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Moviemans Kommentar zur DVD: Das Bild gibt sich je nach Lichtstimmung recht schwankend. Dabei begünstigt weniger Licht stumpfe Schärfewerte und Rauschen, welche wiederum in hellen Einstellungen keine Probleme darstellen. Der Ton bringt eine enorm lebendige Kulisse und starke Effekte mit sich, während die Stimmen etwas kräftiger ausfallen könnten. Das Aufgebot an Extras ist nicht minder informativ und dabei unterhaltsam wie umfangreich.
Bild: Das farblich sehr anspruchsvolle Bild spielt gekonnt mit seinen Farbstimmungen (Boden mit Flasche, 00:01:41), die zwischen satt, schroff und natürlich bis kühl schwanken. Je nach Lichteinfall und Drehort ergeben sich hier recht große Unterschiede, die das Auge aber angenehm aufnimmt. So ergibt sich das Licht der afrikanischen Wüste natürlich vollkommen anders als die Stimmung in einem englischen Büro, was sich aber inhaltlich durchaus motiviert ergibt. Dennoch muss bemerkt werden, dass durch die schwankenden Licht- und Farbstimmungen keine konstanten Schärfe- und Kontrastwerte erreicht werden können. Während Aufnahmen im natürlichen Sonnenlicht brillant leuchten und eine extrem hohe Auflösung zeigen (Finger und Gesicht des alten Mannes, 00:40:02 oder Hautporen, 01:54:32), verschwimmt ein Gesicht in einer kühl beleuchteten Wohnung schon mal grobkörnig, so dass in Nahaufnahmen Falten oder gar Hautporen nicht auszumachen sind (Fiennes, 00:03:29). Auch ein leichtes Rauschen lässt sich in diesen, leicht düsteren Szenen ausmachen (Hemdkragen und Garten im Hintergrund, 00:04:00). Die Kontrastwerte passen sich in eben dieser Weise den schwankenden Lichtverhältnissen an und können nicht immer als einwandfrei bezeichnet werden, vor allem weil häufig mit ihnen gespielt wird, wodurch sich teilweise wunderbar komponierte, dabei aber hochgradig überzogene Ansichten zeigen (Überblendungs-Szenen, 00:39:43). Die Kompression arbeitet, bis auf wenige Aussetzer, die sich als geringes Flimmern von feinen Linienmustern oder leichte Rauschmuster auf planen Oberflächen zeigen, recht stabil. Insgesamt lebt das Bildmaterial stark von seinen wechselnden Licht- und Farbstimmungen sowie den schwankenden Kontrast- und Schärfewerten. Eine durchgängige Wertung ist kaum möglich, so dass in unsere Benotung Mischwerte aus den diversen Einstellungen eingehen müssen.
Ton: Der vitale Ton bedient sämtliche Kanäle mit großer Spannung und Lebendigkeit. Musik mischt sich aufregend mit starken Effekten, dumpfen Rhythmen und einer harmonisch wie anregend durch den Raum vibrierenden Kulisse (Vision, 00:40:03). Richtungsdynamische Effekte kommen sehr zielgerichtet beim Zuschauer an und vermitteln den Eindruck großer Nähe zum filmischen Geschehen. Selbst sanftere Details wie Vogelstimmen wechseln über die verschiedenen Boxen (Flamingos, 00:40:09) und erzeugen ein Gefühl großer Räumlichkeit. Die Dialoge hingegen könnten im Vergleich zu dieser generellen Saftigkeit ein wenig voluminöser und mit etwas mehr Direktionalität ausgestattet ausfallen. So kommen einem stellenweise die Stimmen im vergleich zu Musik und Kulisse etwas zu leise du unentschlossen vor. Zwischen deutscher Synchronisation und Original ergeben sich dabei keine großen Unterschiede, außer dass die Synchronisation minimal dünner klingt. Der DTS-ES 5.1-Ton überträgt geringfügig mehr Druck und Raumklang als die DD 5.1-Fassungen. Noch zu erwähnen wäre, dass die DVD ist mit einer zusätzlichen Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte ausgestattet ist.
