Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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33 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Ende des Konkurrenz-Zeitalters und das Ende der Helden. Der Beginn von Menschlichkeit und Kooperation. , 12. April 2009
Ähnlich wie das Cluetrain.de Manifest ist dieses Buch für mich ein Meilenstein des Erkennens, ein Buch, das eine Zäsur markiert. Dabei geht es um einen Gedanken, den der Schriftsteller Arno Schmidt schon in den 50ern formulierte, in dem er vom Zusammenschluss aller (menschlichen) Gehirne träumte. Heute ist dies möglich und Michael Maier hat für dieses neue, kooperative Zeitalter treffende Grundlagen formuliert.
Die Anlaysen des Autors sind ebenso treffend wie schlagartig erhellend:
"Wir erleben den Abschied vom abweisenden Denker, der sich zurückzieht, um autoritär ein Urteil zu fällen."
"Die Denker und Dichter der Gesellschaft leben in trauter Inzucht, behängen sich gegenseitig mit Preisen."
"Was unsere Eliten sehr gut können: Alles erklären, wenn es erst mal geschehen ist. Sie sind Meister der distanzierten Nachbetrachtung."
"Wir müssen uns vom Genie- oder Heldenprinzip verabschieden."
Hier schreibt keiner professoral von oben herab, sondern aus einem inneren Zusammenhang. Michael Maier hat mit der Netzeitung ein sehr frühes Projekt im Web und ist deshalb immer am Kern des Internet gewesen. Man fühlt seine Bewunderung für den amazon Gründer Jeff Bezos, der in den besten Jahren von amazon 2006 und 2007 immer noch vom Gehalt eines Lehrers lebte, mit 50000 Dollar im Jahr. Ich spüre, dass er die größere Dimension des Internet wie einen Diamant erkannt hat und seine Schlussfolgerungen sind echte Diskusssionsmeilensteine, die jeder von uns mit weiterspinnen solllte.
Die wesentlichen Fundamente der Zukunft sind Kooperation und Menschlichkeit, die Aufhebung alter Netzwerke des Geldes, des Geistes - hin zu einem neuen Zeitalter, in dem wir alle bestimmen, wie es mit der Erde weitergeht. Michael Maier beschreibt die neue Fähigkeit, gemeinsam zu denken als einen siebten Sinn, einen vollkommen neue Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren, Probleme zu lösen. Dieser 7. Sinn ist z.B. bei Delfinen vorhanden und wir alle sind soeben bei den ersten Schritten, es diesen intelligenten Tieren gleichzutun.
Beispiele für die Open Source Collaboration werden in diesem Buch treffend beschrieben, erste gemeinsame "Echolote" im Kapitel 3 skizziert. Im Kapitel 4 folgen die ersten kollektiven Denkerfolge, Kapitel 5 erschließt das neue Superhirn, gefolgt von einer Vernunft und Ethik im Internet von morgen (Kapitel 7). Warum wir an unserem Egoismus gescheitert sind und dass es noch nicht zu spät ist ergibt sich am Schluss, ein optimischer Blick in die Zukunft, gebündelt in zehn Thesen für eine positive Zukunft.
Man kann darüber streiten, ob alles zu spät ist, die Menschheit bereits in den Abgrund fällt. Ja, das ist legitim. Aber ebenso sinnvoll ist es, über ein Happy End unserer gewaltigen, globalen Probleme nachzudenken. Ich hänge dieser These an und habe noch nirgendwo so treffend formulierte Gedanken gefunden wie in diesem Buch. Es ist für mich die (deutsche) Weiterführung der Cluetrain.de Ideen, eine Zäsur des Denkens für eine neue Erde, die Norbert Elias so eingeläutet hat: "Wir leben am Ende des Zeitalters der Barbaren." Michael Maier beschreibt, wie es weitergeht.
Besonders interessant auch der Exkurs in die deutsche Technologieentwicklung. Hier wird deutlich, warum gerade wir in Deutschland neuen Techniken seit dem zweiten Weltkrieg eher skeptisch gegenüberstanden und dem Internet mehr Zweifel als Hoffnung entgegenbringen. Die in seinen 10 Thesen zusammengefassten Ideen eines unwiderstehlichen zivilisatorischen Schubes sind eine logische Verdichtung des Cluetrain Manifestes, projiziert in eine gemeinsame, kooperative, hoffnungsvolle Zukunft, aus der ich die These 7 herausheben möchte:
"Je mehr desto vernünftiger.
