Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Life imitates Art. , 6. Januar 2007
Das Buch des amerikanischen Journalisten und Kolumnisten, der mit Killing Yourself to live ja gerade Furore macht, ist ein Potpourri von allerlei Gedanken zur aktuellen Pop-, TV-, und Sportkultur, die ohne tieferen Sinn und ohne Kontext, wie einzelne Artikelfragmente, auf dich zukommen. Ein zunächst zutiefst unwichtiges und kurzlebiges Buch, denn es dürfte mehr als fraglich sein, dass jemand in 20 Jahren noch Klostermanns Betrachtungen zur MTV-Serie The Real World auch nur ansatzweise nachvollziehen wird können. Und auch so ist die Frage: Muss man der Welt mitteilen, dass man alle Staffeln, alle Folgen dieser Serie gesehen hat? Und alle Teilnehmer nahezu auswendig kennt? Muss man über seine Liebe zum uncoolen Billy Joel schreiben? Muss man über Country-Musik vs. Moby schreiben? Und die Antwort ist nahezu ausnahmslos. Muss nicht, aber man kann ja mal. Unter Titeln wie «The Awe-Inspiring Beauty of Tom Cruises Shattered, Troll-Like Face» flanieren wir durch Klostermans Welt und Kopf, durch einen von Popkultur durchsetzen Trashkosmos, in dem Klosterman mit der Geduld eines Goldgräbers auf versunkene Schätze hinweist. Das ist mal oberflächlich, auch mal langweilig wenn einen das Thema so gar nicht berührt, wie etwa American Football bei mir , und immer wieder auch tiefgründig. Klosterman findet in den sumpfigen Day-Glo-grellen Gossen der kommerziellen Popwelt immer wieder Fragmente grundlegender Wahrheiten über das menschliche Leben in einer medialisierten Welt.
Als roter Faden emergiert die These, dass mediale Vorbilder das reale Leben überschreiben, dass wir unsere Handlungen, unsere Lebensziele, unsere Ansichten auf Kinofilme, Fernsehserien, Bücher, Songs formatieren, und so zu Von Art imitates Life zu Life imitates Art kommen, wir werden zu Simulationen der Simulation.
Dieser Ansatz wird etwa deutlich, wenn Klosterman darüber schreibt, dass seit etwa den 60er Jahren zunehmend die Suche nach Liebe von künstlichen medialen Idealbildern dominiert wird.
This is why I will never be completely satisfied by a woman, and this is why the kind of woman I find attractive will never be satisfied by me. We will both measure our relationship against the prospect of fake love. They think everything will work out perfectly in the end The main problem with mass media is that it makes it impossible to fall in love with any acumen of normalcy. There is no «normal» because everybody is twisted by the same sources simultaneously. ,, Real people are actively trying to live like fake people, so real people are no less fake.
Über The Sims:
What seemed so new about Seinfeld was that it didnt need a story to have a plot: Nothing was still something. The Sims forces that aesthetic even further. Nothing is everything.
Über The Real World:
By 1997, the opposite was startng to happen: I kept meeting new people who were like old Real World characters. If nothing else, The Real World has provided avenues for world views that are both specialised and universal.
Über Tribute-Bands:
These are bands mired in obscurity and engaged in a bizarrely postmodern zero-sum game: If a tribute band were to completely suceed, its members would no longer have personalities.
Über Pamela Anderson:
Pam is the embodiment of modern female sexuality and that embodiment is a Barbie Doll. Shes never been a person, and Im glad. Pam doesnt just have sex with guys, Pam fucks reality. Thats the weird irony that makes Pam Anderson so essential to our times: Shes not a real person, but shes still more real than any sexual icon weve ever had. Pam Anderson is a mainstream, nonsubversive porn star
Über Amateur-Online-Pornographie:
We want imperfection and we want heightened reality.
Über Frühstücksflocken:
An inordinate number of cereal commercials are based on the the premise that a given cereal is so delicious that a fictional character would want to steal it. Theyre the first step in the indoctrinations of future hipsters: Cereal commercials teach us that anything desirable is supposed to be exclusionary. We pursue that which retreats from us. The desire to be cool is ultimatively the desire to be rescued. Its the desire to be pulled from the unwashed masses of society. If we can just find that one cool thing that nobody else has we can be better than ourselves.
Über Star Wars:
The Empire Strikes Back was the seminal foundation for what became «Generation X».
