Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Götter habens schwer.. Anfänger auch!, 21. Mai 2007
Auch der 7. Band der Serie um das Malanzanische Empire ist episch angelegt. Viele der bereits in "Midnight tides" begonnenen Handlungsstränge werden weitergeführt bzw. abgeschlossen.
Die Handlung findet hauptsächlich im Reich der Letherii statt, wo Rhulad Sengar, der unsterbliche Kaiser, regiert. Die einheimische Bürokratie, die Geheimpolizei und die reiche Oberschicht haben aber ihre eigene Agenda. Die malanzanische Invasion und einige wohlbekannte Helden erleichtern sein Amt auch nicht gerade.Besonders schwer haben es die Götter, die noch stärker als in den anderen Bänden fehlbar wirken und teilweise noch weniger Handlungsspielraum als die Sterblichen haben.
Was läßt sich sonst sagen?
Bei diesem Buch habe ich als Eriksonstammleser einen ausführlicheren Index der handelnden Personen wirklich vermißt. Die Personen und Handlungsstränge sind derart verwickelt, daß man über gute Kenntnis des Englischen und der vorangegangenen Bänd verfügen muß, um zu verstehen, worum es geht. Wer die anderen Bände nicht kennt, tut sich mit diesem Buch keinen Gefallen.
Die Personen sind wie immer gut charakterisiert; Erikson verzichtet erfreulicherweise auf Schwarzweißmalerei. Einige Szenen und Dialoge sind zum Schreien komisch, andere wirklich dramatisch. Der Autor zieht also wirklich alle Register und schreibt wie immer weit über dem Genredurchschnitt.Dieses Buch gehört für mich aber trotzdem nicht zu den besten einer wirklich herausragenden Reihe. Teilweise wirken die Szenen doch etwas zu routiniert. Lesenswert ist es aber allemal, wenn man die anderen Bücher kennt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Götter, Malazaner und Dämonen - grandios, 15. Januar 2008
Mit dem vorliegenden Band verschiebt sich Steven Eriksons epische (das Wort ist in diesem Kontext durchaus angebracht) Fantasygeschichte endgültig weg vom malazanischen Imperium. Ich für meinen Teil bedauere dies etwas, doch die Malazaner selbst bleiben uns erhalten - und das ist auch gut so.
Zur Erinnerung: Im 5. Bd. (Midnight Tides) wurde der Zusammenbruch des Königreichs Lether beschrieben, das nun von den Tiste Edur kontrolliert wird, einer der zahlreichen Rassen in Eriksons originellen Epos. Der faktisch unsterbliche Kaiser Rhulad Sengar, der einen unseligen Pakt mit dem "verkrüppelten Gott" eingegangen war, herrscht, allerdings nur dem Namen nach. Die Letherii mögen den Krieg verloren haben, doch wird die Wirtschaft und auch fast die gesamte Verwaltung von ihnen weiterhin kontrolliert. Und nicht nur der Kanzler träumt davon, die fremden Invasoren so bald wie möglich wieder los zu werden. Bis dahin sorgt die Geheimpolizei Lethers, ebenfalls nur aus Letherii bestehend, dafür, dass Ruhe herrscht, während der völlig vereinsamte und immer mehr dem Wahnsinn verfallene Rhulad Sengar einen Champion nach dem anderen im Kampf tötet - Frieden bringt es ihm nicht.
Im Osten des Reiches ist zudem ein offener Krieg entbrannt. Die Awl, eine von den Letherii sein Jahren zurückgedrängte Gruppe von Nomaden, sind unter ihrem Kriegsherrn Redmask vereint. Redmask, dem zwei dämonische K'Chain zur Seite stehen, wünscht sich nichts sehnlicher, als Letherii zu töten, und zu diesem Zweck nimmt er auch die Hilfe eines gestrandeten Malazaners an: Toc der Jüngere (zuletzt in Bd. 3 erwähnt).
Währenddessen flieht eine Gruppe Letherii, zu der auch der Tiste Andii Silchas Ruin und der Edur Fear Sengar (einem Bruder Rhulads) gehört, vor Rhulad. Dieser Erzählteil ist ebenso wie ein anderer, der sich Trull Sengar und dem Imass Onos dreht, nicht unwichtig, doch handelt der Großteil der ersten Hälfte des Buches in Lether (wo Tehol Beddict und andere Protagonisten der Geschichte nicht untätig sind) sowie im Osten, wo es zum gnadenlosen Kampf zwischen Letherii/Edur und den Awl kommt.
