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Der englische Patient. SZ-Bibliothek Band 23
 
 
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Der englische Patient. SZ-Bibliothek Band 23 [Gebundene Ausgabe]

Michael Ondaatje , Adelheid Dormagen
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 326 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (21. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793224
  • ISBN-13: 978-3937793221
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (36 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 305.774 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Ondaatje
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Auch wenn Sie den Kinofilm schon gesehen haben, lohnt die Lektüre des Buches Der englische Patient von Michael Ondaatje mindestens genauso wie der Blick auf die Filmleinwand.

Oberflächlich gesehen erzählt der Roman die Geschichte von vier Personen, die 1945 bei Kriegsende in einer zerbombten, toskanischen Villa gestrandet sind und versuchen, wieder ein normales Leben aufzunehmen. Da ist Hana, eine kanadische Krankenschwester, die sich um den verbrannten Mann kümmert, der mit seinem Flugzeug in der Wüste abgestürzt war. Täglich wäscht sie seinen Körper und unterhält sie beide mit dem Vorlesen von Rudyard Kipling und Stendhal.

Wenige Tage nach ihrem Einzug in die verfallene Villa taucht Caravaggio -- der Dieb -- auf, dem die Deutschen die Daumen abgehackt haben. Hana und Caravaggio kennen sich noch aus der Zeit vor dem Krieg. Der Vater Hanas war mit Caravaggio befreundet. Als Caravaggio hört, dass sie mit einem Verwundeten allein in der Villa lebt, beschließt er zu ihrem Schutz zu bleiben. Zu diesen Dreien gesellt sich Kip, ein junger Inder, der ein Meister im Bomben entschärfen ist -- als in Hiroshima und Nagasaki Bomben fallen, mit denen auch er es nicht mehr aufnehmen kann, gibt er sich geschlagen und kehrt verzweifelt in seine Heimat zurück. Jede der Personen ist in ihrer Biographie gebrochen, wurde tief verletzt durch den Krieg. Sie treffen sich an diesem Ort der Welt, um auszuharren, zu verschnaufen, Luft zu holen und um letztlich wieder auseinander zu gehen.

Michael Ondaatje schildert in Rückblenden und Traumsequenzen die erlittenen Wunden und Demütigungen. Doch keine Angst, es handelt sich dabei nicht um einen jener modernen Romane, bei denen der Leser ein riesiges Puzzle in die Hand bekommt, das schon der Autor nicht zusammensetzten vermochte und aus dem der Leser nun einen verständlichen, tiefsinnigen Text kreieren soll. Bruchstückhaft erzählt der "englische Patient" Hana und Caravaggio, wie er in der libyschen Wüste mit seinem Flugzeug abstürzte, dabei seine große Liebe verlor und sich nun selbst nur durch Morphium an sein Leben erinnert. "Manche der Geschichten, die der Mann ruhig in das Zimmer hinein erzählt, gleiten wie Falken von Schicht zu Schicht."

Es ist schon etwas ganz Besonderes, wie Ondaatje über die Wüste schreibt, das Leben der Nomadenstämme, wie die Arzneifläschchen am Körper des Medizinmannes klirren, so dass seine Erscheinung an einen Erzengel erinnert. Oder die Wüstenwinde, wie sie sich ankündigen, den Tag verhüllen und mit gewaltigen Sandmassen vorbeirauschen, tänzeln oder sich auslöschen -- sich auflösen, mit allem, was sie eingehüllt haben. Diese Szenen bleiben beim Leser wie auch beim Kinofreund unvergessen. Der Roman ist keine einfach gestrickte Unterhaltungslektüre, nichts geschieht zufällig, alles wurde von Ondaatje wohl komponiert. Er verlangt jedoch von seinem Leser, dass er genau hinhört, konzentriert liest. Nur so entfaltet das Buch seine unvergleichliche Poesie. In der Malerei wäre dieses Werk ein Bild aus weichen, hellen Pastelltönen mit fein verwischten Konturen, gerade noch erahnbar unter einer dichten Schicht aus Staub.

