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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mitreißend, umwerfend, schockierend!!, 29. Dezember 2006
Über die Weihnachtstage könnte man sich doch mal wieder einen Klassiker gönnen, habe ich mir so gedacht. Je dicker und anspruchsvoller desto besser, wann hat man schon so viel Zeit. Acht Tage und gut 800 Seiten später bin ich nun verwirrt, beeindruckt, begeistert, schockiert und mitgerissen und stehe nun vor der Aufgabe, diese so unterschiedlichen Eindrücke in eine Rezension verpacken zu wollen. Meyers Großes Taschenlexikon hat mir nicht wirklich dabei geholfen, meine Gedanken zu ordnen. Dort heißt es nämlich unter dem Eintrag Thomas Pynchon: "Dabei dient ihm die kulturpess. Metaphorisierung der Entropie ebenso zur Veranschaulichung seiner Zivilisationskritik wie die Darstellung paranoider Ängste angesichts der als undurchschaubar erlebten Realität". Da steh ich nun, ich armer Tor...
Doch trotz der hier attestierten Entropie weißt Thomas Pynchons Hauptwerk "Gravity's Rainbow", ein, wenn nicht sogar das Hauptwerk der literarischen Postmoderne, einen klaren Hauptplot auf, der auch ohne Sekundärliteratur deutlich zu erkennen ist: Der paranoide und sexsüchtige Tyrone Slothrop arbeitet während des Zweiten Weltkrieges in England für die Organisation PISCES (Pschological Intelligence Schemes for Expediting Surrender). Slothrop hat die Eigenschaft, kurz vor Raketeneinschlägen immer eine Erektion zu bekommen. Er will diesem Geheimnis auf die Spur kommen und begibt sich daher auf eine Odyssee durch ein geisterhaftes Deutschland in den Monaten nach der Kapitulation. Hier trifft er, größtenteils im Drogenrausch, auf jede Menge seltsame Gestalten und findet schließlich den Grund für sein "Gebrechen": Als Kind hat ihn sein Vater an die IG Farben verkauft, um für das Geld seine Ausbildung zu finanzieren. Der wahnsinnige Wissenschaftler Laszlo Jamf hat Tyrone dann so konditioniert, dass er auf den Stoff Imoplex G mit sexueller Erregung reagiert. Genau dieser Stoff wurde auch beim Bau der A4 und V2 verwendet, was Slothrops erotische Verbindung zu diesen Waffen erklärt.
So weit, so gut. Doch der Hauptplot wird immer wieder durch ganz seltsame Episoden erweitert. Gleich zu Beginn wandert der Soldat "Pirate" Prentice durch London und nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass St. Paul's Cathedral von einem riesigen Polypen gefressen wird. Am Ende des Romans berichtet der Erzähler von Byron der Glühbirne und dessen Lebensgeschichte, die ihm unter anderen in das Zimmer einer Prostituierten führt, wo er in diverse Körperöffnungen der sexgierigen Kundschaft eingeführt wird. Armer Byron...
Und immer wieder Sex! Im Roman wimmelt es nur so vor sinnlichen, abstoßenden, perversen und extravaganten Sexszenen. Diese stehen teilweise nur wenige Zeilen von Abschnitten getrennt, die schockierender und bewegender kaum sein können. Ein Beispiel: Pökler, ein Ingenieur, der am Bau der V2 in Nordhausen beteiligt ist, sucht im direkt an die Fabrik angeschlossenen KZ Dora nach seiner Geliebten. Als er durch diese Hölle auf Erden wandert, fällt es ihm wie Schuppen von den Augen, für welch ein Regime er gearbeitet hat: "The odors of shit, death, sweat, sickness, mildew, piss, the breathing of Dora, wrapped him as he crept in staring at the naked corpses being carried out, now that America was so close, to be stacked in front of the crematoriums, the men's penises hanging [...] where it was darkest und smelled the worst, Pökler found a woman lying, a random woman. He sat for half an hour holding her bare hand. She was breathing. Before he left, he took of his gold wedding ring and put it on the woman's thin finger, curling her hand to keep it from slidinf off" (432ff.;Teil 3, Abschnitt 11).
Und was soll das Ganze? Was ist die Message? Nun, eine richtige Antwort auf diese Frage gibt es wohl nicht. "Gravity's Rainbow" bietet so viel, dass jeder Leser etwas für sich finden kann. Thomas Pynchon sieht die Welt als Chaos ohne klar erkennbare Struktur und genau das spiegelt sich auch in der Vielschichtigkeit seines Werkes wieder.
Fazit: Nur Mut, trauen Sie sich an dieses Meisterwerk. Es gibt nicht viele Romane, die das Potenzial haben, die Horizonte ihrer Leser zu erweitern. Dieser Roman gehört definitiv dazu!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
For De Mille, young fur-henchman can't be rowing!, 26. Juli 2000
The rumors are true: this book is difficult. It's obscure. It's labyrinthine. It requires unusual feats of memory and patience on the part of the reader. But none of these qualities is, in itself, bad. NO considerable work of literature, from any period of history, yields up all of its pleasures to the idle reader. And "Gravity's Rainbow" is a very considerable book. A great book, even. It rewards diligence and attention, because through its web of symbolism and verbal acrobatics Pynchon has created a very beautiful and, yes, meaningful statement. This statement is not hidden by the symbols and puns; it is CREATED by them. To say that "Gravity's Rainbow" is a good book burdened by an overly indulgent execution is to miss the point. The execution is the book. There is no way to separate the two.So, should you read "Gravity's Rainbow"? Or, more appropriately, would you enjoy reading "Gravity's Rainbow"? It depends. I definitely wouldn't recommend it as light reading, but I wouldn't recommend almost any of the books I really love as light reading. If you like big, complex, sprawling literature ("Ulysses," "One Hundred Years of Solitude," "Moby Dick," Blake, etc.) then this book might be just what you're looking for. If you prefer the minutely crafted and the rigorously controlled ("A Portrait of the Artist as a Young Man," Fitzgerald, James, Austen, etc.) then this one might not be your cup of tea. Me, I like 'em both. And I say, go for it. If your head starts spinning after a couple of hundred pages, that's just space-sickness kicking in as the rocket hangs in its single moment of stillness, about to plunge down... (also, any book containing a law firm called Salitieri, Poore, Nash, De Brutus, and Short can't be all bad).
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The Finest Novel Ever Written in American Literature!!!, 12. September 1999
Von Ein Kunde
Thomas Pynchon's mindblowing masterpiece is easily the finest achievement in American literature. Someone referred to this as America's "Ulysses". That it is. I know this can be a frustrating book to get through, it is insanely difficult reading at times, but just go with the flow and trust Pynchon. It's funny to see that others had to give this a few tries before they made it through all the way. I admit it, it took me three times until I finally got into the book. It IS extremely disorienting and chaotic at first, but, like someone posted earlier, embrace chaos. In fact, throw out all preconceptions you have in regards to mere traditional fiction. I'm talking character development, linear narritive, and yes, even plot. Pynchon masterfully thwarts all convictions and has created a unique and utterly original work of art. So what is it about? It's about many things: Paranoia, sex/death, rockets, World War II, nasty British candies, immortal light bulbs, pigs, sexual perversity, ect, ect...It's about our modern world and whose really in charge. It's a weird sort of LSD flashback, it's.....Just read it.
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