In diesem Beziehungs- und Ehekrisenroman geht es um das Grafenpaar Holk und Christine. Der Roman spielt in den 1850er Jahren in Schleswig-Holstein und Dänemark. Er spielt also im Vorfeld der Schleswig-Holstein-Krise und des Deutsch-Dänischen Krieges von 1863/64.
Christine ist in herrnhutischer Tradition in einem Pensionsstift „Gnadenfrei" erzogen worden. Sie ist eine Ausgeburt an Tugendhaftigkeit und ist beständig bestrebt nach ihren Idealen zu leben und ihr Umfeld danach zu gestalten. In ihrem Haus wohnt Julie von Dobschütz, eine alte Freundin aus der Pensionszeit.
Christines überaus tugendhafte und dabei selbstgerechte Art hat Holks Liebe auf eine harte Probe gestellt.
Als er in seiner Funktion als Kammerherr der alternden dänischen Prinzessin für längere Zeit an den Hof gerufen wird, taucht er in eine gänzlich andere Welt ein. Zur Entourage um die Prinzessin gehört das junge Fräulein Ebba von Rosenberg. Sie ist Christines Gegenbild. Wie der Name bereits signalisiert (Eva) repräsentiert sie das Ur-Weibliche. Mit einer Mischung aus sinnlicher Weiblichkeit und Koketterie wird sie für Holk schnell der Punkt um den alle seine Gedanken kreisen.
Als er sich ihretwegen von seiner Frau trennt, muss er feststellen, dass Ebba, an deren Gefühlen für ihn er nach einer gemeinsam verbrachten Nacht nicht im geringsten gezweifelt hatte, ihn zurückweist.
Nach Jahren gelingt ihm die Wiederverheiratung mit Christine Doch bald wird klar, dass kein neues Glück zwischen beiden aufkommen wird. Christine bleibt selbst gegenüber der Dobschütz verschlossen und nimmt sich schließlich das Leben.
Fontane schildert die Charaktere und die Beziehungen, die zwischen ihnen entstehen mit meisterhafter Ironie Sein sensibles Einfühlungsvermögen in die Charaktere lässt sie mit ihren Freuden, Ängsten und vergeblichen Träumen lebendig werden.
Er schildert sie sorgfältig in ihrer Ernsthaftigkeit und dennoch wird diese Ernsthaftigkeit beständig durch eine leise aber unerbittliche Ironie konterkariert.
Alle emphatischen wünsche und alle Tragik erhalten so einen leichten Beigeschmack.
Der Leser kann sich zurücklehnen und mit einem leisen Lächeln das Scheitern der Figuren betrachten.
Genau dieser Ton ist die Meisterschaft Fontanes, wie sie auch in diesem Roman ihren Ausdruck findet.