Für alle Leser, die Geschmack an den Romanen Ondaatjes gefunden haben, noch ein Tipp: Die Geschichte von Hana und Caravaggio begann in dem Roman In der Haut eines Löwen. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der englische Patient
OT The English Patient OA 1992 DE 1993Form Roman Epoche Gegenwart
Der englische Patient von Michael Ondaatje wurde weltberühmt durch die Verfilmung von Anthony Minghella 1996, die mit insgesamt neun Oskars ausgezeichnet wurde.
Inhalt: 1945 finden sich in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs vier Menschen in einer zerbombten Villa in der Toskana ein, die zuvor den Alliierten als Lazarett gedient hatte. Nach deren Abzug blieb die 20-jährige kanadische Krankenschwesterm Hana mit einem nicht transportfähigen unbekannten englischen Patienten zurück, der bei einem Flugzeugabsturz in der Libyschen Wüste schwerste Verbrennungen erlitten hatte. Zu den beiden gesellt sich David Caravaggio, ein früherer Freund von Hanas Vater, der von ihrer Anwesenheit in der Villa gehört hatte und sie nun schützen will; später stösst Kirpal Singh, genannt Kip, zu ihnen, ein Pionier der britischen Armee.
Trotz des Zusammenlebens in der Villa bleibt jeder der vier mit seiner Vergangenheit und den Kriegstraumata allein. An den Abenden liest Hana dem englischen Patienten verschiedene Bücher aus der Bibliothek der Villa vor. Eine zentrale Rolle spielt ein altes Exemplar der Historien (entst. 445–430 v. Chr.) von R Herodot, das der englische Patient auf wundersame Weise retten konnte. Das Buch ist eine Art Tagebuch des Patienten; es enthält Briefe, Zeichnungen und persönliche Notizen und scheint somit der Schlüssel für seine Herkunft zu sein.
Caravaggio vermutet, die wahre Identität des englischen Patienten zu kennen: Er ist der ungarische Graf László de Almásy. Caravaggio kann ihm unter Morphiumgabe seine wahre Identität als Spion der Deutschen entlocken, muss jedoch erkennen, dass der verbrannte Körper nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann. Das wahre Geheimnis des englischen Patienten war jedoch ein anderes – seine leidenschaftliche Liebe zu Katharine, der Frau eines britischen Kollegen.
Das Ende des Romans knüpft an Herodot an: Beschreibt dieser in seinen Historien den Kampf der Perser gegen die Griechen, also die Auseinandersetzung Asiens mit Europa, so wendet auch der Inder Kip seinen Hass und seine Verzweiflung gegen die europäischen Bewohner der Villa, als er vom Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki hört. Nachdem er in den vergangenen Jahren für die Alliierten tausende von Bomben entschärft hat, setzen diese nun die Atombombe gegen seinen Kontinent ein. Überstürzt kehrt er in seine Heimat zurück .
Struktur: Mosaikartig setzt der Roman die Lebensgeschichten der vier Personen Stück für Stück zusammen. In der Rückblende erfährt der Leser nach und nach, was diese Menschen zu dem machte, was sie nun sind, und wie der Krieg jeden einzelnen von ihnen prägte.
Das Vorleben von Hana und Caravaggio hatte Ondaatje in seinem Roman In der Haut eines Löwen (1987) beschrieben.
Wirkung: Nach seinem Erscheinen erhielt der Roman mehrere Preise in den USA. Von verschiedenen Seiten wurde kritisch angemerkt, dass Ondaatje mit László de Almásy eine historische Person romantisiert, die in Wirklichkeit u. a. ein hoch dekorierter Kollaborateur der Nationalsozialisten war, der seine Fähigkeiten als Pilot und Wüstenforscher mit Erfolg der Wehrmacht andiente. G. Wi. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen sperrig aber genial!, 12. November 2009
Von 
S. Erlemann "Media-Mania.de" (Good old Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient. 4 CDs (Audio CD)
Die Sonne scheint durch die zerstörten Fenster der toskanischen Villa. In der gleißenden Sonne rührt sich nichts, Hana sitzt ruhig bei ihrem Patienten und liest ihm vor. Stundenlang lauscht der verbrannte und dem Tod geweihte Mann ihrer Stimme. Stundenlang lauscht die Krankenschwester den Schilderungen des Patienten. Der Mann erinnert sich anfangs an nichts und muss erst mühsam sein vergangenes Leben wiedererlangen. Der Krieg ist vorüber, die Deutschen sind abgezogen und die Landschaft liegt wieder verlassen da.
Zu den Zurückgelassenen gesellt sich Caravaggio, ein Mann, den nur der Name der Krankenschwester aus seiner Lethargie reißt. Er bricht sein Schweigen und fragt, wo die Frau ihren Patienten betreut. Kurz darauf erscheint er in der Villa. Er kennt Hana noch aus glücklicheren Tagen, war ein Freund ihres Vaters und bewunderte damals schon das kleine, selbstbewusste Mädchen. Doch nicht nur er, auch Hana ist innerlich zerstört. Der Krieg hat sie innerlich, ihren Patienten äußerlich verbrannt. Auch Caravaggio ist grau geworden. Die Deutschen folterten ihn, schnitten ihm die Daumen ab und ließen ihn laufen.
Vierter und letzter Gast in der Villa ist der Sikh Kip, ein Bombenentschärfer. Überall haben die Deutschen ihre Bomben hinterlassen, als sie abzogen. Die vier Menschen sind einsam, haben niemanden mehr, und erst die Ruhe und Melancholie der Villa lassen sie ein wenig zur Ruhe kommen. Ihre Lebensgeschichten, ihre Ängste und vielleicht auch ihre Hoffnungen kommen zögerlich, fast ohne es zu wollen, ans Tageslicht. Ihre Lebensgeschichte verläuft einige Wochen parallel, nicht gemeinsam, und sie verlieren sich wieder in eine unbestimmte, einsame Zukunft.