Extras: Das umfangreiche, untertitelte Bonusprogramm kommt auf einer extra Disc daher. Den Auftakt bilden deutscher (2:14 Min.) und englischer (2:11 Min.) Trailer. Es folgen ein Making Of (11:33 Min.), das die Arbeit am Set dokumentiert und Mitwirkende zur Produktion zu Wort kommen lässt. Dabei geht es um Charaktergestaltung, die Story und die Form der Zusammenarbeit. Zahlreiche Filmausschnitte lockern das unterhaltsame Material auf. "Eine Hommage an Afrika: Der Dreh in Kenia" (9:27 Min.) zeigt Bilder aus dem Land, bringt Kommentare der Schauspieler über Land und Leute und erläutert die Auswahl der Drehorte. "John Le Carré: Vom Buch auf die Leinwand" (8:05 Min.) erzählt den Weg, den die Romanvorlage nahm. Um schließlich verfilmt zu werden. Sehr detailliert werden hier die einzelnen Schritte und Ansichten des Autoren, Produzenten und Regisseurs dargelegt. auf Die DVD beinhaltet außerdem zehn Programmtipps. Die Deleted Scenes (10:34 Min.) beinhalten zusätzliches Filmmaterial, das leider unkommentiert bleibt. Es folgen die sehenswerte erweiterte Szene "Haruma - Das Theaterstück in Kibera" (9:40 Min.) und darauf interessante Interviews (17:53 Min.) mit Ralph Fiennes, Rachel Weisz, Bill Nighy, Danny Huston, Pete Postlethwaite, Fernando Meirelles, Simon Channing Williams und John Le Carré. TV Spots (2:56 Min.) und, die Arbeit am Set eindrucksvoll dokumentierende, Szenen vom Dreh (14:29 Min.) beschließen das hintergründige Bonusmaterial. --movieman.de
Die Geschichte der Beziehung zwischen dem britischen Diplomaten Justin Quayle (Ralph Fiennes) und seiner Frau Tessa (Raquel Weisz), wird von Anfang an als Rückblende erzählt. Der Abschied am Anfang ist einer für immer. Es folgt die Geschichte eines Mannes, der sich in die Frau verliebt, mit der er verheiratet war und die schon tot ist, als man sie kennen lernt.
Quayle, ein Mann mittleren Alters, hat es sich im mittleren diplomatischen Dienst in Afrika bequem eingerichtet. Ihn interessieren seine Blumen, seine Rhododendren mehr als das was außerhalb seines Gartens passiert. Er hält in London einen Vortrag, lernt dort Tessa kennen. Er fühlt sich an ihrer Seite lebendig, sie sich an seiner Seite sicher. Die Sache endet schnell im Bett und in der Eheschließung. Sie setzt sich in der Folgezeit für die Ärmsten der Armen ein, kämpft gegen mächtige Männer und starke Lobbys. Da ihr Mann sich hinter seiner Passivität verschanzt, sucht sie für ihren Kampf einen Verbündeten. In dem Mann, der schließlich an ihrer Seite stirbt(Hubert Koundé), und den alle für ihren Liebhaber gehalten haben, findet sie ihn.
Die Zeitebenen werden vom Regisseur geschickt miteinander verzahnt. Als der „ewige Gärtner", die Nachricht von ihrem Tod erhält, spürt man nicht nur wie ihm der Boden unter den Füssen wegleitet, sondern wie er auf dem Weg zur Wahrheit, seine verstorbene Frau neu entdeckt. Posthum spürt er, wie fremd ihm seine Frau gewesen war. Zwischen Kenia, London, Berlin und dem Sudan pendelnd, folgt er ihren Spuren ins Dickicht des Pharma-Skandals. Auf seiner Suche wird er von Vorgesetzten fallen gelassen, von Freunden verraten und findet doch allmählich das Engagement, das ihn vorher an seiner Frau immer störte. Doch auf diesem Weg lernt er seine Frau im nach hinein kennen und lieben. So gibt er der Trauer einen angemessenen Raum, weil der in der späten, viel zu späten Liebe seine Frau, mehr begreift als zu Lebzeiten.
Bewegende Bilder eines fiktiven Falles, der aber wohl möglich in der Wirklichkeit noch schlimmer ist. Bilder von endlosem Elend, anonymen Sterben, entsetzlichen Slums, Gewalt, Überfall und Mord. Aber auch Liebe und Lebensfreude auf beiden Seiten.
Ralph Fiennes in der besten Rolle seiner Karriere in diesem Film, sicherlich Höhepunkt des Kinojahres 2006.
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