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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Schade! Immer noch nichts dazugelernt!, 21. Februar 2003
Soviel vorweg: Wer sich stolzer Besitzer des "MONSTER MANUAL I" nennt und dieses Werk, so wie es ist, liebt und schätzt, der lasse sich von meiner "3 Sternchen Wertung" nicht irritieren. Das zweite Buch aus dieser Reihe unterscheidet sich nämlich nur marginal vom Vorgänger. Abgesehen davon, dass natürlich zu 100 % neue Monster / Templates auf den 224 Seiten zu finden sind (teils brandneue Kreationen, teils überarbeitete Wesen aus AD&D Zeiten wie bspw. den Death Knight), ist die Art der Beschreibung der Kreaturen sowie das Design / die Aufmachung im Kern gleich geblieben. Will heißen: Weiterhin überwiegend gute Farb-Illustrationen mit wenigen schlechten Ausnahmen sowie Aufgabe des früheren Prinzips "Ein Monster - eine Seite". Wem das bisher gereicht hat, der kann hier bedenkenlos den "Kaufen"-Button klicken. Mir hat es nicht gereicht und deshalb bin ich enttäuscht, wenn auch nicht wirklich darüber überrascht. Zu den Gründen: Was mich am meisten stört ist, dass mein Haupt-Kritikpunkt am Vorgängerwerk nicht verändert wurde. Die Wizards haben auch in diesem Handbuch mehr auf die Quantität der Monster gesetzt, als diese qualitativ mit guten Beschreibungen zu versehen. Wie bereits in der Vorgänger Ausgabe wirken nahezu alle Monster gut durchdacht und haben adäquate Feats und Special Abilities erhalten. Es mangelt jedoch an Details und Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Monstern. Das finde ich persönlich sehr schade, passt aber zu einem Trend, den ich in letzter Zeit vermehrt auf Conventions bemerke. Viele vor allem junge Spieler legen gar nicht mehr großen Wert auf Rollenspiel an sich. Bei aller Liebe zu guten Computer Action-(Rollen)spielen wie "Diablo" scheint sich hier auch in Wirklichkeit eine "Hack 'n' Slay" Rollenspieler Generation zu etablieren, die sich freut, im Laufe des Abends 90 % der Zeit mit Kämpfen zu verbringen, ebenso wie Kämpfe in jenen Computer Spielen die wesentliche Rolle einnehmen. Spielmeister solcher Gruppen werden mit diesem Buch bestens bedient - die enthaltenen Informationen sind perfekt auf das Bestreiten von interessanten Kämpfen zugeschnitten. Aber Angaben über die durchschnittliche Lebenserwartung eines Gegners, sein Tagesablauf, seine Gewohnheiten, seine Lieblingsspeise, seine Schwächen oder Interessen, all diese Informationen finden sich in dem Monster Manual nicht oder nur verkümmert wieder. Im Vergleich dazu waren in den Vorgänger Monster Manuals der 2nd Edition manchmal bis zu !10-fach! mehr an Details zu einem potentiellen Gegner aufgeführt. Gut, die Bilder waren bei weitem nicht so gut und vielfach auch nicht farbig illustriert, aber was nützt denn nur ein schönes Bild allein, wenn man einen Gegner einplant, der nicht nur blankes Kanonen-, äh, sorry, Schwerterfutter für Charaktere sein soll sondern eine ernstzunehmende Bedrohung, vielleicht auch auf längere Zeit? Um solchen Wesen mehr Leben einzuhauchen, muss ich weiterhin auf meine alten Monster Manuals zurückgreifen und mir dort die Informationen herausholen. Das ist unbefriedigend. Ein Konkurrenzunternehmen der Wizards, Mongoose, hat dies schon seit geraumer Zeit erkannt und bringt genau aus diesen Gründen nun sog. "Slayer Guides" heraus, die sich jeweils mit einer der Kreaturen aus dem ersten Monster Manual befassen und diese explizit mit all den von mir gewünschten Informationen beschreiben. Ist alles sehr schön, aber warum ist man gezwungen, hier auf andere Regelwerke zurückzugreifen (auch diese Bücher kosten Geld!), wenn man einfach nur ein paar mehr Informationen will? An mangelnder Kreativität kann's nicht liegen - das Wissen existiert ja, wie man an den vorhergehenden Manuals sehen konnte - es wird nur nicht eingebracht. Und damit ist ein für mich essentiell wichtiger Punkt nicht umgesetzt. Wegen der Befürchtungen, es würden vermehrt allzu heftige Monster den Weg in dieses Manual gefunden haben - dem ist nicht so. Das Challenge Rating ist für jeden Bereich von 1 bis 19 absolut ausgeglichen. Zwar finden sich in der Tat einige Monster mit einem CR 20+, diese sind jedoch nicht überrepräsentiert, sodass das Buch auch für Spielmeister mit Gruppen im durchschnittlichen Level nützlich ist. Fazit für mich: Ein interessantes, gut illustriertes Buch für Abenteurer Gruppen sämtlicher Levels, dass jedoch längerfristig aufgrund der mangelnden Hintergrundinformationen zu den dargestellten Monstern an Lesespaß verliert. Eine Anschaffung kann ich nur den Spielmeistern empfehlen, die das Vorgängerwerk gut fanden. Ich persönlich würde es mir nicht ein zweites Mal zulegen.
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