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4.0 von 5 Sternen
Die Reiche werden dunkler, in der Tat!, 24. April 2001
Als im Hause Uskreven bei einem Fest plötzlich Untote angreifen und im Zuge des Kampfes die Tochter des Hauses verletzt wird, sieht sich der Butler Erevis Cale erneut mit seiner Vergangenheit als Assassine und Spion konfrontiert. Die Angreifer schienen aus der Diebesgilde zu kommen, der auch Cale zumindest nominell noch angehört, doch die lebensgefährliche Verwundung seiner heimlichen Liebe treibt ihn in den Konflikt mit seinen ehemaligen Auftraggebern.Aus dem freundlichen, wohlerzogenen Diener wird wieder der eiskalte und brutale Killer, und scheinbar verläßt Cale zum letzten Mal die Sturmwetter-Hallen, die ihm zu einem neuen Zuhause geworden waren. Doch was er nicht ahnt: Die Diebesgilde wurde von einem Dämon unterwandert, der in der ganzen Stadt Attentate verübt. Geradeso davongekommen ist auch Cales einziger Freund, ein Halbling-Priester und Harfner. Gemeinsam ziehen die beiden in einen Kampf, der sie bis in die äußeren Ebenen führen wird, und aus dem sie mit eigener Kraft niemals als Sieger hervorgehen werden. Sicher, der Halbling hat seine Gottheit, aber wen hat Cale? Er, der sich immer unabhängig von allen äußeren Einflüssen gewähnt hat, muß sich jetzt entscheiden. Und das schnell... Paul Kemp verfaßte das erste "richtige" Buch der Sembia-Serie, nachdem "Halls of Stormweather" uns in Kurzgeschichten schon die Familie Uskreven vorgestellt hatte. Wie dort konzentriert sich Kemp auch hier auf den Butler der Familie, Erevis Cale. Dieser ist beinahe schon eine tragische Gestalt: gerade scheint er eine Heimat gefunden zu haben, in der er akzeptiert wird, da wird diese Heimat durch die Pläne des Dämons auch schon wieder zunichte gemacht. Am Ende steht er beinahe ohne Hilfe da und kann auch nicht mehr viel vom Leben erwarten. Kemp beschreibt Cales Charakter sehr eindringlich und genau; und das ist auch nötig, denn ansonsten würde man als Leser sicherlich nicht mit einem solch brutalen Mörder mitfühlen können. Das Buch ist gradlinig und düster. Auch wenn die Bösewichte eher blaß bleiben und sich auf allgemeinen und persönlichen Hass beschränken, ist dies doch eines der besseren Bücher der ehrwürdigen "Forgotten Realms"-Reihe. Gerade durch seine dunkle Beschreibung, in der das Gute eindeutig nicht immer triumphiert, läutet "Shadow's Witness" die neue Ära der Reiche ein: düsterer, dunkler, böser. Wenn man vom Agenten bei "Matrix" oder dem Kopflosen bei "Sleepy Hollow" fasziniert war, dann wird einem dieses Buch gefallen. Erevis Cale steht diesen Personen in nichts nach...
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