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Die einsamen Schrecken der Liebe
 
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Die einsamen Schrecken der Liebe [Taschenbuch]

James Meek , Karen Nölle-Fischer , Malte Krutzsch
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426634732
  • ISBN-13: 978-3426634738
  • Originaltitel: The People`s Act of Love
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 967.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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James Meek
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ist James Meek etwa ein Widergänger der großen russischen Dichter des 19. Jahrhunderts? In dem Briten scheint jedenfalls eine zutiefst verwandte Seele zu schlummern, hat er doch das Unglaubliche geschafft, einen so seelenvollen wie mystischen Roman ganz im Stile eines russischen Klassikers aus sich hervorzuholen. In zauberischem Ton entführt Meeks uns in das merkwürdige Dörfchen Jasyk, irgendwo zwischen Omsk und Irkutsk, verloren in den Weiten der sibirischen Tundra. Hierher hat es die schöne Anna Petrowna auf der Suche nach ihrem im Ersten Weltkrieg verschollenen Gatten verschlagen. Und hier taucht im Jahr 1919, kurz nach den Revolutionswirren, der entflohene Sträfling Kyrill Iwanowitsch Samarin auf. Unversehens wird Jaryk zur reinsten russischen Seelenlandschaft.

Meek produziert starke Bilder. Grausam, die Eingangsszene, in der der fliehende Samarin aus seinem Versteck heraus mitansehen muss, wie aus einem über eine Brücke brausenden Güterzug ein Soldat mitsamt mehreren Pferden in den tief darunterliegenden Fluss stürzt. Auch die Charakterzeichnungen der dörflichen Gemeinschaft zeugen von großer Poesie und Lebenskraft. So jene des Leutnants Josef Mutz, der mit seiner tchechischen Legion im russischen Bürgerkrieg in die sibirische Einöde verschlagen wurde. Mutz, den einst eine heftige Affäre mit Anna verband, die er noch immer liebt, muss bald eine erschütternde Feststellung machen. Annas verschollener Mann lebt in Jaryk. In erheblich modulierter Version allerdings!

Schamanismus, Aufopferung, Liebe, Gottesfürchtigkeit. Und an jeder Ecke lauert der Wahnsinn, wie die (historisch verbürgte) Sekte der Skopzen beweist, allesamt Kastraten, die sich freiwillig entmannen ließen, um einem höheren Reinheitsgebot Folge zu leisten. Jaryk ist voll von solch selbsternannten Engeln, die sich, so auch Annas Gatte, dem Paradies nahe wähnen. Es kommt, wie es kommen muss. Als Samarin und die entmannte Witwe einander nahekommen, brechen sich höchst irdische und längst verschüttete Gefühle endlich Bahn. Die russische Dramenbühne ist angerichtet.

Lassen Sie sich also entführen in eine längst vergangene Welt. Und dies von einem, der den schwermütigen Ton jener Tage perfekt verinnerlicht hat. Ein Werk, über das man reden wird. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Die große Liebe zu ihrem verschollenen Mann verschlägt die schöne Anna Petrowna in den postrevolutionären Wirren in das kleine sibirische Dorf Jasyk. Von einer mystischen Gemeinschaft bewohnt, wird der Ort kurz darauf durch die Ankunft eines Fremden in seinem Frieden bedroht. Schon bald übt der fremde Ankömmling einen Zauber auf Anna Petrowna aus. Aber wer ist dieser Mann, der durch Schnee und Eis aus einem Gefangenenlager im hohen Norden bis nach Jasyk geflohen ist? Und was hat es mit seinem angeblichen Verfolger auf sich, der Unaussprechliches getan hat und nun das ganze Dorf in Angst und Schrecken versetzt?

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87 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schmuckstück!, 18. August 2005
Eine rätselhafte Geschichte erzählt Meek, eine Geschichte, die um die kleine kleine Stadt Jasyk kreist, einen vergessenen Ort an einer Bahnlinie durch Sibirien. Die Oktoberrevolution ist (noch) nicht bis hierher vorgedrungen, obwohl sich Weiße und Rote Armee auch hier begegnen. Das Denken der Menschen bewegt sich zwischen europäischer Aufklärung und sibirischem Schamanismus, militärischem Ehrgeiz und altorthodoxem Sektierertum.
Neben einem Posten der Weißen Armee wird Jasyk fast ausschließlich von Angehörigen der altorthodoxen Sekte der Skopzen bewohnt, radikalen Pazifisten, die glauben, durch Kastration und Genitalverstümmelung schon im irdischen Leben zu Engeln werden zu können und die sich zum gemeinsamen Gebet wie die Sufis um die eigene Achse drehen. Die Rolle eines Gemeindevorstehers hat der ebenso charismatische wie tiefgläubige Balaschow übernommen. Vor einiger Zeit hat sich am Rande der Stadt die Russin Anna Petrowna mit ihrem kleinen Sohn niedergelassen, eine Fremde in dieser aufeinander eingeschworenen Gemeinschaft, die durch eine Beziehung mit einem Major der Weißen Armee einen gewissen Schutz genießt.
Als ein Fremder am Rand der Stadt aufgegriffen wird, erbietet sie sich, diesen den Militärs verdächtigen Mann bei sich unterzubringen. Sie verliebt sich in diesen Samarin, ohne zu ahnen, wem sie Aufnahme in ihre Haus gewährt hat.