Mit ruhiger Stimme erzählt Ulrich Matthes die Geschichte von vier Menschen. Der Roman von Michael Ondaatje, ein äußerst komplexes Meisterwerk voller Versatzstücke, Rückblenden, Monologe, Erinnerungen, philosophischen Gesprächen und ruhigen Betrachtungen verschiedenster Sujets, wird - allerdings stark gekürzt - zu einer Studie der Zerstörung. Der Krieg hat nicht nur die Landschaft vernarbt, die Villa zerstört, sondern auch die Menschen, die in ihr Zuflucht gesucht haben. Ihre Wunden werden in leisen, fast unmerklichen Einblicken offenbart und ohne Voyeurismus und Sensationsgier, ohne Effekthascherei oder vordergründige Freud?sche Analyse ausgebreitet.
Es entsteht ein Mosaik von Erinnerungen, Gedanken und Betrachtungen, das nur das Ziel hat, die Menschen und ihr Leid in und nach einem Krieg darzulegen. Das Leid des Menschen durch den Menschen. Die Sinnlosigkeit dieses Leidens, betrifft es doch alle Menschen. Sieger und Besiegte, Gewinner und Verlierer gibt es nicht, sondern nur Betroffene und Zerstörte.
Ondaatje gelingt das Kunststück, dies sichtbar zu machen. Die leise Melancholie des Textes wird wundervoll von Matthes in das Medium Hörbuch transportiert. Ja, der Zuhörer gewinnt den Eindruck, dass dieses Buch erst durch den ruhigen, emotional tief beeindruckenden Berichtcharakter, den Matthes Stimmmodulation hervorruft, seine volle Entfaltung erfährt.
Ist das Buch oft zu geschwätzig, sind viele Monologe irreleitend und führen fort vom Grundgedanken des Buches, erreicht der dramaturgisch wohlüberlegte Aufbau dieses Hörbuches mit seiner Straffung der Erzählung, seiner Betonung auf den Gedanken der vier Protagonisten und seiner Fokussierung auf ihren inneren Wunden beinahe Perfektion.
Vor allem im Vergleich zum Film, der sich auf die allzu plakativ ausgestaltete Liebesgeschichte des "englischen Patienten" mit einer verheirateten Frau und deren Schicksal konzentriert, beweist dieses Hörbuch seine Qualitäten. Es reißt mit, bewegt den Zuhörer zutiefst, vermeidet aber in Kitsch und reine emotionale Betroffenheit abzugleiten.

