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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein automobile Design - Ikone zwischen Raumgleiter und Fa - Seife, 22. November 2008
Dieses Buch ist kein reines fotografisches Porträt des beliebten Automobilklassikers Citroën DS, sondern gibt einen globalen Überblick über die Entwicklung, die Produktvielfalt, die Serienfahrzeuge und Sonderkarosserien (z.B. Chapron), die Konkurrenzfahrzeuge und bezüglich der technischen Details.
Auf 190 Seiten beschreibt der Autor den Citroen DS, ein Auto, welches wie kaum ein anderes bei seiner Erstvorstellung auf dem Automobilsalon in Paris im Jahr 1955 für Aufsehen sorgte. Die DS wurde damals sogar schon 80000 - mal vorbestellt. Die DS von Citroën war das erfolgreiche Nachfolgemodell des ebenfalls sehr erfolgreichen Citroën Traction Avant, der uns aus zahlreichen Gangsterfilmen immer noch gegenwärtig ist. Bekannt wurde die DS in beliebten Filmen wie Fantomas oder French Connection - Brennpunkt Brooklyn. Das Design wirkt aber selbst heute noch futuristisch. Denn auch heute noch nutzt die Filmindustrie die DS als beliebtes Requisit. Eine leicht umgebaute DS war beispielsweise auch im Science Fiction Filmstreifen "Zurück in die Zukunft (Part 2)" in Gestalt eines zukünftigen Taxis zu sehen.
Bei der Vorstellung im Jahr 1955 in Paris fragten Journalisten: Ist das jetzt das Auto der Zukunft? Der Schriftsteller Spoerl antwortete darauf: "Dies ist nicht das Auto von morgen. Es ist von heute. Die anderen sind von gestern." Er hatte nicht ganz Unrecht, denn das Straßenbild war noch von Fahrzeugen wie dem Mercedes 170 V geprägt, dessen Kotflügel noch von außen an die Karosserie angeschraubt waren, während die DS bereits den heute immer noch üblichen homogenen Karosserieaufbau besaß.
Für den Entwurf war Flaminio Bertoni (Designer, Architekt, Bildhauer,...) verantwortlich, der auch bereits für den berühmten Citroën 2CV (Ente), Ami 6 und den Traction Avant federführend war. Beim Entwurf der DS orientierte sich Bertoni an der Form eines Haifisches. Mit der aufrecht stehenden Windschutzscheibe symbolisierte er die obere Haiflosse und das abfallende Dach sollte sich gemeinsam mit der unteren Linienführung spitz zum Ende des Fischrumpfes formen. Die Schwanzflosse konnte natürlich nicht nachgebaut werden :-). Allerdings hätte die ursprüngliche Entwurfsidee für ein zu langes Heck gesorgt, welches an sich nicht funktional gewesen wäre. Dennoch wollte Bertoni an seiner Idee festhalten. So wurden die Blinker am nun verkürzten Dachende angebracht und deuteten durch ihre richtungsweisende Gestalt die ursprüngliche Form an, die der Betrachter unbewusst wahrnimmt, indem er die gedachte Linie wahrnehmungspsychologisch zur intendierten Form ergänzt.
Die DS war seiner Zeit nicht nur im Design Voraus, sondern auch in vielen technischen Details, die allerdings zur Zeit der Markteinführung noch nicht alle ausgereift waren. Zu den technischen Neuerungen zählten z.B. eine besondere Lenkgeometrie, eine vorn breiter Spurbreite (1,50m) als hinten (1,30m), eine hydraulische Federung mit Höhenniveauregulierung, eine Panoramawindschutzscheibe, Scheibenbremsen vorn, zwei unabhängige Bremskreise, die als Hochdruckservobremsen über die Zentralhydraulik mit Druck versorgt wurden, eine maximale Rundumsicht, ein Gewicht sparendes Einspeichen - Lenkrad oder ein optionales halbautomatisches Getriebe. Ab 1967 kamen zusätzliche Fernscheinwerfer hinzu, die synchron zur Lenkung die Kurven ausleuchten konnten. Die Scheinwerfer lagen dabei zurückgesetzt hinter einer der Karosserie formangepassten Verglasung. Heute trifft man dieses Gestaltungselement fast bei allen modernen Autos wieder, wie z.B. dem Mazda 6, Opel Corsa, Mercedes SLK oder Opel Astra.
Vielleicht war es vor allem die Menge an Innovationen, welche die DS allerdings schnell zum Sorgenkind vieler Werkstätten werden ließ, die damals mit der neuen Technik oft noch nicht klar kamen und viele Reparaturen verschlimmbesserten. Selbst die Ingenieure bei Citroën benötigten bis zum Jahr 1966, um die leistungsfressende rote Hydraulikflüssigkeit durch die harmlose grüne zu ersetzen.
Der Fahrkomfort der DS ist allerdings bis heute immer noch göttlich. Es ist mehr ein Dahingleiten als Fahren. Fahrkomfort, Design und Luxus ließen die DS schnell auch zur Repräsentationslimousine vieler Staatsoberhäupter werden. Umbauten, Verlängerungen und Panzerungen lieferte damals die Pariser Karosserieschmiede Chapron.
Aufgrund der hydraulischen Federung ist der Citroen in der Lage, auch auf nur drei Reifen mit voller Geschwindigkeit zu fahren. So rettete die DS einst Charles de Gaulle bei einem Attentatsversuch das Leben.
Für Oldtimerfans ist die DS eine wertsteigernde Anlage und die Ersatzteilversorgungslage ist immer noch als befriedigend zu betrachten. Empfehlenswert sind vor allem Einkäufe in Südfrankreich, da dort das lochfrassanfällige Gefährt in günstigeren Klimabedingungen bewegt wurde und sich daher noch oft in gutem Zustand befindet.
Interessierte Personen an Restaurierungsmöglichkeiten von bestimmten Mängeln, sollten lieber Hilfe im Automobilclub oder in den Oldtimerfachzeitschriften suchen. Das Buch liefert aber eine gute Übersicht bezüglich Produktvielfalt und technischer Daten. Mittlerweile findet man auch das ein oder andere Buch zum Nachfolger CX. Es bleibt zu hoffen, dass Citroen wieder innovativere Wege einschlägt, da es leider um das französische Heiligtum nach der Eingliederung in die PSA Gruppe unter Leitung von Peugeot immer stiller geworden ist. Innovation bedeutet dabei nicht allein die Neuinterpretation von altbekannten Formen der DS oder des Ami 6, wie es leider derzeit bei Citroen betrieben Wer nach einer künstlerischen Betrachtung in Buchform zur DS sucht, ist mit dem Buch Citroën DS - Das göttliche Jahrhundertauto gut bedient.
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Für Göttinenanbeter, 5. September 2005
Noch heute ist die DS ein bemerkenswertes Fahrzeug, als sie 1955 präsentiert wurde, war der neue Citroen eine Sensation. Auf 190 Seiten hat der Autor ein Buch in gewohnter Qualität vorgelegt: Vorgeschichte, Entwicklung und Serienmodelle, Sonderkarosserien und Sporteinsätze, Rivalen, Kaufberatung und Lebenshilfe sowie (englische) Kontaktadressen sollten dem Buch einen festen Platz im Regal aller derer sichern, die zumindest ein wenig Interesse an der "Göttin" haben.
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