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Buch Jahresbestseller 2011
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Wer sich von Beck Weathers' Buch Für tot erklärt eine weitere dramatische Schilderung der Ereignisse mit Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen erhofft, wird -- glücklicherweise -- enttäuscht. Er beginnt zwar mit den Erlebnissen am Mt. Everest, aber seine Schilderungen sind teilweise hektisch und konfus -- so wie er selbst und seine Erinnerungen an die dramatischen Stunden in der Todeszone.
Der größere Teil seiner Erzählung ist allerdings sehr klar und erinnert an eine Psychoanalyse oder Familientherapie, da auch seine Verwandten und engen Freunde zu Wort kommen. Wer schon immer wissen wollte, warum ein Mensch auf einen Achttausender steigen möchte, der findet hier eine Antwort. Weathers rollt seine gesamte Lebensgeschichte auf, von der Kindheit bis zu seiner exzessiven Sucht, die höchsten Berge aller Kontinente zu bezwingen. Schonungslos zerlegt er dabei sein Ego. Sein fanatischer Eifer, immer der Beste sein zu müssen, und die ihn plagenden Depressionen machen seine Handlungen nachvollziehbar.
Diese "Lebensbeichte" ist ein Porträt mit Tiefgang, eine Bitte um Verständnis für sein Verhalten und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an seine Familie. Keiner der Beteiligten der Everestexpedition hat einen so ergreifenden Einblick in seine Seele gestattet wie dieser ruppige, vorlaute Pathologe aus Texas.
Literarisch nicht immer auf höchstem Niveau, aber authentisch und bewegend, serviert Beck Weathers die Geschichte eines Hobby-Bergsteigers und Profi-Neurotikers, der unfreiwillig zu einem tragischen Helden wurde. Wer nur ein reißerisches Bergdrama erwartet hat, dessen Horizont wird hier gesprengt. Und viele einfühlsame Leser werden erstmals Interesse an einem "Bergbuch" finden. --Andreas Kerschner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Der 10. Mai 1996 war der tödlichste Tag am Mount Everest: In einem mörderischen Schneesturm kamen neun Bergsteiger um. Weathers erwachte als einziger wieder aus seinem Kältetod. Hier erzählt er selbst, was damals geschah und wie es soweit kommen konnte.
Er begann mit dem Bergsteigen, als er Mitte 30 war, und wollte mit dieser selbst verordneten Therapie sein Depressionen bekämpfen. Die Kosten dafür waren hoch: die zunehmende Entfremdung von Frau und Kindern. Die Ehe war eigentlich am Ende, als er in den Himalaya aufbrach. Doch seine Frau setzte alle Hebel in Bewegung, um ihn nach Hause zu bringen. Erst nach dieser dramatischen Wende und einer langen, qualvollen Zeit der Genesung begann für ihn die Auseinandersetzung und Versöhnung mit sich selbst und seiner Familie.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Lieber die Hände verlieren als das Leben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Für tot erklärt (Taschenbuch)
Ein weiterer Band, der auf der Erfolgswelle Jan Krakauers mitschwimmen will, möchte man meinen. Krakauer hat mit seinem Bergsteiger-Drama "In eisige Höhen" Massstäbe gesetzt: Seit knapp sechs Jahren wird es inzwischen in allen Bestsellerlisten geführt, hat dutzende Auflagen erlebt, und ist in noch mehr Sprachen übersetzt worden. Kein Wunder, dass da auch andere Beteiligte profitieren wollen. Inzwischen gibt es nicht weniger als fünf andere Bergsteiger, die ihre Erfahrungen des 10. Mai 1996 mitteilen wollen. Mal sehen, wann endlich der Lagerkoch seine Memoiren veröffentlicht.Nun also Beck Weathers, dessen Leistung mehr oder weniger darin besteht, zu den Überlebenden zu gehören, was in der Tat bemerkenswert ist. Zuerst wurde er für eine Mumie gehalten, der seine entblößte, dem Wind ausgesetzte Hand zu einem