Fazit: Dieses Hörbuch ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Es ist dem Film in seiner literarischen Wertigkeit meilenweit überlegen, übertrifft sogar das Buch, weil es dessen Geschwätzigkeit und einige langatmige Passagen aus lässt und sich auf das Wesentliche der Geschichte konzentriert. Negativ anzumerken ist einzig die bereits dem Buch zugrunde liegende Beliebigkeit der ausgewählten Figuren. Weder dem Buch noch dem Hörspiel gelingt es, diese vier Personen und ihre Lebensgeschichten als notwendige Auswahl begreiflich zu machen. Die Beliebigkeit, zweifellos Kunstgriff des Autors, um die grundsätzlich zerstörerische Wirkung des Krieges begreiflich zu machen, lässt die Figuren seltsam isoliert im Raum stehen und verhindert eine Identifikation mit ihnen. Der Grundgedanke das Autors ist also zugleich Haupthindernis, sich vollends in das Geschehen und die vier Charaktere einzufühlen. Der Abstand, den diese vier Menschen zwischen sich aufbauen und niemals ganz aufzugeben bereit sind, scheint auch zwischen ihnen und dem Zuhörer zu bestehen. Aber auch das trägt zur Melancholie, dieses Hörbuchs bei. Das zugrundeliegende Buch von Ondaatje ist eben kein Unterhaltungsroman - auch wenn der Film diesen Eindruck erwecken könnte - sondern er ist ein komplexes Kunstwerk, teils sperrig, teils unverständlich, immer aber tief bewegend.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zeitenüberwinderer, 28. Januar 2001
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient. (Taschenbuch)
Es ist auch mein Lieblingsbuch. Man spürt, schon nach der ersten Seite, der Sand, die Luft und das Leben in und um die Wüste ist orangebraun, eine wunderschöne Farbe. Daneben ist die Stimmung die um und in der Villa erzeugt wird, in einer helles, hereingleitendes Tageslicht gehüllt; beide Farben also eindeutig schön, nostalgisch, romantisch und zugleich unbeschreiblich. Aber tatsächlich bildet dieses Licht einen Kontrast zur Geschichte des schwersten Krieges der Menschheit, der eher blau, grau, kalt und vernichtend ist. Bei Ondaatje ist er das auch, aber nur im Herzen, ein romantisches, ja fast schönes Untergehen vierer Menschen durch den Krieg; die fallenden leisen, weit entfernten Bomben wirken nicht bedrohlich, sondern passen sich wie selbstverständlich in das Bild ein. Die im Film so stark betonte längst vergangene Liebesgeschichte tritt in den Hintergrund; die Liebe der tatsächlich agierenden Personen wird offensichtlich; wobei die Annahme überwiegt, dass Hana eine eher einseitige Liebe gegenüber dem Patienten, Kip und Caravaggio hegt; es aber umso deutlicher ist, dass diese drei Hana wie wahnsinnig lieben; und sie vielleicht nur der Tragik wegen verlassen - oder verläßt sie sie? Der Roman läßt sich unendlich oft lesen, und genauso oft hat man das Gefühl, in eine einzigartige romantische Stimmung zu geraten, dass die Tragik bei jedem Male wächst aber auch schöner wird, und dass eine neue, andere Geschichte vor einem liegt...genauso spannend erwartet ist dann das Ende. Immer wieder entdeckt man einzigartig etwas anderes, etwas anderes Schönes. Und genauso sollte man das beschreiben, es ist ein schönes Buch, es geht nicht um den 2. Weltkrieg, es könnte ein Krieg den Hintergrund bieten, der 200 Jahre voher gespielt hat, oder der noch vor uns liegt. Auch wenn es nicht unverweigerlich mit dem historischen Umfeld verbunden ist, ist es doch ein historisches, und schönes, Buch, es läßt die Tränen fließen und sich besser fühlen - überwindet Zeit und Raum.

Das Puzzle fügt sich zu einem vollendeten Leben zusammen und läßt offen, wer der englische Patient wirklich ist. Nur wir selbst kennen die Antwort...

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Unter Fresken, 23. August 2007
Schriftsteller werden oft davor gewarnt, in Rückblenden zu erzählen. Ein Leser brauche eine lineare Erzählung, an der sich die Ereignisse wie Perlen aneinanderreihen. Ondaatje beweist in diesem Roman, daß vom Leben der Gestrandeten, der in einem Krieg Ausgespuckten nur noch eines Bestand hat: der Erinnerungsfetzen, das Puzzle, was einem geblieben ist, das Aussparen wollen von Bitterem, vom Schrecken, wie von Liebgewonnenem, daß man in seiner Abwesenheit nicht mehr erträgt.

Was in Italien wie ein Kammerspiel mit vier Personen daherkommt, öffnet sich in den Rückblenden zu einem breiten Kosmos der Welt vor und zu Zeiten eines Kriegs, entführt uns in die Wüste zu den Nomaden und in die ausgelagerte englische Gesellschaft im Ausland mit ihren halbseidenen Intrigen. Das Leben in der Nachkriegszeit ist nur unter Morphium für den Patienten zu ertragen. Er stirbt und sieht darin eine gerechte Strafe für eine zurückgelassene Liebe. Während der Dieb seinen Folterer sucht, sich zwischen Bombenentschärfer und Krankenschwester verstohlene Liebe ohne Zukunft regt.

Sie alle werden weiterziehen, entwurzelt leben. Sie klammern sich nur für einen Moment aneinander, um wieder zu Kräften zu kommen. Kräfte, die ihnen entzogen wurden und von denen sich nicht wissen, ob sie in alter Stärke zu ihnen zurückkehren. Wo wollen sie hin? In die Heimat zurück? Wo liegt die?

Ondaatje hat die Zerrissenheit der Menschen, die einen Krieg erlebt haben, ein literarisches Denkmal gesetzt. Es läßt niemanden unberührt zurück.
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