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Es war einmal eine Familie (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Lizzie Doron
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 142 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (15. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518461923
  • ISBN-13: 978-3518461921
  • Originaltitel: Hajta po pa'am mischpacha
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 294.079 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lizi Doron
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Lizzie Doron versteht sich meisterhaft darauf, die traumatischen Auswirkungen der Shoah auf die Überlebenden und die Folgen auf die zweite Generation in Israel darzustellen.«

(Susanne Schanda NZZ am Sonntag )

Kurzbeschreibung

Tel Aviv, Anfang der neunziger Jahre: Helena, Elisabeths Mutter, ist gestorben. Während der Schiva, der sieben Trauertage, ist Elisabeth wieder in dem kleinen Viertel, in dem sie in den fünfziger und sechziger Jahren aufgewachsen ist, ein Viertel, in dem Überlebende der Shoah damals versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen. Während Elisabeth in der Wohnung ihrer Mutter Schiva sitzt und alte Bekannte bewirtet, werden Erinnerungen an Freunde und Nachbarn aus Kindheit und Jugend wach. Die meisten haben – wie Elisabeth – das Viertel schon vor vielen Jahren verlassen – oder sind im Sechstagekrieg 1967 und im Jom-Kippur-Krieg 1973 ums Leben gekommen. Elisabeth, die allein mit ihrer Mutter aufwuchs, erkennt, daß sie doch nicht ohne Familie aufgewachsen ist. Das Viertel hier – „es war einmal eine Familie“.

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Format:Gebundene Ausgabe
Im Schatten der Nazivergangenheit lebt es sich schlecht.
Lizzie Doron weiß in ihrem vorliegenden Roman davon zu erzählen, und das ist keine leichte Kost.

Als Elisabeth, Helenas Mutter, verstorben ist, kehrt sie noch einmal zurück in das Viertel von Tel Aviv, in dem sie mit der Mutter alleine aufgewachsen ist.
Vor Jahren schon hat Helena das Viertel verlassen. Hier ist es weiterhin dumpf und eng, und die Menschen sind voller Gram und dräuender Wut und Trauer über all'' das Vergangene! Denn hier leben vorwiegend Überlebende der Shoah.
Helena bekommt das zu spüren, als die Nachbarinnen Sonia und Genia, beide Auschwitzüberlebende, sie ermahnen, im Hause zu bleiben, um der Mutter die ihr gebührende Ehre zu erweisen.
Sie wird Schiwa sitzen, eine jüdische Tradition, mit der man die Verstorbenen ehrt. Verwandte hat sie nicht. So kommen die Nachbarn und Freunde, die schon lange hier zusammen gelebt haben.
Düster und beklemmend ist die Atmosphäre in der kleinen Wohnung, die sie nach langer Zeit zum ersten Mal wieder betritt. Was soll sie hier? Wie fühlt sie sich?

In einem unheimlichen Reigen treten Personen aus der Vergessenheit heraus, und Helena hört ihre Stimmen, mit denen sie die Kinder vor Gefahren warnten, ihre Ängste vor dem Feuer und der Verfolgung hinausgeschrieen haben. Auch Elisabeth war voller Angst und Grauen, mit der sie die Tochter verschreckte. "'Immer wieder Auschwitz!"' schreit diese ihr einst empört ins Gesicht!

Die Kinder der Entkommenen müssen die Scham und die Last der Eltern ertragen, die nur in Andeutungen, nie aber in klaren Vorstellungen für sie fassbar geworden sind. Die Erwartungen der Eltern an ihre Kinder waren groß. Im Jom -Kippur ' Krieg von 1973 starben viele von ihnen, und das Elend der frühen Jahre setzte sich fort. Glücklich wurde von diesen Menschen niemand am fremden Ort in einem fremden Land.

Die sieben Tage werden zur Vergegenwärtigung all'' des Vergangenen und beleben die längst verlassen geglaubten Zeiten neu.
Auf der Suche nach dem Bild der Mutter erfährt Helena Bruchstücke, aus denen sie einen unzulänglichen Eindruck zu gewinnen sucht.
Ob es ihr gelingen wird?

In ihren Aufzeichnungen zeigt Lizzie Doron, wie schwierig das Leben auch der zweiten Generation nach der Shoah war. Wurzeln und Heimat gab es für die Eltern nicht mehr oder sie waren verbunden mit den schrecklichen Erfahrungen in den KZs. Man spricht von den Heimatländern, die keine Heimat sind, von '"hier"' oder '"dort".' Eine Tante heißt Itta von Theresienstadt.

Lizzie Doron hat ihre Eindrücke impressionistisch verarbeitet.
Vieles bleibt im Schatten, anderes tritt klar hervor. Es rundet sich ein Bild dessen, was Juden während und nach dem schrecklichen Vernichtungskrieg in Europa erdulden mussten.

