Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meilenstein des englischen Schauerromans, 22. Mai 2000
Von Ein Kunde
"The Mysteries of Udolpho", 1794 veröffentlicht, ist der bekannteste Roman von Ann Radcliffe (1764-1823). Er spielt im Jahr 1584/85 in Frankreich und Italien und erzählt die Geschichte der jungen Emily St. Aubert, die sich der Nachstellungen des sinistren Ehemannes ihrer Tante erwehren muß. "The Mysteries of Udolpho" ist einer der bedeutendsten Vertreter der englischen Gothic novel, des Schauerromans. Zu dessen Inventar zählen ein mediterranes Setting, finstere Bösewichter, unterirdische Gänge sowie echte und imaginierte Verfolgungsjagden. Die Gattung, um 1760 von Horace Walpole begründet, erlebte ihre größte Blüte in den 1790er Jahren. Ann Radcliffes Romane zählten damals zu den populärsten des Genres. Auf raffinierte Weise verbinden sie sublimen Schauer mit herrlichen Landschaftsbeschreibungen und geschmackvollen Liebesszenen. "The Mysteries of Udolpho", ein prototypischer Vertreter der Gattung, bietet daher auch dem heutigen Leser eine abwechslungsreiche, wenn auch sprachlich anspruchsvolle Lektüre. Wer sich auf diese einlassen möchte, dem sei die vorliegende Ausgabe empfohlen. Sie ist sorgfältig ediert, eingeleitet und kommentiert; darüber hinaus bietet sie ein ansprechendes Druckbild. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der große Gothic-Klassiker, 15. Juni 2006
"The Mysteries of Udolpho" ist unter Literaturwissenschaftlern ein eigenartiges Werk, denn nahezu jeder kennt es, wenige haben es aber tatsächlich gelesen. Dabei ist dieser gewaltige Roman eine Pflichtlektüre für jeden, der sich mit der Gothic Novel auseinadersetzen möchte und zugleich generell ein Wissen über den englischen Roman für sich beanspruchen möchte.
Man muss ihn gelesen haben, um etwa Jane Austens "Northanger Abbey" verstehen zu können, insbesondere die Parodie auf "The Mysteries of Udolpho". Man muss ihn gelesen haben, um den Ursprung der typischen Gothic-Topographie, das weitläufige, wildromantische Schloss im Apennin, sinnlich vor Augen zu haben. Denn dieses Szenario sollte bis zum Fin de Siècle den englischen Schauerroman prägen. Und zu guter Letzt muss man ihn gelesen haben, um einen Begriff vom englischen Roman der Romantik zu haben, denn in der Tat ist "The Mysteries of Udolphos" zu einem Großteil die Charakterstudie einer verträumten jungen Frau.
Was die Oxford-Ausgabe angeht, muss zu der sehr informativen Einleitung allerdings der Rat gegeben werden - wie schon in einer anderen Rezension erwähnt -, diese erst am Ende zu lesen. Darin wird allzu viel über die inhaltlichen Geschehnisse verraten, die das Leseerlebnis beeinträchtigen können.
Man lasse sich also gleich auf Emily St. Auberts Geschichte ein, in der Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Das ruft insbesondere Theorien zur gothic novel, etwa Todorov, auf den Plan. Aber auch für nicht-Literaturwissenschaftler kann dieser poetische und sehr lyrisch geschriebene Wälzer durchaus ein Leckerbissen. Er behauptet zusammen mit "The Italian" den Rang Radcliffes als einer der größten Autorinnen der Gothic Novel aller Zeiten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
interessanter aber langatmiger Schauerroman-Klassiker, 5. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Frankreich Ende des 16. Jahrhunderts: Emily St. Aubert, die junge Heldin des Romans, wird nach dem Tode ihrer Eltern unter die Obhut ihrer Tante gestellt. Doch die auf Äußerlichkeiten und finanzielle Vorteile bedachte Frau und das junge, gefühlvolle Mädchen kommen von Anfang an nicht miteinander aus. Zuerst löst die Tante aufgrund ihrer übertriebenen Standesdünkel Emils Verlobung mit dem verarmten Valancourt, dann zwingt sie sie, ihr und ihrem Ehemann Montoni bedingungslos nach Italien zu folgen. Dort verlebt sie einige sorgenfreie Tage. Doch schon bald beginnt Montoni, Intrigen gegen sie zu schmieden und verfrachtet sie mitsamt ihrer Tante nach Udolpho, einem alten, halb zerfallenen Schloß in den Apennin. Dort wird sie mit unzähligen dunklen Geheimnissen konfrontiert. Diese lassen sich zwar allesamt auf natürliche Weise klären, doch aufgrund ihres angespannten Nervenkostüms gerät Emily immer mehr in Furcht, so daß sie schließlich bei jedem Laut oder Licht erschauert. So versucht sie immer wieder, diesem Ort zu entkommen. Doch erst nachdem Montonis Geldgier ihre Tante ins Grab gebracht hat, glückt ihr die Flucht. Bis sie schließlich in ihr Geburtshaus zurückkehren und sich glücklich mit ihrem ehemaligen Verlobten vereinen kann, muß sie jedoch noch viele gespenstische Abenteuer bestehen.Eigentlich verspricht der Handlungsabriß dieses etwa 200 Jahre alten Schauerroman-Klassikers eine durchaus angenehme und spannende Lektüre. Rückblickend kann ich mich sogar an viel Gutes erinnern. Dennoch hätte die Autorin gut daran getan, ihr Werk um etwa 300 Seiten zu kürzen. Endlose Landschaftsbeschreibungen lassen die Handlung stagnieren und rufen zusammen mit Radcliffes nicht enden wollenden Schachtelsätzen und den übertriebenen Gefühlsausbrüchen ihrer Protagonisten schon nach kurzer Zeit nichts als Langeweile hervor. Literaturstudenten sollten sich davon nicht abschrecken lassen; immerhin bietet das Werk einen guten Überblick über englische Literaturströmungen des 18. Jahrhunderts. Als freiwillige Freizeitlektüre ist es jedoch schlichtweg ungeeignet. Hobbyleser sollten daher ihre Finger davon lassen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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