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Mit Der ewige Gärtner zieht der Autor jedoch wieder alle Register. Die Personenbeschreibungen sind so elegant und ausdrucksstark und der Stil so klar und eindringlich wie ehedem. Aber vor allem hat le Carré für seinen neuen Roman ein Thema gefunden, das genauso bedeutungsgeladen ist wie die, mit denen er sich in der Vergangenheit befasst hat: die üble, nur scheinbar Heil bringende Welt der globalen Pharmaindustrie. Le Carré erforscht die alten Themen von Betrug und Gefahr in einem Erzählstil, der den Leser über die gesamte beachtliche Länge des Romans hinweg völlig packt.
Sein Protagonist, Justin Quayle, ist ein unbedachter britischer Diplomat, dessen Arbeit beim britischen Hochkommissariat in Nairobi an einen von Graham Greenes entwurzelten Helden erinnert, die sich darum bemühen, im schwülen Verfall fremder Gefilde zu überleben. Kenia unter Präsident Arap Moi befindet sich im Würgegriff von AIDS, während politische Machenschaften die Gefahr vertuschen und für einen tödlichen Status quo sorgen. Als Quayles Ehefrau (die sich weit mehr als er dafür interessiert hat, was um sie herum geschieht) getötet wird, macht er sich daran, den Umständen des Verbrechens nachzugehen. Seine Nachforschungen führen ihn in ein düsteres Geflecht aus Ausbeutung, Habgier und einen großen Pharmakonzern, der darauf erpicht ist, sein "Wundermittel" gegen Tuberkulose auf den Markt zu bringen. Als sich Quayle näher mit der Firma befasst, über die seine Frau Nachforschungen angestellt hatte, beginnt all das, woran er bisher geglaubt hatte, ins Wanken zu geraten.
Der stete Spannungsaufbau und die rigorosen Charakterbeschreibungen sind klassischer le Carré, und der Leser stellt beglückt fest, dass der Meister wieder in Form ist und durch das Doppelspiel der heutigen Welt mit einer echten Wut beseelt ist. --Barry Forshaw -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spionage ist Nebensache,
Von Christian Mayr "einmeier" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der ewige Gärtner (Taschenbuch)
Interessant, sind hier durchaus deutliche, thematische Parallelen zu Mankell's aktuellem Roman - Kennedys Hirn - zu erkennen: auch John Le Carre schildert, kritisiert und verdeutlicht die potentiell skrupellose Art und Weise, wie internationale Pharmakonzerne die Dritte Welt missbrauchen. Doch im Vergleich zu Mankell konkretisiert Le Carre das Thema deutlicher und konstruiert gefühlvoll mit seiner so bewundernswert präzisen, nahezu intellektuellen Sprache einen hoch-spannenden Thriller, in dem das für ihn sonst typische Thema der Spionage nur eine Rahmenhandlung darstellt. Ein spannender, hoch-politischer und brisant-aktueller Roman, der sich emotional distanziert und erstaunlich - fast erschreckend - nüchtern und damit umso wirkungsvoller einem Thema widmet, das beunruhigende Sorge auch hierzulande verbreitet und damit stark nachdenklich stimmt. Nicht zuletzt die liebevoll skizzierten Protagonisten und Le Carre's detaillierter Blick für seine Umwelt dürften nicht nur eine ideale Vorlage für die kommende Verfilmung sein, bereits das Buch ist ein atemberaubendes 'Kopfkino' für Liebhaber anspruchsvoller und kritischer Thriller, die keine Angst vor sprachlich und inhaltlich hohem Niveau haben.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Gärtner sucht den Mörder,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der ewige Gärtner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wundervolles Buch. Nachdem sich John Le Carre aus dem Dienst Ihrer Majestät verabschiedet hat, die Reihe mit Smileys Leuten und anderen Agent wird nach dem Ende des Kalten Krieges ja nicht mehr fortgesetzt, schreibt er jetzt über Geschäftemachereien. So auch hier. Wie immer werden die Handelnden langsam vorgestellt und die Stimmung in einem feinem Bogen aufgebaut. Bevor man sich auch nur umschaut ist man tief in erin Verwicklung über... Aber über den Inhalt soll ja nichts gesagt werden. Wer Le Carre kennt und liebt wird auch mit diesem Buch wieder glücklich werden. Mit reiferem Alter werden seine Bücher und Charactere immer tiefer und hintersinniger. Ein rundum zu empfehlendes Buch
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Anstand in einer bösen Welt,
Von Lucius (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der ewige Gärtner: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Der ewige Gärtner" gehört zu den unterschätzten Werken von John le Carré. Es ist eines seiner besten.Natürlich gibt es noch Handlung, Spannung usw. Aber das spielt alles nicht mehr die große Rolle. Worum es le Carré geht, sind einfache moralische Fragen. Z.B. um Mitleid. Z.B. um Anstand. Z.B. um die Verlockungen von Ruhm, Reichtum und Karierre. Z.B. um Feigheit. Wer einen klassischen Thriller sucht, ist hier falsch. Le Carré hat sich hiervon inzwischen weit entfernt. Wer dagegen geneigt ist, sich ganz direkt mit moralischen Fragen auseinanderzusetzen, die in der einen oder anderen Weise auch ihn oder sie selbst betreffen, und gleichzeitig außerdem ein spannendes Buch mit all den typischen Stärken von Le Carré zu lesen, sollte sich nicht von der zurückhaltenden Rezeption des Buches abschrecken lassen. Es lohnt sich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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