Eine mathematische Regel sagt, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn immer mehr kompetente Leute an einer Entscheidung mitwirken. Im Superhirn (dem neuen Internet) schmort keiner untätig auf der Ersatzbank."
Ich empfehle dieses Buch allen, die fühlen, dass egoistisches Konkurrenzdenken, solitäre Helden und Macht Einzelner der Vergangenheit angehören. Es sollte insbesondere von Lehrer, Politikern und allen Chefetagen gelesen werden. Und von allen Menschen, die TV-verblödend und konsumaffig HEUTE noch geil leben wollen, weil: morgen sind wir tot. Michael Maier schreibt gegen diese Probleme unserer Zeit an und ich wünsche seinem Buch eine breite Leserschaft.
Am Ende möchte ich betonen, dass ich Michael Maier nicht persönlich kenne und auch nicht von seiner Marketing-Abteilung bezahlt werde. Ich selbst bin ähnlich lange wie er im Internet unterwegs und bestreite mein Einkommen schon längst unabhängig im Netz - weit weg von Vetternwirtschaft, autoritären Gate-Keepern und Machtumtrieben der verfettenden Traditionalisten. Nach der Lektüre seines Buches habe ich allerdings Lust, den Mann hinter diesen Gedanken kennenzulernen. Er ist ein Mensch, der weitere Sätze schreibt als alle "Leid-Artikler" unserer deutschen Medienszene zusammen.
Ich gratuliere Michael Maier zu diesem mutigen Buch, ich wünsche, ich hätte es selbst geschrieben. Aber das tut nichts zur Sache. Wir werden die Gedanken alle zusammen weiterschreiben.
Ich werde insgesamt 20 Bücher an die Schulen in meinem Ort verschenken. Es ist eine der sinnvollsten Investitionen in unsere gedankliche Zukunft. Ja, ich fordere Tageszeitungen, Magazine, Radio- und TV-Sender auf, jedem Tag aus diesem Buch zu zitieren, es zu lesen.
Pflichtlektüre für alle! 20 Sterne.
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48 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
" Die Mitwirkung am Aufbau eines übergreifenden menschlichen Kommunikationssystems ist so packend, dass alle, die daran, 10. Juni 2009
mitwirken, tatsächlich Zeit und Raum vergessen."( Michael Maier)
Der Journalist und Internet-Unternehmer Michael Maier hat mit diesem Buch ein Plädoyer für das Internet und dessen Möglichkeiten geschrieben. Er zeigt, weshalb sich die Kommunikation im Internet zwangsläufig zu einem kooperativen Netzwerk verdichten muss, dessen Ziel es ist ein kollektives Superhirn zu bilden, das für alle zum Vorteil ist, weil jeder an dessen Wissen partizipieren kann. Die alten Eliten haben alsbald ausgedient. Wer zukünftig sein Wissen nicht teilen möchte, wird am gemeinsamen Erfolg nicht teilhaben. Herrschaftswissen wird es in Zukunft so nicht mehr geben.
Je mehr Menschen sich zum positiven Miteinander im Netz bekennen, umso weniger wird es für Destrukteure möglich sein ihre Veitstänze aufzuführen. Man wird sie zukünftig leicht erkennen können, weil derzeit die technischen Möglichkeiten hierfür bereits entwickelt werden.
Im Netz wird Wissen ausgetauscht und kommuniziert, wer anderes möchte, hat den Sinn noch nicht erkannt. Wer sein Ego aufblasen möchte und nicht gesprächsbereit, dozieren möchte, hat auf dieser Plattform nichts verloren. Er gehört einer derzeit untergehenden alten Welt an.
Maier vergleicht das Internet mit dem Echolot der Delphine. Wie bei den Delphinen sind die Chats sozusagen die Herden, die sich zusammenfinden und Teile des Weges gemeinsam finden. Er zeigt wie wir uns als Mitglieder von Communities abtasten, Beziehungen eingehen und in diesen sozialen Netzwerken die Anonymität aufgehoben wird.
Maier verschließt nicht die Augen davor, dass nicht alle mit offenem Visier operieren, dass durchaus auch Masken und Tarnungen verwendet werden, allerdings sollten diese nicht dazu führen, dass sich destruktive Kräfte durchsetzen und das ganze komplizierte Gebilde von innen heraus zerstören, konstatiert der Autor und zeigt Wege auf wie dies zu verhindern ist.
