Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessante Einblicke, 1. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Das erste Mal und immer wieder. Die autobiografische Schilderung einer Prostituierten (Taschenbuch)
Linda Moos, 36, blickt auf eine 20 Jahre lange Karriere als Hure zurück. Sie erzählt, wie sie aus zerrütteten Familienverhältnissen ins Milieu kam und im Laufe der Zeit an die 6000 Männer befriedigte. Man erhält hervorragende Insider-Einblicke in die Szene, vom Edel-Bordell bis zum Straßenstrich ist alles dabei. Es gibt wohl kaum Dinge, die Frau Moos nicht durchgemacht hat, insbesondere bei ihrer späteren Spezialisierung Richtung SM sind die Phantasien einiger Typen schon ziemlich abstrus, um nicht zu sagen gestört. Auch bei der Beschreibung der Dinge nimmt sie kein Blatt vor den Mund, weshalb der Leser einiges vertragen können sollte. Man muss bei diesem Buch aber auch sagen: Sex sells. Frau Moos hätte immer wieder Auswege gehabt, u.a. über verschiedene nette Beziehungen. Doch es dauerte meist nicht lang, bis das Geld knapp wurde. Wenn ihr Mann ihren Kaufrausch nicht mehr bezahlen konnte, gab's erst Vorwürfe - und dann ging sie bald wieder anschaffen. Ihr Leben ist ein Pendel zwischen Traumwohnung plus schicker Wagen und absoluter Pleite. In diesen Extrema liegt neben der Erotik der Reiz des Buches, aber man sollte nur beschränktes Mitleid haben - ihr Schicksal war größtenteils gewollt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
64 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aufwühlend und schonungslos ehrlich, 8. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Das erste Mal und immer wieder. Die autobiografische Schilderung einer Prostituierten (Taschenbuch)
Zwei Dinge haben mich an diesem Buch sehr aufgewühlt: Erstens steigt man hinab in die Abgründe sexueller Obsessionen. Man erfährt sehr vieles über die Natur des Menschen, die weitaus animalischer ist, als man unter dem Deckmantel der Zivilisation glauben möchte. Lust kann etwas völlig anonymes, bodenloses sein, das einen aus der Bahn schmeißt. Das zweite, was mich sehr beschäftigt hat: Dass die Autorin ihren zweiten Sohn wieder zur Adoption freigegeben hat, nachdem sie seine kindliche Seele durch ihre eigenen Narben und Neurosen zu sehr belastet hat. An dieser Stelle musste ich wirklich weinen, weil es einer menschlichen Bankrott-Erklärung gleichkam, dass sie ihren geliebten kleinen Sohn wieder freigab, um ihn vor sich selber zu schützen. Das ist wirklich tragisch. Die schonungslose Lebensgeschichte zeigt ein paar Dinge auf: Zum Beispiel, dass Lusterfüllung völlig losgelöst ist von Personen. Dass Prostituierte hart arbeitende Dienstleister sind. Und dass sie zum Teil selber Spaß bei der Arbeit haben - das hätte ich nicht gedacht! Über Lisa Moos denke ich, dass in ihrer Seele durch den Missbrauch in der eigenen Familie eine Schallmauer durchbrochen worden ist. Ihre kindliche Unschuld wurde mit Gewalt durch einen ekelhaften alten Sack zerstört. Danach hat sie aus der Not eine Tugend gemacht und ihren Körper losgelöst von der Seele. Immer wieder versucht sie, von der Prostitution wegzukommen und schafft es nicht einmal in ihrer Ehe. Sie ist zum Bestandteil ihrer Persönlichkeit geworden, vielleicht ist es für Lisa Moos sogar heilsam gewesen, Sex so genau zu erforschen, als Ware zu benutzen??? Fragen, die sich jeder selber bei der Lektüre des Buches stellen und vielleicht beantowrten kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
und trotzallem kein Selbstmitleid, 13. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Das erste Mal und immer wieder. Die autobiografische Schilderung einer Prostituierten (Taschenbuch)
Autobiographien von „normal sterblichen" haben häufig einen unerträglichen Stil. Diese hier jedoch nicht. Lisa Moos schreibt vollkommen angemessen ihrer Geschichte und das Buch ist angenehm zu lesen. Die Geschichte, die sie über ihr Leben erzählt ist unheimlich aufrüttelnd, es ist wahnsinn, was ein einzelner Mensch schon in jungen Jahren alles erleben muss und durchmachen kann und trotz zahlreicher Rückschläge nie verzagt und weiter an ein schönes erfülltes Leben mir einer glücklich Familie glaubt. Ihre Leidensgeschichte, die sie aber nicht als solche darstellt, ist sehr interessant, natürlich auch durch die Beschreibung der sexuellen Praktiken. Sie beschreibt ohne Blatt vor dem Mund, was ihre Freier verlangen (man glaubt gar nicht, was manche Menschen aufgeilen kann), was ihr selbst an dem Beruf der Prostituierten gefällt und wie sie selbst das erträumte Leben immer wieder zerstört und ihre Liebsten gleich mit. Alles in allem ein wunderbar ehrliches Buch, denn Lisa Moos scheint vor keinem prekären Detail zurückzuschrecken, auch wenn sie sich so in einigen Situationen selbst in ein schlechtes Licht rückt. Ich bewundere, bemitleide und verabscheue sie zu gleich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|