Die in diesem Buch vorgestellten Empfehlungen und Tipps basieren im Wesentlichen auf der Ansicht des Autors, dass ein langsames Studium keinerlei Vorteil mit sich bringt - oder zumindest keinerlei materiellen, und das ist ihm anscheinend sehr wichtig. Warum also länger als unbedingt nötig studieren? Mit seinem eigenen Lebenslauf unterstützt er dies zugleich sehr eindrücklich; der Mann ist schließlich promoviert und hat zwei Hochschulabschlüsse, einen in Wirtschaft und einen in Technik. Und er kann seine Ideen knackig und eloquent präsentieren.
Vorlesungen vor Prüfungen eventuell ein zweites Mal anhören - wozu soll das gut sein? Dann doch lieber am Samstag noch einmal den Stoff der Woche durcharbeiten. Wenn man genügend vorgearbeitet hat, darf man auch einmal ein Wochenende frei machen. So lautet die Devise: Stellen Sie einen Wochenplan von 32-36 Arbeitsstunden auf und arbeiten Sie ihn stramm ab. Und entscheiden Sie sich lieber für eine langweilige, aber einfache, statt für eine interessante, aber aufwändige Abschlussarbeit. Denn dann ist Ihr Studium bereits mit 25 Jahren abgeschlossen und es kann sich für Sie lohnen, noch eine Promotion anzuschließen. Wenn Sie dagegen erst einmal 27 Jahre alt sind, macht das kaum noch Sinn. Wer möchte schließlich einen Endzwanziger einstellen?
Ich bin sicher, der Mann glaubt fest an das, was er schreibt. Und sein eigener Erfolg gibt ihm auch Recht. Ich allerdings bin heilfroh, dass mein Studium anders verlaufen ist. Und das tat es, weil ich es um seiner selbst willen gewählt habe, rein aus Freude am Erkenntnisgewinn. Das hat zwar alles etwas länger gedauert, aber das hat mich - und komischerweise auch meine Arbeitgeber - nie gestört. Promoviert habe ich schließlich auch noch, und zwar in einem Alter, in dem ich aus Sicht des Autors sicher schon jenseits von Gut und Böse war. Schön war's trotzdem. Und geworden ist aus mir auch etwas.
Was folgt daraus? Lebe Dein eigenes Lebensmodell, und lebe es bewusst. Dann bist Du stark und wirst Deine Aufgaben meistern. Das schließt ja nicht aus, dass Du auch einmal in einen Ratgeber zu Studienorganisation, Arbeitstechniken und Zeitmanagement schaust ...