Wenngleich die Autorin Biographisches verarbeitet, bleibt die Geschichte auf einer fiktiven Erzählebene, mit der man die Figuren als erdacht erlebt. Umso eindrücklicher sind die beschriebenen Erfahrungen, der Jammer und das Leid.
Aus dem Schatten dieser Vergangenheit gibt es fast kein Entkommen!
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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wie schon in Lizzie Dorons dritten ins Deutsche übersetzten Roman "Der Anfang von etwas Schönem" handelt auch dieser vorliegende, in Israel schon 2002, also vor ihren bisherigen Büchern veröffentlichte Roman verfremdet von ihrer Kindheit im Tel Aviver Viertel Yad Elijahu, einem kleinen, aber geschlossen wirkenden Viertel, in das damals fast nur Überlebende der Konzentrationslager zogen.
Schon in ihrer autobiographischen Novelle "Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?" hat die 1953 geborene Lizzie Doron von Yad Elijahu erzählt, von ihrer prinzipienfesten Mutter, die über ihre Vergangenheit in den Lagern der Nazis wie so viele andere beharrlich schwieg. Doron hat erzählt von den Aufträgen und Botschaften der Mutter, die wollte, dass die Tochter ihr Leben ganz auf die Zukunft ausrichtet. Dass ihre Tochter sich womöglich für ein Leben im Kibbuz entscheiden könnte, war ihr ein schrecklicher Gedanke. Und doch kam es genauso.

Dorons Figuren sitzen in ihren Büchern allesamt wie in einer Falle. So wie sie sie schildert, versucht sie nachzuweisen, dass es keinen "richtigen" Umgang mit dem Gedenken an die Shoa und ihre Opfer geben kann.
Die zweite Generation, aufgewachsen im auch aggressiv vorgetragenen Schweigen ihrer Eltern, hat für ihr ganzes Leben wirksame Beschädigungen erlitten, weil sie ihr Leben nur verstehen können als Trost für die Eltern.

Lizzie Doron versucht mit ihren Büchern das Schweigen zu brechen. Es gibt niemand sonst, der in der Lage ist, die widerstrebenden Gefühle der Nachkommen der Überlebenden tiefer und schmerzhafter auszuloten. Man spürt der sensiblen und gelungenen Übersetzung Mirjam Presslers ab, welche unsagbare Anstrengung das Schreiben dieser Bücher für Lizzie Doron bedeutet.

Das vorliegende Buch muss sie wohl ganz besonders viel Kraft gekostet haben. Es ist der durch mit vielen Erinnerungen durchtränkte Bericht einer Schiwa, der einwöchigen Trauerzeit der Juden. Elisabeth, das Alter Ego von Lizzie Doron kommt Anfang der neunziger Jahre nach Yad Elijahu zurück. Helena, ihre Mutter, die wir aus den bisher veröffentlichten Bücher im Jüdischen Verlag gut kennen, ist gestorben. Sie hat mit vielen alten Überlebenden der Shoah bis zu ihrem Tod in diesem Viertel gelebt, aus dem die Jungen früher oder später alle weggezogen sind, weil sie die Alpträume ihrer Eltern hinter sich lassen, endlich ein normales Leben führen wollten.

Doch viele dieser Kinder, mit denen Elisabeth damals aufgewachsen ist, haben im Jom-Kippur-Krieg ihr Leben verloren. Elisabeth will ihrer Mutter die letzte Ehre erweisen, und bleibt sieben Tage in ihrem Elternhaus. Die beiden uns ebenfalls schon aus den anderen Büchern bekannten Schiwa-Expertinnen Sonia und Genia unterstützen sie dabei.

Viele Nachbarn und Bekannte kommen ins Haus und bringen nicht nur Trost mit für Elisabeth, sondern auch ihre Geschichten und Erinnerungen. Indem sie, zunächst etwas widerwillig, dann aber mehr und mehr sich fallen lassend in die tröstende Hülle einer Schiwa, all diesen Menschen zuhört und ihren bewegenden Geschichten lauscht, kehrt die lange für Elisabeth versunkene und verdrängte Welt ihrer Kindheit wieder zurück.

Nach dem Ende der einwöchigen Trauerzeit hat Elisabeth eine für ihr weiteres Leben sehr wichtige Erkenntnis: sie, die nie eine andere Verwandte hatte als ihre Mutter, ist doch nicht ohne eine Familie aufgewachsen. Dieses Viertel, das in den fünfziger und sechziger Jahren für unzählige Überlebende eine neue Wohnstatt wurde, in dem sie mehr oder weniger erfolgreich versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen, dieses Viertel war einmal ihre Familie. Das wird ihr Kraft geben für ihr weiteres Leben ( und auch für Dorons Bücher).

Sonia spürt etwas davon, wenn sie mit jüdischem Witz am Ende des Buches sagt: "Die Schiwa war wirklich sehr gelungen, nur schade, dass Helena nicht dabei war."

In ihrem Vorwort schreibt Lizzie Doron:
"Und dieses Land, das mit seinen Toten schon seit vielen Jahren dahinstirbt, ist noch einmal auferstanden. Nur sieben Tagen war es noch einmal da, das unbekannte Land. Das Land, das mir Heimat und Familie war. Und das ist seine Geschichte."

Eine bewegende Geschichte aus der zweiten Generation der Überlebenden, die zeigt, dass es immer noch nicht vorbei ist ....
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