Ricki findet, ein Jahr lang Winter gehabt zu haben, das sei jetzt genug, und er beschließt, den Winter zu fragen, warum eigentlich Frühling und Sommer und selbst der Herbst nicht gekommen sind. Seine Suche gestaltet sich zunächst schwieriger, als er es erwartet hatte, doch dank unerwarteter Hilfe gelangt er zunächst per Taxi und dann per Zug ins frostklirrende Zarminski, wo er auf einen höchst sonderbaren und recht vorlauten Vogel trifft. Der würde ihn für 2 Mark und 40 Pfennige mit dem Winter bekannt machen, doch kann man einem Vogel trauen, der wie verkleidet aussieht und mit Konfetti wirft? Ricki bleibt nichts anderes übrig, aber gewitzt, wie er ist, kommt er einer ganz tollen Geschichte auf die Spur: Die Ausgebliebenen liegen schlafend im Hotel der Vier Jahreszeiten! Und der Vogel, das wird immer klarer, hat mehr damit zu tun, als er zugeben will. Nur: Wo steckt bloß der Winter?
Ob es Ricki schlußendlich gelingt, alles wieder in Ordnung zu bringen, sei hier nicht verraten. Zoran Drvenkar jedenfalls läßt Rickis spannendes Abenteuer so schnell nicht zu Ende gehen. Seine pfiffige Mitrate- und Ich-glaub-ich-weiß-was-gleich-geschieht-Geschichte hält nämlich auch die eine oder andere kleine Sackgasse bereit. Schnelle, witzig-freche Dialoge und die zu beobachtende Entwicklung vom Vorlauten zum Kleinlauten lassen es trotzdem kaum zu, das Buch nicht an einem Stück lesen zu wollen.
Martin Baltscheits einundzwanzig liebevolle, zum überwiegenden Teil ganzseitige Bilder greifen viele Details der Geschichte ganz wunderbar auf und hauchen den Charakteren ein unverwechselbares Leben ein. Da wünschte man sich glatt noch etliche Bilder mehr, vor allem vom einzigartigen Vogel!
Dieser kleine Abenteuer- und Detektivroman ist genau das Richtige für angehende Leseratten, aber auch Erstleser können sich schon daran wagen. Und wer nach einer ungewöhnlichen Wintergeschichte zum Vorlesen sucht, dürfte ebenfalls seine helle Freude daran haben.