seltsamen, steifgefrorenen Gruß erhob. Was für ein Glück dieser Mensch hatte, ist wohl kaum zu fassen. Nur zehn Meter von der Kangshung-Flanke wurde er für tot erklärt und im tosenden Schneesturm zurückgelassen. Aus irgendeinem Grund wachte er auf, glaubte im Delirium vernommen zu haben, das Lager liege in der Richtung, aus der der Wind kommt, und wählte diese Richtung, weil sie genauso gut war, wir die anderen 359 Möglichkeiten - und errreichte im kompletten Whiteout das Lager! Wann immer es darum geht, Menschen zu nennen, die in aussichtslosen Momenten durch schieren Willen Übermenschliches geleistet haben, wird in Zukunft Beck Weathers Name fallen. Insofern ist seine Leidensgeschichte am Mount Everest oder in den Krankenhäusern danach durchaus lesenswert und interessant. Langweilig sind allerdings seine Erlebnisse mit diversen Eheberatern, unmotiviert ist die Auflistung aller Ausrüstungsgegenstände einer früheren Expedition in die Antarktis, seine seitenweisen Anmerkungen zu seiner Waffenliebe oder zu seinem Faible zu Motorrädern. So gleitet sein Buch allzu oft ins Melodramatische ab, und man fragt sich einmal mehr, ob da wirklich einer was zu sagen hat, oder doch nur einer auf der Erfolgswelle eines Anderen mitschwimmen will. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Habe mir mehr davon versprochen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Für tot erklärt (Taschenbuch)
Zunächst einen Glückwunsch an den Ghostwriter Herrn Weathers! Mit den in den USA üblichen Pointen gelingt es ihm sehr gut, das Thema "rüber zu bringen". Interessant fand ich, mit welchen Zwischenstationen ein Bergsteiger den höchsten Gipfel bezwingen möchte (tolle Anekdoten dabei!), wie er sich vorbereitete und wie seine Gefühlslage war. Die Rettungsbemühungen seiner Familie und Freunde, das zögerliche Verhalten des jetzigen Präsidenten Bush zu einer Rettungsaktion gehören für mich auch noch zu den bemerkenswerten Stellen. Jedoch meine, dass die Situation von Weathers Frau und deren Ehe, seinen Kindern und Freunden ein eigenes Buch für die daran Interessierten abgegeben hätte ("Mein Leben mit dem Totgesagten"). Diesen Teil fand ich weniger interessant, aber da hat die flotte "Schreibe" Stephen G. Michauds über manche Längen hinweg getröstet. Für Leser dieses Genres empfehle ich natürlich Krakauers "In eisigen Höhen", die fast psychedelischen Ego-zentriker-Trips Messners und sehr gerne Kurt Diembergers tragisches Buch "K2 Traum und Schicksal".
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Na ja...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Für tot erklärt. Meine Rückkehr vom Mount Everest. (Taschenbuch)
Zu den berühmt-berüchtigten Everst Expeditionen von Scott Fischer und Rob Hall gibt es ja inzwischen schon einige Bücher, dieses gehört dabei leider sicher nicht zu den besten.Eigentlich behandelt das Buch die Besteigung des Everest nur teilweise, die meiste Zeit befasst sich mit der Ehe des Autors. Das mag zwar auch ganz interessant sein, jedoch habe ich mir einfach etwas anderes erwartet. Aber natürlich gibt es auch durchaus interessante Aspekte im Buch. Es gibt einerseits einen Einblick, wie Beck Weathers überhaupt zum Bergsteigen gekommen ist und was seine Beweggründe waren. Auch seine Rehabilitation und die damit verbundenen Schwierigkeiten sind Einblicke, die man in anderen Büchern zu diesem Thema kaum findet. Wenn man aber detaillierte (und meiner Meinung nach auch gut geschriebene) Berichte zu diesen Ereignissen am Everest lesen möchte, liest man besser Jon Krakauers "In eiseigen Höhen" oder Anatoli Boukreevs "Der Gipfel". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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