Sechs Jahre nach der Katastrophe der Atombombe gab der Kaiser von Japan den überlebenden Kindern den Auftrag, über ihre Erfahrungen mit der Atombombe einen Aufsatz zu schreiben. Die Schülerberichte, die daraufhin (zumeist von inzwischen etwa Elfjährigen) entstanden, geben einen Eindruck von dem Geschehen, wie ihn kein Roman eines Erwachsenen und kein Sachbuch geben könnte:
Die kindlichen Aufsätze sind auf eine kurze Länge beschränkt, schlicht und direkt in der Darstellung und nie ausschmückend. Was sich da vom Stil her wie ein Schul-Berichterstattungs-Aufsatz liest, ist sogar noch ausdrucksvoll in dem, was NICHT geschrieben wird. Die Kinder versuchen nicht, eine Wirkung auf den Leser mit ihrem Aufsatz zu erzielen, sie berichten einfach und direkt, was sie (und ihre Angehörigen) an jenem Tag erlebten. Häufig beginnend mit "Ich sass in der Küche und ass meinen Reisbrei..." beschreiben die Kinder die Fakten ihrer Erlebnisse, die so grauenvoll sind, dass etliche Schilderungen mit dem Vermerk enden: "Aufsatz abgebrochen". Andere Vermerke unter den Berichten lauten: "Am... (Datum) an Strahlenschäden verstorben."
Nach meinen Recherchen verstarben die meisten jungen Aufsatzschreiber noch in Häufungs-Intervallen bis 35 Jahre nach der Atombombe an deren Strahlungsfolgen, eine Tatsache, die der japanische Kaiser bei seinem Aufruf zu diesem Schüler-Aufsatz vielleicht nach sechs Jahren noch nicht ahnte.