Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein neuer Hobb - ein neues Glück?, 7. August 2005
Als Fan von Robin Hobb habe ich gebetet, dass diese Buch endlich erscheint und als es schließlich ankam, habe ich es in einem Aufwasch verschlungen. Nun, eine knappe Woche nachdem ich mit Shaman's Chrossing fertig bin,der Inhalt sich gesetzt hat und ich meine Gedanken geordnet habe, möchte ich das eine oder ander dazu sagen.Shaman's Chrossing reicht lange nicht an seine Corgängerwerke heran. Zwar ist die Welt in der die Geschicht um Navare, der Hauptperson spielt, eine andere als die aus den vorherigen Romanen bekannten, doch ist sie bis auf eine minutiös ausgearbeitete Kultur, völlig seelenlos, was sich besonders im Hauptcharakter wiederspiegelt. Nevare ist langweilig, spießig und so gar nicht wie Fitz, Althea oder Chade... Ständig versinkt er im Selbstzweifel oder in den Zwängen seineer Erziehung. Wesentlich spannender sind da die Personen die sich um ihn herum kristallisieren. Shaman's Chrossing ist zwar eingängig zu lesen, und hat eine interssante Handlung, trotzdem fand ich das was passiert, sehr herbeikonstruiert - gerade die eigentliche Begründung für die Geschichte selbst... Aber das mag Geschmackssache sein. Von mir gibt's 3 Sterne, da ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Gut geschrieben, tolle Idee! Aber im Nachhinein bleibt - gerade wenn man die anderen BÜcher der Autorin kennt - ein sehr fader Nachgeschmack...
|
|
|
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Wie passiv und unsympathisch darf ein Held sein?, 31. August 2006
Der Name Robin Hobb erweckt automatisch hohe Erwartungen. Zu hohe vielleicht, denn in SHAMANS CROSSING, dem ersten Teil der Soldier Son Trilogy, kann die Autorin ihnen nicht gerecht werden.
Hobb kreiert eine Welt, die sehr dem Amerika am Anfang des 19. Jhdt. ähnelt. Die wesentlichen Konfliktherde sind das Königreich Geria gegen die indigenen Völker (plainspeople und Specks) und große Umbrüche im Königreich selbst (vor allem Old Nobles gegen New Nobels). Die Indianer, Gewehre etc. sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt überwiegt der Reiz des Neuen.
Der Stein des Anstoßes ist der Protagonist und Ich-Erzähler Nevare Burvelle. Als Zweitgeborener eines Adeligen liegt sein Schicksal in der Armee besiegelt. SC handelt hauptsächlich von seiner Ausbildung zum berittenen Offizier, zuerst als Kind unter der Aufsicht seines Vaters, später auf der königlichen Academy. Das Problem ist seine Persönlichkeit. Typisch für Hobb ist Nevare mehr Antiheld als Held. Er leidet unter Selbstzweifeln und Unentschlossenheit; möchte von seinen Freunden als Führungspersönlichkeit wahrgenommen werden, übernimmt aber nie Verantwortung, sondern wählt immer den Weg des geringsten Widerstandes (leidet unter dem Mobbing seiner Mitkadeten, muss aber von seinem Onkel gezwungen werden etwas dagegen zu unternehmen; weigert sich dem jungen Caulder zu helfen, obwohl er sieht wie ihn die anderen missbrauchen; schweigt, wenn sein Freund Gordo verspottet wird). Nevare weigert sich die Realität anzuerkennen, auch wenn sie ihm ins Gesicht schreit (die Tree Woman ist keine Einbildung und Ipiny ist kein albernes Dummchen sondern seine einzige Verbündete im Kampf gegen feindliche Magie). Schlimmer jedoch sind Nevares grenzenlose Selbstgerechtigkeit und Bigoterie, sein Egoismus und dass er nicht hinter seinen Freunden steht (verachtet Gord, behauptet aber gleichzeitig sein Freund zu sein). Da der junge Mann außerdem der Ich-Erzähler ist, ist die gesamte Geschichte von seinen persönlichen Einstellungen und Charaktereigenschaften eingefärbt es gibt kein Entrinnen.
In den letzten 50 Seiten ändert sich Nevares Persönlichkeit, er gewinnt an Selbstvertrauen und Standhaftigkeit (ich werde den Grund nicht verraten, das wäre ein großer Spoiler). Zwar lässt es für den zweiten Band, FORREST MAGE, hoffen, aber es entschuldigt nicht die Frustration, die der Leser die restlichen 582 Seiten erdulden musste.
Nevares Passivität wirkt sich auch auf die Handlung aus - er ist wie ein Zweig, der im Strom der Ereignisse mitgerissen wird. Außer seiner Ausbildung passiert nicht viel. Es wird hauptsächlich erläutert, wie die Welt und die verschiedenen Kulturen funktionieren. Dabei hat mich besonders das Erbsystem befremdet. Nur der Erstgeborene eines Adeligen kann erben; sollte dieser sterben (und sei es bei der Geburt), wird ein erstgeborener Cousin zum Erben ernannt - der Zweitgeborene des Adeligen, der Soldier Son, wird übergangen. Je nachdem an welcher Geburtsfolge sie stehen, haben auch die restlichen Söhne fix zugeteilte Aufgaben (Priester, Musiker usw.). Ich kann mir nicht vorstellen, dass das lange bzw. überhaupt funktionieren kann.
Fazit: Robin Hobb hat zuviel Anti und zuwenig Held bei Nevares Charakterentwicklung verwendet und die Geschichte selbst kann auch nicht wirklich mitreißen.
|
|
|
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lohnende Anstrengung, 10. April 2006
Nach den außergewöhnlich gut gezeichneten Charakteren ihrer ersten drei Trilogien war ich sehr auf diese "neue Welt" von Robin Hobb gespannt. Der Einstieg war jedoch um ein Vielfaches schwieriger als erwartet. Das lag zunächst an der so gar nicht an klassische Fantasy anknüpfenden Welt, die auf den ersten Blick scheinbar die Eroberung des amerikanischen Kontinents sehr eng nachzeichnete. Am schwersten aber war es der Erzählung durch die Augen der Hauptperson zu verfolgen. Der zu beinahe blindem Gehorsam erzogene Sohn eines Kavallerieoffiziers hat allergrößte Mühe selbständig denken zu lernen. Sein fester Glaube an die Richtigkeit des herrschenden Weltbildes, das jedem eine feste Rolle für das ganze Leben zuschreibt, bekommt nur sehr langsam Risse, die er immer wieder zu kitten versucht. Er wirkt halsstarrig, stur und voreingenommen. Schwer, für so jemanden Sympathien zu entwickeln... Trotzdem - oder aber gerade deshalb - wird der Leser letztendlich reichlich dafür belohnt, wenn er sich die Mühe macht, diesen jungen Mann auf seinem Weg zum Erwachsenen zu begleiten. Für mich ist dies einer der ganz wenigen Fantasyromane, der die Bezeichnung "Literatur" verdient, eben weil der Leser nicht nur unterhalten wird, sondern emotional und intellektuell gefordert wird. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|