Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sie mögen Casting-Show? Dann müssen Sie dieses Buch lesen!, 26. November 2006
Gerade im heutigen Zeitalter der Casting-Shows - Popstars, DSDS, You can Dance - werden wir jede Woche mit den intensiven Emotionen von Sternchen und Möchtegern-Sternchen konfrontiert. Tränen, Wutausbrüche, Freude... alles schon da gewesen. Und wenn wir ganz ehrlich sind, amüsieren uns vor allem die Castings am Anfang, in denen talentlose Anfänger sich blamieren.
Neben den Bewerbern sorgt natürlich die jeweilige Jury für die nötige Spannung - Dieter Bohlen mit seinen markigen Sprüchen ist uns ebenso ein Begriff wie Nina Hagen mit ihrer esoterischen Mütterlichkeit oder Detlef D! Soest, der mit feuchten Augen seine weiche Seite zur Schau stellt.
Als Zuschauer wundern Sie sich oftmals, wie man sich als Bewerber so eine Blöße im Fernsehen geben kann? Sie verstehen manchmal nicht, wie die Jury so hart reagieren kann? Und allein die Logistik einer solchen Show kommt Ihnen manchmal Spanisch vor? Dann müssen Sie "Chart Throb" lesen!
"Chart Throb" bietet einen amüsanten und kurzweiligen Blick hinter die Kulissen einer Casting Show. Die Animateure, die möglichst viel "Emotionen" herauskitzeln sollen, die gestellten Massen-Aufnahmen beim Casting, die Schubladen, in die Bewerber schon im Vorfeld gesteckt werden... nur um eines geht es nicht: um Talent.
Wir lernen nicht nur Bewerber und Produktionsassistenten kennen, sondern auch die Jury. Der harte Chef, die mütterliche und schillernde Frauenfigur, der vernachlässigbar unwichtige 3. Mann, der jedem Kandidaten eine Riesenkarriere verspricht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt - die Parallelen zur Popstars-Staffel sind natürlich nur Zufall. Aber das Konzept geht auf.
Doch wenn das Konzept stimmt - kann dann wirklich jeder talentlose Idiot gewählt werden, nur weil die Jury es so will? Sogar... Angela Merkel? Oder in diesem Fall Prinz Charles? Das Ende von "Chart Throb" ist noch viel seltsamer, als wir es uns vorstellen können - und wenn Angela Merkel sich im nächsten Jahr bei DSDS bewirbt, werde ich zumindest nicht mehr überrascht sein.
Lesen Sie "Chart Throb", werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen - und genießen Sie die nächste Casting-Show mit einem breiten Lächeln auf Ihrem Gesicht, denn Sie wissen wirklich, wie es abläuft.
Wer Ben Elton kennt, wird dieses Buch genießen - es ist purer Ben Elton. Falls Sie "Dead Famous" bereits gelesen haben, werden Ihnen die Parallelen am Anfang auffallen - aber das Buch entwickelt sich schnell in eine andere Richtung.
Und für alle, die noch nie ein Ben Elton-Buch gelesen haben: Dies ist ein toller Einstieg!
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5.0 von 5 Sternen
Augenöffnen, 2. Juli 2007
Ein Wahnsinnsbuch über die verlogene, systematisch geplante Ausnutzung von Schafen, die sich in Casting-Shows beweisen wollen. Bitter, sarkastisch, unheimlich witzig wird die Welt der Medien dargestellt in der kein Jury-Mitglied auch nur einen Hauch von Integrität zeigt...Die Darstellung der Charaktere ist zum Schreien komisch und gleichzeitig erschreckend real. Die ahnungslosen Anwärter werden manipuliert und in ihrer Naivität für Einschaltquoten missbraucht. Ein absoluter Lesegenuss, nachher sieht man den ganzen Casting-Quatsch noch einmal mit anderen Augen...ein absolut empfehlenswertes Buch.
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5.0 von 5 Sternen
Wer sucht welchen Star? Und warum überhaupt?, 2. Juli 2007
Ben Elton hat sich schon früher mit Aspekten der Medien auseinander gesetzt, so etwa in Popcorn mit der Darstellung von Gewalt und ihrer Auswirkung auf Kultur und Gesellschaft. In Dead Famous hat er die Welt der Big Brother-Serien in ihren verschiedenen Formen aufs Korn genommen.
Chart Throb ist die neueste Inkarnation des Popstar-Formats, das mit seinen Variationen und seinen Ereignissen die Medienwelt in den letzten Jahren stark beeinflusst hat. Drei Richter ein moralfreier Opportunist namens Calvin Simms, ein ehemaliger mittelmäßiger Hardrocker nach einer Geschlechtsumwandlung, der nun Beryl heißt und ein eher erfolgloser Musikproduzent namens Rodney entscheiden vor laufenden Kameras und nach einem Skript, das nichts dem Zufall überlässt, über das Wohl und Wehe von ungefähr 95.000 meist jungen Menschen, die gerne mit ihrer Hilfe aus der Mittelmäßigkeit und Freudlosigkeit ihrer Existenz zum Starruhm aufsteigen wollen. Und obwohl jede Sekunde, die das Publikum auf dem Fernseher oder im Internet sieht voraus geplant und stark editiert ist, glaubt die englische Fernsehnation die Fiktion von spontanen Live-Ereignissen, die zu vom Publikum bestimmten Ergebnissen für die glücklichen Kandidatinnen und Kandidaten führen. Denn schließlich wurde es ihnen in den Printmedien, in den Teasern zum Format, in den Teasern zur Serie, in den Episodenteasern, in den Werbepausen und in den Episoden selbst immer und immer wieder so erklärt. Die logischen und logistischen Widersprüche machen dabei kaum jemanden nachdenklich. Im Endeffekt geschieht auf "Chart Throb" alles genauso, wie Calvin dies will. Jedenfalls normalerweise. Denn in dieser Staffel wirken zwei sehr ungewöhnliche äußere Kräfte auf Calvins Entscheidungsfreiheit ein und lassen so einen überaus unerwarteten Gewinner am Ende auf der Bühne stehen.
Neben den bereits zum Vergleich heran gezogenen Romanen zur Medienkritik, würde sich hier eventuell auch noch ein Bezug auf Eltons High Society anbieten, da diese drei Romane sehr aktuelle Probleme unserer Gesellschaft überaus plastisch darstellen. Schonungslos zeigt er in diesem Roman nicht nur die Verlogenheit und die Repitivität solcher Formate wie "Popstar" und "DSDS" auf, sondern nimmt auch gleich noch Serien wie "Die Osbornes" aufs Korn. Und auch das Publikum, das sich diesen Formaten zuwendet und sie damit so erfolgreich macht. Wem Neil Postmans We Amuse Ourselves to Death zu trocken war, der findet in diesen Romanen sicherlich einige leichter verdauliche Aufklärung. Bitterböse Satire bis zum bitteren Ende.
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