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Der entsiedelte Jude. Albert Speers Wohnungsmarktpolitik für den Berliner Hauptstadtbau
 
 
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Der entsiedelte Jude. Albert Speers Wohnungsmarktpolitik für den Berliner Hauptstadtbau [Taschenbuch]

Susanne Willems
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Edition Hentrich; Auflage: 1. Aufl. (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894682590
  • ISBN-13: 978-3894682590
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 549.413 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Susanne Willems
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Nürnberger Prozess hatte Albert Speer stets geleugnet, an den Deportationen der Juden beteiligt gewesen zu sein, und über die menschenverachtende Tätigkeit seiner Generalbauinspektion zeitlebens geschwiegen. Erstmals ist gesamte Systematik der Wohnungsräumungen u. Deportationen entschlüsselt, die Speers Behörde Hand in Hand mit der Gestapo betrieb; bloße Geschäftsantisemitismus der Initiatoren des Verbrechens wird umfassend dokumentiert; die Legende vom unpolitischen Technokraten Albert Speer wird nachhaltig zerstört. Ob Wohnungen, Grundstücke, Stein- u. Rüstungsproduktion oder Zwangsarbeit und KZ-Ausbau - für Albert Speer war alles nur eine Frage des eigenen Vorteils im lukrativen Geschäft des Hauptstadtbau. Im September 1938, Wochen vor d. November-Progrom entwarf Speer die antijüdische Politik und begann den Raubzug gegen die Berliner Juden. Seine Generalbauinspektion beauftragte die Gestapo und mit Unterstützung von Heydrich und Goebbels wurden so mehr als 50.500 Juden aus Berlin deportiert. AUTOR: Willems, Susanne; Rechts- und geschichtswisenschaftliche Ausbildung in Freiburg und Bochum; Freiwilliger sozialer Friedensdienst in den USA bei Anti Defamation League of B'nai B'rith und der Community for Creative Non Violence; Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte an der Ruhr-Universität Bochum 1987-89; Aufbau und Leitung des Kölner Büros für die Anerkennung und Entschädigung aller NS-Opfer 1990-91; Stiftungsvorstand für die Internationale Jugendbegegnungsstätte Auschwitz seit 1994; Forschung zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts

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4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen DEr Übermut der Ämter, 15. April 2005
Von 
Thomas Dunskus (Faleyras Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der entsiedelte Jude. Albert Speers Wohnungsmarktpolitik für den Berliner Hauptstadtbau (Taschenbuch)
In diesem Buch geht es um die Wohnungspolitik im Zusammenhang mit der im 3. Reich begonnen und glücklicherweise nicht zu Ende geführten Neugestaltung der Reichshauptstadt Berlin. Viele der von Hitler und Speer entworfenen gigantischen Bauten sind uns erspart geblieben, leider sind durch die alliierten Bombenangriffe, durch kommunistischen Hass und durch provinzielle Engstirnigkeit dem Stadtbild Berlins in den folgenden Jahren noch weit mehr irreparable Schäden zugefügt worden als etwa durch den begonnenen Bau des „Runden Platzes" an der Potsdamer Straße .

Das Thema des Buches ist jedoch nicht keine Architekturkritik, sondern die kritische Betrachtung der Rolle, die Speers Bauamt bei der Durchführung seiner Aufgaben gespielt hat, und zwar insbesondere hinsichtlich der Behandlung jüdischer Bewohner Berlins. Die Autorin liegt mit viel Akribie die Übergriffe dieses Amtes und seiner Mitarbeiter dar und die - leider allzu menschliche - Bereitschaft vieler Menschen, von diesen Übergriffen zu profitieren.

Andererseits geht aus der Arbeit von Susanne Willems hervor, wie schwer die deutschen Behörden es sich doch in dieser Sache gemacht haben. Bei aller Willkür gab es immer noch Gesetze, Rechtsmittel, Anwälte, Einsprüche, die irgendwie aus dem Wege geräumt werden mussten, jüdische Bankkonten wurden nicht einfach gesperrt, die Gestapo versuchte, Leuten etwas am Zeuge zu flicken, flog aber bei Gericht raus und musste klein beigeben - für solche Fälle werden hier immer wieder Beispiele angeführt.

Wie solche Handlungen zu interpretieren sind, ist nicht leicht zu sagen. Die Trägheit eines gewachsenen Staatswesens machte sich zugunsten der Betroffenen bemerkbar und sicher haben Beamte versucht, eine Art passiven Widerstand gegen Übergriffe zu leisten. Dass ihnen dies mit dem fortschreitenden Krieg, den steigenden Zerstörungen und der damit einhergehenden Zunahme staatlicher Eingriffe immer schwerer fiel, liegt auf der Hand.

Formal irgendwie unschön in diesem Buch sind Zitate aus Original-Texten, in denen anstößige Wörter wie etwa gelöst, Judenfrage, Endlösung usw. noch zusätzlich hervorgehoben werden; so stand es nicht im Original und der Leser hat das Gefühl, bevormundet zu werden. Ähnliches gilt für Halbzitate, wenn etwa eine Industriefirma Sklavenarbeiter anfordert; auch das stand sicherlich so nicht in dem zu Grunde liegenden Schreiben, und es wird auch nicht kenntlich gemacht, dass dieses Wort von der Vfn. eingesetzt wurde.

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