprechen wird, da man wenig von anderen Bereichend er Vergessenen Reiche kennenlernt. So beschränken sich die Handlungsorte auch auf Mithril Hall, die Unterwelt und Menzoberranzan, und schließlich erneut Icewind Dale. Einzig der abschließende Band PASSAGE OF DAWN verteilt die Handlung auf unterschiedliche Gebiete, und nutzt auch die Gelegenheit eines Crossover mit einer anderen Forgotten Realms-Serie von Salvatore.
Ohne zu viel über die Handlung zu verraten kann man doch sagen das sich zumindest die ersten drei Romane des Paketes fast ausschließlich mit den Drow beschäftigen. Das Leben der Dunkelelfen, und die Herrschaft der Familien wird im Einzelnen aufgerollt, wobei sich ein immer undurchsichtigeres, klebriges Netz aus Intrigen, Neid und Rivalität, Rachsucht und kultischen Ritualen in der fast absoluten Finsternis des Drow-Reiches offenbart.
Als zweiter Handlungsort in dieser Phase präsentiert sich Mithril-Hall, die zurückeroberte Höhlen-Festung der Zwerge.
Die Gefährten der Vorgänger-Saga treffen sich in Mithril-Hall, und werden erneut in ein düsteres Abenteurer gerissen, dessen Hintergründe sich nur langsam, und dann auch nicht immer ganz nachvollziehbar, beleuchten lassen.
Leider zeigen sich hier auch gleich die Schwächen der Roman-Reihe. Obwohl die Geschichten inhaltlich ineinander übergehen, und sich trotz des bemerkenswerten Umfanges von insgesamt ca. 1300 Seiten flott lesen, bleibt es unübersehbar das Herr Salvatore leider in einer anderen Liga schreibt, als zum Beispiel David Gemmell, Raymond Feist oder David Eddings. Die Handlung ist spannend und gut zu lesen, die Charaktere grundsätzlich interessant gezeichnet, und bieten einiges an Potential.
Aber weder die Beschreibung der Umwelt, die Glaubwürdigkeit von Story, noch die Handlungen der Charaktere vermag vollends zu überzeugen. Das ganze Paket wirkt aufgrund sehr geringer Interaktion mit der eigentlich faszinierenden Welt, und geringer Personen- und damit Interaktionsdichte wenigiger lebendig.
Drizzt als Hauptcharakter erhält durch die dokumentarisch verfassten Kapiteleinführungen eine Tiefe die leider kaum eine andere Figur aufweisen kann, auch wenn sich durch die Tragödien der Handlung genug Möglichkeit bietet, und Salvatore auch versucht Schicksale und Vergangenheit zu beleuchten!
Cattie-Brie gebührt einige Aufmerksamkeit, und auch Bruenor erhält die Chance mehr zu offenbaren, aber bei den meiste anderen Figuren fehlt die Zugänglichkeit, die Bindung der Leser an die Figuren, aus der ein Terry Goodkind die ganze Schwert der Wahrheit-Saga geschmiedet hat.
Grundlegend kommen mir auch (im Vergleich zu andere Romanen) die Bösen zu kurz, bleiben zu eindimensional. Artemis Entreri bietet als Negativabbild von Drizzt immer wieder spannende Möglichkeiten, kommt aber hier leider zu kurz. Die Anführer der Drow-Häuser werden deutlich als Bösewichte präsentiert, prägen sich aber aufgrund unglaubwürdiger Handlungsabläufe kaum ein. Und vor allem der Dämon Errtu bleibt eher nervend in Erinnerung, wobei seine Handlungen für uns einfache Leser auch kaum nachzuvollziehen sind.
So, was bleibt nun an positiven Punkten noch übrig?
Nun, was nach aller Kritik bleibt, sind spannende Geschichten in der weit verbreiteten Umgebung der Forgotten Realms. Ein noch immer faszinierender Hauptcharakter der eben anders ist als manch typischer Roman-Held, viele klassische Fantasy-Elemente, flottes Tempo ohne viel Schnick-Schnack, und sehr viele abwechselungsreiche Actionszenen.
Wer also genau das sucht, und einmal gefallen an der Serie gefunden hat sollte sofort zugreifen, und wird dann auch zwanghaft weiterlesen müssen. Ich zumindest habe mir nur einen Tag nachdem der letzte Band ausgelesen war sofort den Nachfolger bestellt!
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