„Kommt der Krieg ins Land, gibt's Lügen wie Sand" lautet ein uraltes Sprichwort, welches schon zu Zeiten des ersten Weltkrieges bekannt war.
Da läßt der Titel des Buches „Der erste Weltkrieg, Wahrheit und Lüge..." einiges erwarten.
Nicht nur, daß die Lügen aufgedeckt werden, nein darüber hinaus hat Frau Hamann sogar die Erkenntnis der Wahrheit zu bieten.
Vertieft man sich allerdings in die Lektüre so wird man bitter enttäuscht. Die historischen Aussagen des Buches sind nicht nur oberflächlich und verallgemeinernd, sondern äußerst tendenziös. Wichtige Tatsachen werden verschwiegen, die Position der Alliierten Gegner Deutschlands wird ungeprüft übernommen. Statt Lügen aufzudecken, werden dem Leser bestenfalls Halbwahrheiten im Dienste der Political Correctness geboten. Hier nur einige Beispiele:
Über zwei Seiten läßt sich die Autorin über die zahlreichen gescheiterten Friedensinitiativen aus. Warum wird mit keinem Wort das deutsche Friedensangebot vom Dezember 1916 erwähnt, bei dem die Vorschläge der Mittelmächte lediglich darauf beruhten ihren Völkern Ehre, Dasein und Entwicklungsfreiheit zu sichern? Das klingt nicht nach festhalten am Siegfrieden.
Beim Franktireurkrieg wird uneingeschränkt die belgische Position übernommen, wonach es angeblich gar keine Franktireurs gab, sondern nur Panik unter den deutschen Truppen und ungerechtfertigte Massaker. Zahlreiche Untersuchungen und hunderte eidesstattlicher Zeugenaussagen von deutschen Soldaten während und nach dem Krieg wiederlegen dies.
Jedoch, die Geschichte schreibt der Sieger und viele Historiker schreiben da heute noch ab.
Hindenburg und Ludendorff wollten die Verantwortung für den Waffenstillstand nicht übernehmen. So einfach ist das laut Frau Hamann! Jedoch die Wirklichkeit sah anders aus: Ludendorff konnte die Verantwortung nicht mehr übernehmen, weil ihn der Kaiser schon im Oktober entlassen hatte. Und die Reichsregierung unter Prinz Max von Baden bestellte bewußt einen Zivilisten als Verhandlungsführer um die Generalität herauszuhalten und den Forderungen Wilsons zu genügen.
Die englische, französische und später auch die amerikanische Propagandamaschinerie führte einen gezielten Haß- und Lügenfeldzug gegen Deutschland. Hier wurde von offizieller Seite in unvorstellbarem Ausmaß vorsätzlich gelogen und gehetzt, daß sich die Balken bogen nur um Haß und Moral im eigenen Land aufrecht zu erhalten. Dies wird kaum thematisiert.
Die vielen, schönen Bilder sind das einzig lobenswerte. Sie bieten als Zeitdokumente auf ihre Art eine eigene Wahrheit. So hält der Inhalt nicht, was der Titel verpricht. Übrig bleibt bestenfalls ein Bilderbuch, geeignet zum Schmökern an kalten Winterabenden. Der historischen Wahrheit wird hier kein Dienst erwiesen. Schade fürs Geld.