Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Von der Hölle in uns allen, 7. Juni 2007
William Beckfords 1786 erschienener Roman "Vathek, an Arabian Tale" zählt zu den frühsten Werken im Genre der Gothic Novel. Aber nicht nur zu den frühsten, sondern auch zu den gewagten. Die Eigenart der ersten Schauerromane ist es, dass sie in der Regel an exotischen Orten spielen, die in einer entfernten Vergangenheit liegen. Man denke etwa an Horace Walpole's "Castle of Otranto" oder Ann Radcliff's "The Mysteries of Udolpho". Und so lässt auch Beckford die orientalische Geschichte um den Kaliphen Vathek im Stile der "Märchen von Tausendundeiner Nacht" in einer imaginären, exotischen Vergangenheit spielen.
Vathek ist Herrscher über den Palast der fünf Sinne, wo jeder Sinnesdurst Erfüllung finden kann. In dieser exotisch-sinnlichen Welt der erotischen, lukullischen, musischen und vielen weiteren Genüsse, gibt es scheinbar keine Grenzen. Bis eines Tages ein mysteriöser Fremdling Vatheks Sinnsuche nach dem Ursprung aller Dinge anstachelt. Nach diversen Opfergaben, mit denen Vathek - von Sehnsüchten und Wissensdurst getrieben - die Gunst des Wesens immer zu beschwichtigen sucht, begibt sich der Kaliph schließlich auf eine Pilgerreise. Ziel: der Palast von Eblis, jener Ort, an dem Vathek auf die einzig wahre Stillung all seiner Leidenschaften hofft. Mit kompromissloser Grausamkeit bahnt sich Vathek seinen Weg dorthin.
Als Vathek und Nouroninhar, seiner jugendlichen Geliebten, die Pforte zum Palast aufgetan wird, mischt sich die üppigste und prächtigste Ausstattung mit extremsten Qualen und Schmerzen der Bewohner. Erst jetzt beginnen Vathek und Nouroninhar zu begreifen, an welchem Ort sie wirklich angelangt sind: in der Hölle.
"Vathek" ist ein beachtliches Stück Literatur, das man keinesfalls unterschätzen sollte. Der kurzweilig anmutende Roman entführt - oder besser: verführt - den Leser in eine farbenprächtige Welt der Gegensätze. Schönes und Hässliches, Helles und Dunkles, Erhabenes und Grässliches liegen hier Seite an Seite, vermischen sich, bedingen einander. Beckford spielt mit diesen Gegensätzen und komponiert sie aus. Trotz großem Überfluss ist Durst ein Leitmotiv des Romans. Wer es philosophisch mag, der kann hier ein Spiel zwischen sokratischer und epikuräischer Philosophie entdecken. Ein Leben gemäß den Prinzipien der Sittsamkeit oder denen der Lust. Und Vathek, der die Wahl zwischen beiden Möglichkeiten hat, erliegt seiner Schwachheit. Er macht sich auf eine Pilgerfahrt, die, von zahlreichen Abenteuern begleitet, schließlich in der Hölle endet.
Der Legende nach will William Beckford "Vathek" innerhalb von 3 Tagen und zwei Nächten geschrieben - im Anschluss an eine wilde Weihnachtsorgie. Das Original wurde übrigens in französischer Sprache niedergeschrieben. Der Stoff inspirierte insbesondere Byron und viele weitere Künstler. Beckford selbst musste sich Zeit seines Lebens um eines niemals sorgen: Geld. Denn das hatte er im Überfluss. Eine psychobiografische Deutung von "Vathek" drängt sich auf. Die Frage, was einer mit all dem Geld macht, beantwortete Beckford seiner Zeit auch für jedermann sichtbar: Sein Anwesen "Fonthill Abbey" erhielt einen gigantischen gotischen Turm und wurde selbst zu einem Palast der Sinne, bis das Gebäude schließlich einstürzte. Den Architekten dieser Lust verschonte es, so dass dieser bald "Lansdowne Hill" errichtete. Es ging das Gerücht, dass hier Ausschweifungen aller Art begangen würden, im berühmt-berüchtigten "Lansdowne Tower".
Was William Beckford hinterlassen hat, ist ein opulentes Feuerwerk der Farben und der Sinnlichkeit, dessen Anti-Held mehr und mehr in die Einsamkeit gerät. Nachhegeben hat er immer wieder den dunklen Wünschen, dem Lustprinzip, den Trieben. "Die Gier des Menschen" könnte unter diesem Roman stehen, der sich unter den gothic novels als ungewöhnlich herausnimmt - und deswegen durchaus wertvoll ist.
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4.0 von 5 Sternen
The Price of Knowledge, 27. Juni 2000
Beckford's "Vathek" is the tale of Vathek, a Caliph from the near east, for whom gluttony is a way of life. He partakes of everything to extremes in his marvelous palace - food, wine, women, and most importantly, knowledge. His mother Catharis encourages and fosters his love of the dark arts, by which he comes to summon a Giaour, a foul demon.The Giaour promises the voracious Vathek to grant him access to the realm of Eblis and Soliman, where he will command all demonic forces and be privy to enough knowledge to satisfy his curiosity. To this end, Vathek engages in wanton and reckless murders, seductions, and blasphemies against the patient divinity 'Mahomet' and his benificent spirits. One sees in "Vathek" a comparable theme with Montesquieu's "Persian Letters". In both, we have a tyrant, (Montesquieu's Usbek is a domestic tyrant) who abandons, and ultimately relinquishes all capacity to control their dominions or themselves - All for the pursuit of knowledge. Vathek can thus be seen as a critique of the Enlightenment and of enlightened despotism, so much the rage in Europe in the late 18th century. Beckford seems to rail at knowledge being held above respect for a common humanity. Overall a very interesting novel in many respects and aside from Beckford's unnecessary authorial interruptions, a solid read.
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4.0 von 5 Sternen
Unusual, sensational, 4. Januar 2000
Beckford's story is what is known as an Oriental tale; it falls into the sub-division known as 'Satanic.' The reader will easily see why. Vathek kills casually, his mother Carathis positively gleefully; they hold traffic with evil spirits, Carathis raising them up when necessary. What they do, they do to gain access to the Palace of Subterranean Fire. This story moves along well, with plenty of darkly humourous comments. The translation process does not seem to have impaired the book's readability; if so, it was probably due to the fact that Beckford and a colleague only worked on it sporadically--Beckford kept on having to remove himself from England to prevent unpleasantness. His tastes are reflected in his fiction.
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