Ganz allmählich wird der Leser an die Geheimnisse herangeführt, die diese Menschen haben und die sie vielfach miteinander verknüpfen. Es geht um Glauben und Vertrauen, um Macht und Mißbrauch, um Einsamkeit und in der Tat um die Schrecken, die gewaltsam zerstörte Liebe auslöst.
Verraten möchte ich nichts, auch nichts andeuten, da dieses Buch davon lebt, daß sich die Geschichten wie beim Pellen einer Zwiebel langsam enthüllen, bis man auf den Kern stößt, und damit auf den klassischen tragischen Gedanken, daß man manchmal genau dann, wenn man glaubt, das Richtige zu tun, sich schwer versündigt, und sich manchmal an seinen Idealen versündigen muß, um das Richtige zu tun.

Sprachlich ein sehr schön erzähltes Buch, wobei das langsame Erzähltempo aufgrund des Stils überaus fesselnd ist. Ich habe es schlichtweg nur sehr schwer aus der Hand legen können. Nur gelegentlich habe ich das Gefühl gehabt, hier fehlt der allerletzte Schliff, was mein erstes Urteil gleich nach der ersten Lektüre eingefärbt hat. Aber dabei handelt es sich wirklich um stilistische Finessen, die man dem grundsätzlichen Problem, das sich bei Übersetzungen ergibt, anlasten kann.
Das Buch hallt lange und sehr angenehm nach und weckt Interesse an diesem Land und seinen Menschen -- ich habe danach sofort wieder nach Dostojewskij gegriffen! smile

Die wunderschöne Aufmachung, angelehnt an die englische Originalausgabe (wobei ich die deutsche sogar noch gelungener finde!) tut ein Übriges: Dieses Schmuckstück sollte man sich tatsächlich als HC kaufen, es ist jeden Cent wert!

Großes Kompliment an Droemer-Verlegerin Doris Janssen, die unter deutschen Autoren den Ruf hat, schwierig zu sein, aber schon bei Classen ein sicheres Händchen für anspruchsvoll unterhaltende Literatur bewies.

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38 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die einsamen Schrecken des Lesers, 15. Januar 2006
Von 
Jost Weiss "Soulfinder" (Dinslaken, NRW Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Was für ein Roman! Er lässt den Leser nachdenklich und erschüttert zurück in dem Bemühen, die eigenen einsamen Schrecken, die das Lesen des Buches ausgelöst haben mag, zu analysieren und zu verarbeiten.

Zum Inhalt sei nur folgendes verraten: In Meek's beeindruckendem Erstling kommt einer verschrobenen Gemeinschaft von religiösen Fanatikern, die das sibirische Dorf Jasyk während der postrevolutionären Wirren bevölkern, die entscheidende Schlüsselrolle zu. Unter ihnen lebt auch Anna Petrowna, die sich einst aufgemacht hat, ihren verschollen geglaubten Mann zu suchen und die unter den Bewohnern Jasyks den Status einer attraktiven (und sündigen) Aussenseiterin innehat. Als dann der Flüchtling Samarin Jasyk erreicht und bei Anna Petrowna Unterschlupf findet, beginnen die Ereignisse in dem sibirischen Dörfchen zu eskalieren.

Wie James Meek die Geschichte Stück für Stück entrollt (und dabei dem Leser stets eine Nasenlänge vorauseilt), das ist bewundernswert und geschieht in bester russischer Erzähltradition, gepaart mit der unverhüllenden Klarheit einer modernen Sprache, die unter die Haut geht und oft auch das (ebenfalls erschrockene) Herz trifft.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Spannend, irritierend, aber kein zweiter Dostojewskij!, 18. August 2008
Von 
Die Geschichte entführt in eine exotische Welt: Sibirien zur Zeit des Bürgerkriegs nach dem 1. Weltkrieg und der Ermordung der Zarenfamilie, dem englischsprachigen Autor wohl etwas vertrauter durch seine achtjährige Tätigkeit als Auslandkorrespondent in der ehemaligen Sowjetunion. Der Roman wird von einer Reihe von bunten und seltsamen Figuren bevölkert - einer Gemeinschaft von Kastraten, die sich durch genitale Verstümmelung über ihr Menschsein zu erheben versuchen und auf Sufi-Art durch Drehtänze in mystische Exstase geraten, versprengte tschechische Soldaten, deren Anführer kolonialistische Träume hegt, anarchistische Revolutionäre mit kannibalistischen Neigungen, ein versoffener tungusischer Schamane und natürlich eine schöne, sinnliche Frau.
Der Autor ist Journalist, versteht sein Handwerk und macht aus den erwähnten Zutaten selbstverständlich eine gute und spannende Geschichte. Das Thema Liebe wird aus männlicher Sicht umkreist - die Unergründlichkeit der Frau, der Konflikt zwischen der (schwanzgesteuerten?) Liebe zu einer Frau und der Liebe zu Gott, zu einem Ideal, einer Mission, einer Aufgabe; welche Opfer sind gerechtfertigt? Doch hier beginnen die Vergleiche mit Dostojewskij, die manche Rezensenten anstellen, zu hinken: Was bei dem großen Russen thematisch stringent durchgearbeitet wird, ist bei Meek nur angerissen. Meek erzählt nach Journalistenart spannend Aufsehen erregende Dinge, die er selbst nicht versteht. So bleiben auch - mit Ausnahme des rationalen, analytischen jüdisch-tschechischen Leutnants Mutzs - alle Figuren psycholgisch blass, fremd, unverständlich, uneinfühlbar, ein weiterer gravierender Unterschied zur psychologisch hellsichtigen Erzählkunst Dostojewskijs.
Das Buch ist gut lesbar, spannend, anregend, hinterlässt aber einen irritierten und unbefriedigten Nachgeschmack. Deshalb, und vielleicht auch, weil die Vergleiche mit Dostojewskij zu hohe Erwartungen geweckt haben, nur 3 Sterne.
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