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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
So viel Potential... und so wenig daraus gemacht!, 19. August 2002
Als langjähriger Spielmeister der 2nd Edition (A)D&D und Besitzer nahezu jedes Monstrous Manuals war ich natürlich sehr gespannt, was das erste Monster Handbuch der 3rd Edition wohl hergeben würde. Nach fast einem Jahr des intensiven Testens kann ich, wie ich denke, ein kritisches Resümee verfassen. Ich beginne zuerst einmal mit den positiven Eigenschaften. Optisch ist das Buch zum größten Teil ein Genuß. Die visuellen Künstler und Maler, die Skip Williams und sein Team für dieses Buch engagiert haben, verleihen den vorgestellten Kreaturen im Gegensatz zu früheren Ausgaben eine interessante Tiefe und lassen sie vielfach realer wirken, bedrohlicher erscheinen. Besonders hervorzuheben sind meiner Meinung nach die großen Bilder von Richard SARDINHA (z.B. Kraken) und die des Conceptual Artists Sam WOOD (z.B. Minotaur, Mind Flayer). Lediglich mit Wayne REYNOLDS haben sich die Autoren einen Künstler ins Boot geholt, der es gekonnt versteht, "seinen" Kreaturen jeglichen Fantasy-Charme zu nehmen, indem er Proportionen schon einmal grundsätzlich mißachtet und sie fast futuristisch zeichnet... nun, Kunst ist Geschmackssache, allerdings findet auch jeder meiner Spieler seine Werke bzw. seinen Stil (höflich gesagt) mißlungen. Dennoch überwiegt bei weitem der positive Gesamteindruck. Bei der Überarbeitung der Monster auf die 3rd Edition sind die Verfasser mit viel Liebe ins Detail ans Werk gegangen und haben alle von mir eingehender getesteten Monster gut umgestellt, insbesondere deren Feats und Special Qualities abgewogen und wenig im Verhältnis zu Vorgängerwerken verändert. Auch hierdurch erhalten die Monster mehr Abwechslung und das dient langfristig der Motivation. Wirklich ärgerlich und massiv zur Abwertung beitragend ist hingegen, daß die Verfasser im Gegensatz zu früheren Ausgaben wirklich Unmengen an Hintergrundwissen über die einzelnen Monster weggelassen haben. Bei z.B. einem Remorhaz (um ein x-beliebiges Monster rauszugreifen) finden sich nur 10 Zeilen über sein Aussehen, seinen Lebensraum und seine Lieblingsspeise. Größenangaben finden sich nur in der allgemeinen Bezeichnung des Wesens als "Huge" und das stellt den DM erst einmal wieder vor das Problem, auf der Tabelle eine passende Größe in Metern und ein passendes Gewicht auszurechnen. Zum Vergleich: Im Vorgängerwerk war das Bild zwar nicht so gut geraten, dafür jedoch 5-fach!!! so viele Informationen enthalten, u.a. alle Angaben des aktuellen Werks aber auch Informationen, wie man solch ein Wesen abrichten kann, wie alt es i.d.R. wird u.s.w. Hier reicht es meiner Meinung nach auf keinen Fall aus, sich tolle Feats und Kampf-Regeln auszudenken und gerade an diesen wichtigen Basis Informationen zu sparen. Schließlich kann ein fähiger DM allein aus solchen Hintergrund Infos ein Mini-Abenteuer basteln. Außerdem sind sie interessant und spannend zu lesen. Dafür aber benötige ich jetzt aber immer noch mein altes Buch. Hier ganz klar ein fettes Minus. Die frühere Aufteilung nach dem Prinzip "Ein Monster - eine Seite" wurde bewußt aufgegeben, um sich nicht selbst vom Platz her zu limitieren. Gute Idee, zumindest im Prinzip. Denn das Buch ist damit auch leider unübersichtlicher geworden und wie bereits festgestellt, in keinem Punkt ausführlicher. Also wäre man vielleicht nach dem alten Prinzip als DM besser gefahren. Fazit für mich: Es bleibt am Ende festzuhalten, daß man dieses Buch als DM zwingend braucht. Die Umstellung der Monster von der 2nd auf die 3rd Edition möchte ich niemand empfehlen, der nicht vielleicht arbeitslos ist und im Lotto gewonnen hat (das schluckt Unmengen an Zeit!) Der Preis ist angesichts der Preispolitik der Wizards für 224 Seiten nicht übertrieben. Wären da nicht manche wirklich dämliche Monster-Bilder und die Einsparung an wichtigen Hintergrund Informationen, hätte dieses Buch 5 Sterne verdient. Natürlich hätte es dann doppelt so viele Seiten gehabt und wäre teurer gewesen, aber dann hätte man ein rundum zufriedenstellendes Werk... so ist es leider nur ungenügendes Flickwerk.
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