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Wer einmal die Augen öffnet, kann nicht mehr ruhig schlafen [Taschenbuch]

Robert Bober , Tobias Scheffel
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

29. August 2011
Paris, Anfang der 60er Jahre: Der junge Bernard Appelbaum bekommt eine Statistenrolle in »Jules und Jim« durch Truffauts Assistenten, einen gewissen Robert Bober, der nach dem Krieg sein Betreuer in einem Ferienlager für jüdische Kinder war. Auch wenn die Caféhausszene mit Bernard später gestrichen wird: der Film greift tief in sein Leben ein. Denn nach der Kinopremiere erzählt ihm seine Mutter die Geschichte einer anderen Liebe zu dritt, die sie mit seinem Vater Yankel, der nicht aus Auschwitz zurückkam, und Leizer, dem früh verstorbenen Stiefvater, verband. Bernard macht sich auf die Suche: nach seinen eigenen Ursprüngen, aber auch nach den Spuren einer verdrängten Geschichte, eines von Krieg und Kollaboration gezeichneten Paris. In einer schlichten Sprache von unerhörter Eindringlichkeit hat Robert Bober ein Buch der Erinnerung geschrieben, in dem die große Geschichte und persönlichste Erinnerungen sich kreuzen und auf vielfältigste Weise ineinander laufen: lebendig und nostalgisch, traurig und lustig zugleich, wie die Bilder von Robert Doisneau.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 284 Seiten
  • Verlag: Kunstmann; Auflage: 2 (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888977258
  • ISBN-13: 978-3888977251
  • Originaltitel: On ne puet plus dormir tranquille quand on a une fois ouvert les yeux
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 13,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 273.897 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Jules und Jim auf Jiddisch!" Le Magazine littéraire "Bober unternimmt eine wahre Schatzsuche in der Vergangenheit. Folgen Sie ihm!" (Elle)

"Alles in diesem Roman ist wahr, ist real, lebendig." (Libération)

Über den Autor

Robert Bober, geboren 1931 in Berlin, emigrierte 1933 mit seiner Familie nach Frankreich. Er arbeitete als Schneider, Töpfer, Erzieher, wurde Assistent von François Truffaut und drehte über 100 eigene Dokumentarfilme. In Deutschland wurde Robert Bober mit seinen Büchern »Was gibt's Neues vom Krieg« (1995) und »Berg und Beck« (2000) bekannt.

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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
"Affektive Erinnerung. Unfreiwillige Erinnerung. Ich wurde von Erinnerungen heimgesucht, die ich vergessen glaubte. Wohin ich mich auch wende, sie rufen einander. Sie dringen durch eine Art Bresche ein und tauchen wieder auf. Und ich weiß zugleich, dass ich mich noch so sehr bemühen kann, nichts zu verlieren, es wird nicht alles wiederauftauchen. Auch wenn manchmal Bruchstücke, manchmal Fetzen erscheinen - es wird immer eine Zeit geben, zu der ich keinen Zugang habe.
Im Unmittelbaren des Heutigen, im Durcheinander dessen, was geschieht, so wie es mir erscheint, gehört nicht alles, was ich finden werde, was mich interessieren wird, notwendigerweise zu meiner Geschichte. Werde ich, indem ich in die Vergangenheit der anderen tauche, etwas über meine eigene Vergangenheit entdecken?"

So reflektiert der Ich-Erzähler dieses wunderbaren und berührenden Romans von Robert Bober der junge Bernard Appelbaum seine Suche nach seinen Wurzeln. Anfang der sechziger Jahre bekommt er in Paris eine Statistenrolle in Truffauts Film "Jules und Jim". Vermittelt hat ihm die Rolle Robert Bober, der nach dem Krieg in einem Ferienlager für jüdische Kinder auch Bernhards Betreuer war.

Nach Fertigstellung des Films geht Bernhard mit seiner Mutter ins Kino, und wartet natürlich stolz auf seine Szene. Doch er muss enttäuscht feststellen, dass die Szene in der Bar, in der er mitspielte, gestrichen wurde. Um ihn zu trösten, oder weil sie den richtigen Kairos gekommen sieht, erzählt ihm seine Mutter ihre eigene Geschichte. Denn wie in dem Film hat sie eine ganz persönliche Erfahrung einer Liebe zu dritt. Diese Liebe verband sie sie mit Bernhards Vater Yankel, der nicht aus Auschwitz zurückkam und dessen Freund Leizer, der später Bernhards Stiefvater wurde und sehr früh verstarb.

Kaum hat seine Mutter ihm diese Geschichte erzählt, beginnt sich Bernhard auf eine rastlose Suche zu machen nach seinen eigenen Wurzeln. Eine Suche, die ihn bis nach Auschwitz führt, aber auch auf die Spuren einer bis heute verdrängten Geschichte von Krieg und Kollaboration im Paris während der Besatzung der Nazis.

Robert Bober ist ein beeindruckender Roman gelungen, in dem er viele eigene Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitet hat und in dem er vielen von ihm bewunderten Regisseuren, Sängern und Künstlern ein Denkmal setzt.
Er hat literarisch gekonnt eine Rekonstruktion einer jüdischen Familiengeschichte verbunden mit einem sozialgeschichtlichen Dokumentation des Paris während des Zweiten Weltkriegs.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Familiengeschichte 17. November 2011
Dem jungen Bernard Appelbaum wird durch den Assistenten Truffauts eine Statistenrolle in Jules und Jim angeboten.

Zusammen mit seiner Mutter geht Bernard ins Kino um sich den Film anzuschauen. Danach nimmt diese die Gelegenheit beim Schopf und erzählt nun ihrem ältesten Sohn die Geschichte über seinen Vater Yankel und dessen besten Freund Leizer (Bernards späteren Stiefvater).
Wie bei Jules und Jim waren beide in Hannah verliebt und Bernard lauscht schweigsam den Anfängen dieser schmerzhaften Geschichte:

Yankel ihr erster Ehemann "ist in Aschestaub im Himmel über Polen aufgegangen" und Leizer, ihr zweiter Ehemann der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, liegt "irgendwo in der Tiefe des Ozeans".
Das macht ihr am meisten zu schaffen, keinen Ort zu haben an dem sie um ihre verstorbenen Ehemänner trauern kann.
Mit diesen Erzählungen und einer absichtlich in der Küche stehen gelassenen Kiste mit Bildern und Briefen, erhofft Hannah das Interesse ihres Sohnes an der Geschichte seiner Familie zu erwecken.
Und genau das geschieht. Er geht in die Bibliothek und läßt sich dort die Zeitungen über jenen Flugzeugabsturz geben dem sein Stiefvater zum Opfer fiel.
Er erfährt Dinge über das Jahr 1942 in dem sein Vater Yankel verhaftet und deportiert wurde....

Fazit:
Ein ruhiges Buch über eine kleine Familie die das Grauen jener Zeit überlebt hat aber gerade deswegen so eindriglich wirkt.
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