Das Erstlingswerk von Clive Barker enthält sechs Kurzgeschichten, die nichts für Leser sind, die blutrünstige Geschichten ohne Sinn und Verstand lesen wollen. Diese Erzählungen sorgen nicht nur für Grusel, sie sind auch noch gut geschrieben.
Clive Barker studierte Philosophie und begann zunächst Theaterstücke zu schreiben, bevor er 1984 seine erste Kurzgeschichtensammlung "Das erste Buch des Blutes" veröffentlichte. Es gibt insgesamt sechs "Blutbücher". Die Reihe wurde gleichermaßen von Kritikern, als auch von Lesern gelobt.
Die Sammlung wird durch eine Geschichte eingeleitet, die für sich selber schon schauderhaft ist. "Blutbücher sind wir Leiber alle; wo man uns aufschlägt lesbar rot." Tote sind es, die uns die folgenden Geschichten hinterlassen haben. Geschrieben auf menschliche Haut.
Barker vermischt in seinen Stories sowohl Horror, als auch Fantasy, somit ist der Teufel kein furchterregendes Monster, er ist vielmehr eine lächerliche Gestalt. "Beelzebub war halb Elefant, halb Wespe." In vielen seiner folgenden Romane überwiegt die Fantasy, wie in dem über eintausend Seiten fassenden "Imagica".
Seine Geschichten sind nicht auf den augenscheinlichen Horror aus, obwohl an dem nicht gespart wird. Menschen werden gehäutet, ihr Fleisch verbrannt und Zungen aus dem Mund gerissen. Der Schrecken ist oft subtiler, wird fast unentdeckt gelesen, "Es war ein gezähmtes Miniatur-Dachau", baut sich auf, "...und selbst dann weigerte sich der Verstand, die ganze Wahrheit anzuerkennen."
Barker bedient sich auch fast mühelos bei anderen Schriftstellern, sei es William Shakespeare, "Der Fischer" von Wolfang Johann Goethe, "und halb fiel, halb hüpfte er" oder auch "Die Einsamkeit des Langstreckenregisseurs."
Keinen Hehl macht Barker aus seiner Homosexualität, obwohl er sich dazu erst Jahre später bekannte. Die Protagonisten der Geschichte "Im Bergland: Agonie der Städte" sind zwei Männer, die sich mit allen Sinne auf freiem Feld lieben. "...gekonnt und kraftvoll - für jeden gleich viel Lust." Wie auch der Horror beschreibt er auch den Liebesakt unverhohlen. Und sei es der Sturz einer Stadt, eines Theaters oder eines Dämons. Die Geschichten fesseln von Anfang an. "Ausgangspunkt von einem Todesspektakel von noch nie dagewesenem Ausmaß."
Wer gut geschrieben Horrorgeschichten lesen will, kommt an diesen Stories nicht vorbei. "Sie sollten mal die Horrorstories hören...Manche sind so exotisch, da würden ihnen glatt die Augen übergehen."
Den Kurzgeschichten folgten Romane unter anderem "Spiel des Verderbens" und Barker arbeitete als Regisseur. Sein Horrorfilm "Hellraiser - Das Tor zur Hölle" war ein blutiger Streifen mit der Figur Pinhead, die vielen Zuschauern in alptraumhafter Erinnerung blieb. Neuerdings schreibt Clive Barker fantastische Kinderbücher.