Da tauchen plötzlich an der Nordwestküste Lethers fremde Schiffe auf. Den Hof in Lether erreichen Nachrichten, die von fremden Soldaten berichten, die offenbar äußerst geschickt agieren und mit ihren effektiven Waffen jeden Widerstand zerschlagen. Bald stellt sich heraus, dass es sich bei den fremden Invasoren um eine malazanische Strafexpedition handelt: Tavore Paran, unlängst von der Kaiserin von Malaz zur Desertion gezwungen, und die 14. malazanische Armee (die Knochenjäger: Bd. 4 und 6) sind an der Küste Lethers gelandet, um den Tod malazanischer Zivilisten zu rächen, die von einer Expeditionsflotte der Edur regelrecht niedergemetzelt wurden. Dass sie nicht mehr Teil des Malazanischen Imperiums sind, stört die Soldaten wenig. Die als Vorhut agierenden malazanischen Marines (die das erste Mal seit den Tagen Kaiser Kellanveds so kämpfen, wie sie trainiert wurden, nämlich als Kommandotruppen), arbeiten sich geschickt bis vor die Tore Lethers vor. Das Schicksal dieser Malazaner ist ein weiterer Schwerpunkt der Handlung im zweiten Teil des Buches - und meiner Meinung nach auch der Höhepunkt des Buchs. Sei es Fiddler, Smiles, Corabb, Reliko, Skulldeath oder der einsame Magier Beak, die Ereignisse und vor allem die Personen des malazanischen Feldzugs werden von Erikson liebevoll beschrieben, wobei eine gehörige Priese schwarzer Humor nicht fehlt.
Über die Güte von Eriksons Stil wurde schon so oft in Rezensionen geschrieben, dass man sich eigentlich sparen kann, auf die innovative Welt, die breite und tiefsinnige Handlung oder das hervorragende Charakterdesign hinzuweisen. Eriksons "Malazan Book of the Fallen" ist sicherlich nicht nur für Fantasyleser ein Genuss - falls der Leser sich mit der düsteren Haupthandlung und dem teils schwarzen Humor arrangieren kann. "Reaper's Gale" ist jedenfalls ein hervorragender Roman, der aber sicherlich nichts für Einsteiger oder Leser ist, die sich eine schwarz-weiße Geschichte erhoffen, wo der Gute am Ende das Monster erschlägt und die Prinzessin heiratet. Wenn der vorliegende Band auch nicht ganz das Niveau von Bd. 6 (The Bonehunters) erreicht, so ist er doch jeden Cent wert. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht, zumal Ian Cameron Esslemont, der zusammen mit Erikson die Welt von Malaz erschaffen hat und selbst an einigen Kurzgeschichten sitzt, die Handlung im malazanischen Imperium weiter beschreiben wird.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Stark, aber doch nicht so gut wie die Vorgänger, 25. September 2007
Hallo,
ich bin ein großer Fan der Serie, doch kann ich nicht umhin zu sagen, dass mir der aktuelle Band nicht so gut wie seine Vorgänger gefallen hat.
Woran liegts?
Tja, es ist wieder einmal genug Handlungsvortrieb vorhanden, als dass man Herrn Erikson auch nur ansatzweise statisches auf der Stelle treten vorwerfen könnte, aber einige Textstellen sind einfach zu weit ausgedehnt worden und der Vorlauf für die Zuspitzung der Handlung ist zu lang. Oftmals werden die verschiedenen Handlungsplots auch mit zu viel Andeutung und zu wenig Konkretem überladen. Es ist zwar immer schon die Stärke Eriksons gewesen, die Informationen über die Zusammenhänge der Gesamtgeschichte gut zu streuen und von Zeit zu Zeit zu enthüllen, aber in diesem Buch wird zu viel gestreut und zu wenig aufgeklärt für meinen Geschmack. Zudem gleitet an einigen Stellen sein geniales Magiekonzept doch sehr in esoterische Metaebenen ab. Bisher fand ich sein Magiesystem immer recht plausibel, aber nun werden einige Türen geöffnet, die man besser geschlossen gelassen hätte und mich zumindest völlig verwirrt zurücklassen. Mag sein, dass sich der Inhalt bei einem nochmaligen lesen besser erschliesst.
Gewohnt gut ist die Zuspitzung der Handlung zu einem interessanten Finale, das wiederum aber die Neugier auf den nächsten Band auf die Spitze treibt.
Fazit: Für mich bleibt die Serie ein Garant für hohe Qualität, kleiner Wehmutstropfen sind die manchmal etwas langgezogenen Teilplots und die Überstülpung des Magiesystems mit einer für mich bisher nicht verständlichen Metaebene.
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