Es macht nur Sinn, wenn Klosterman im weiteren Verlauf auch über die Frage nach Realität anhand von Filmen wie Matrix, Vanilla Sky oder Memento fragt oder die Unmöglichkeit von Authentizität in Zeitungsartikeln, über Journalisten, die völlig in ihrem Musik-Expertentum aufgehen und jeden Realitätsbezug verlieren, in ihrem Pop-Minikosmos verloren trudeln. Womit sich irgendwie ein Kreis schließt, denn Klosterman selbst ist so ein Universal-Experte, der mit einem erschreckenden Schatz an Querverweisen, Deutungshoheiten und Ideen durch die Musikgeschichte und die aktuelle Popkultur wandert und bei dem man schnell merkt, daß ihn diese schillernde Plastikwelt im Kern mehr interessiert als die echte. Chuck spielt mit seinem The-Sims-Chuck, weil er im Grunde ein virtuelles Leben führen möchte, ein reineres, klareres Dasein als reines poppig buntes Pixelbergchen führen will.
Dieser greifbare Wunsch, sich im Low-Culture-Universum aufzulösen wie ein Zuckerwürfelchen hält Klosterman nicht davon ab, smart und witzig und einsichtig über das Leben im berühmten 21. zu schreiben, wie ein Kugelblitz von einem Medium zum nächsten, von einem Genre zum anderen, mit einem gigantischen Cachet an unwichtigsten Fachwissen, einem Lexikon moderner Nichtigkeiten. Es macht Spaß dabei zuzusehen, wie schnell Klosterman von Trivialen ins Fundamentale wechseln kann und den Status Quo des urbanen, durchmedialisierten Lebens verortet. Das er dabei sehr amerikanisch und sehr aus der Sicht der nordwestlichen Kristallpalastbewohner schreibt, versteht sich von selbst aber eben aus dieser Perspektive heraus ergibt sich eben derzeit die globale kommunikationspolitische Erschließung der Welt und aus dieser Perspektive heraus ist unsere westliche Gesellschaft insofern auch zu deuten. Pamela Anderson mag in einem südafrikanischen Dorf eben nicht der Nabel der Welt sein, aber in Los Angeles und der westlichen Welt, die an dieser medialen Nabelschnur hängt, ist sie das (gewesen, wie gesagt, solche Texte altern schnell) und insofern sind solche Betrachtungen aus dem Epizentrum der Mediengenesis wichtig für unsere eigene, stets mit auf den den Schockwellen amerikanischer Kultur reisende Gesellschaft. Und die Transfiguration realen Daseins in eine neue, durch medien figurierte Form von Imitationsleben, die ist hier seit langem auch spürbar als einer der wichtigsten sozialen Trends seit den 80er Jahren und ebenso spannend wie beängstigend. Wir sind sind Sims. Wir wollenm aussehen wie Pam und Britney, wie Brad und Colin. Wir wollen keine echten menschen lieben, sondern fiktionale Perfektion, fake love. Und deshalb scheitern immer mehr Menschen an ihren eigenen, Simulacra-Sehnsüchten. Chuck Klosterman belegt diesen Trend mit klugen Anekdoten und anstatt in das sich hier anbietenden Untergang-des-Abendlandes-Gejammer einzustimmen, krault er uns lieber wohligen, fast behaglichen Schauer aus dem kollektiven Rücken.
Klosterman schreibt schnell und witzig und dürfte schrecklich für alle sein, die nicht einen kleinen Nerd in sich haben, der zu viel Wissen über unwichtige Filme und schlechte Bands lebenslang mitnotiert und gemerkert hat aber ansonsten ist das Buch eben von einem von uns für uns geschrieben.
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4.0 von 5 Sternen
Insightful!, 3. August 2005
Although he covers wildly varied topics, Chuck Klosterman's lively, stylish collection of essays speaks for and largely to one generation: Gen X. The author focuses not just on pop culture, but instead on pop culture's detritus. He doesn't discuss the best pop culture products. Rather, he covers the random bits and pieces that interest him. Some of these subjects merit his attention, such as popular television shows like The Real World, which have shaped later genres. Some of the other topics to which Klosterman turns his intelligence, ready wit (and occasionally profane tongue) are less obviously relevant - such as the meaning of breakfast cereal ads. He would argue that it doesn't matter, that everything in a society is connected and every part of popular culture tells us something about the way of life that produced it. Even so, you could still debate just what these specific items communicate - and while Klosterman's conclusions are always entertaining, many of them are highly debatable. In the areas such as music and celebrity journalism, where he is deeply experienced, his conclusions are more convincing and his ideas are most interesting. In other areas where he seems to spin positions from a more limited perspective, he is intriguing, but much less convincing. Despite this mixed menu and mixed perspective, we recommend this clever manuscript to pleasure readers who want a fun ride through pop land and to serious readers who are trying to understand the Gen X mindset.
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