Maier sieht in den alten Eliten, die Herrschaftswissen für sich behalten möchten, die eigentlichen Störenfriede des Netzes, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass man hier traditionelle Kommunikationsmodelle infrage stellt.
Ausführlich erklärt der Autor Sinn und Zweck von Communities, Groups, Blogs und YouTube. Am Beispiel von Wikipedia und Google wird deutlich, dass es erste kollektive Denkerfolge gibt. Um solche geht es nämlich im Netz. Maier ist davon überzeugt, dass im Internet die Chance besteht ein kollektives Superhirn herauszubilden.
Das heutige Internet allerdings ist bloß eine Vorstufe zu diesem Superhirn. Eine der essentiellen Veränderungen wird die Sicherstellung der persönlichen Identität sein. Mittlerweile wird bereits an einer " Identitäts-Karte ", vergleichbar mit der Kreditkarte gearbeitet. Ein weiteres Projekt- das so genannte "Higgings- Projekt" verfolgt das gleiche Ziel.
Unternehmen wie IBM und Microsoft sowie die wichtigsten amerikanischen Universitäten unterstützen das Projekt. Man möchte ein offenes Identitätsnachweissystem schaffen, bei dem jeder sein Profil, einschließlich der sozialen Beziehungen mit sich führt, wo immer er sich im Netz bewegt. Hierdurch wird vor allem die Sicherheit im Netz erhöht.
Das Superhirn ist kein Zentralcomputer, kein globaler Bundesnachrichtendienst oder dergleichen. Vor ihm muss man sich nicht fürchten. Das Superhin ist eine kollektive Lernmaschine und nur das.
Michael Maier verdeutlicht am Beispiel der Delphine, deren Echolotsystem, gewissermaßen " Vorbild " für die Entwicklung des menschlichen Superhirn ist, dass diese ihr Kommunikations- und Informationssystem nicht entwickeln um sich gegenseitig zu vernichten, sondern um sich zu helfen.
Maier lässt nicht unerwähnt, dass die Vernetzung aller menschlichen Köpfe zu einem Superhirn neue moralische Kategorien erfordert.
Der Philosoph Peter Sloterdijk konstatiert, dass die gigantischen " Vernetzungsrevolutionen... die Koexistenz der Menschen.. auf neue Grundlagen gestellt" haben.
Überlieferte Moralvorstellungen werden relativiert, wenn wir durch vermehrtes Wissen besser Beschlüsse fassen können. Je mehr man über die Konsequenzen seines Handels Bescheid weiß, desto komplexer werden Entscheidungen, umso weniger eingeengt ist man in seinen Betrachtungen, um so liberaler wird man im Denken.
Wir müssen uns ein neues normatives System erarbeiten und zulassen, dass es sich dauernd ändert. Das Echolotsystem, besagte revolutionäre Kommunikations- und Informationsmethode, wird beim Erwägen, Urteilen und Entscheiden helfen.
Ein Lese-Muss nicht nur für diejenigen, die sich täglich im Internet aufhalten.
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17 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
kontrovers, 8. November 2008
Maiers Buch ist kontrovers. Das Internet als Superhirn, das als kollektive soziale Intelligenz fungieren soll, ist in der Tat ein bereits beschrittener Weg,d er kaum noch umkehrbar ist. Mittlerweile sind unzählige Menschen abhängig vom Internet, ja hauptberuflich mit dem World Wide Web verbunden. Der gesunde Mittelweg ist, einen Kompromiss zuzulassen und das Internet zu nutzen, ohne benutzt zu werden. Das aber unser komplex gewordenes Leben nur noch auf eine schriftlose Zivilisation zugeht, wage ich zu bezweifeln. Die Schrift ist ebenso wie das Buch ein unabdingbarer Garant für Intelligenz, Weiterbildung und den Fortbestand unserer Zivilisation. Was die fast ausschließliche Nutzung des Internets für Folgen hat, sehen wir letztendlich nicht nur bei der völlig desolaten Beherrschung deutscher Sprache bei einer Vielzahl von jungen Menschen. Internet-Foren bezeugen dies tagtäglich. Der visionäre Ansatz sinnvoller Nutzung der neuen Medien wurde vom Autor allerdings gekonnt hervorgehoben. Unsere Welt wird sich in noch ungeahnten Bahnen weiterentwickeln, noch nicht einmal Zukunftsforscher wagen eine weite Sicht in die künftige Entwicklung. Die globale Vernetzung wird allerdings in jedem Fall dazugehören.
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